Spenden für „wir helfen“Schnitzeljagd durch die Schule

Laura Nagelschmidt (links) und Angelina Groß mit den Kindern der Eulenklasse in der GGS Alzeyer Straße
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Köln – Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres gab es neben 49 Erstklässlern in der Gemeinschaftsgrundschule Alzeyer Straße in Bilderstöckchen zwei weitere neue Gesichter: In dem Projekt „Brücken bauen“, das von „wir helfen“ unterstützt wurde, begleiteten die Pädagogik-Studentinnen Laura Nagelschmidt und Angelina Groß besonders unsichere Vorschulkinder beim Wechsel vom Kindergarten in die Grundschule.
Sie kamen, beginnend drei Monate vor der Einschulung, regelmäßig in die Kita und standen ihnen auch in den ersten Schulwochen zur Seite. Initiiert hatten dies Gerhard Müllner – er leitet das Familienzentrum der Diakonie Köln mit integrierter Kindertagesstätte in Bilderstöckchen – mit Schulleiterin Babette Ehrngruber.
Müllner, der die Kinder aus ihrer Zeit in seiner Kindertagesstätte am besten kannte, hatte die Mädchen und Jungen ausgewählt und die Eltern angesprochen, ob sie daran Interesse hätten. „Von Kindern, die sich unter dem Tisch verstecken und nicht mehr rauskommen wollen, über Versagensängste bis zu Weinkrämpfen haben wir hier schon alles erlebt.“
Zwei Tage pro Woche kamen die Studentinnen in die Kita: Einen Tag verbrachten sie neben der Erzieherin in der Gruppe, gingen bei Einzelarbeiten auf „ihr“ Kind zu, bastelten mit ihm oder erzählten einfach. An einem zweiten Tag wurde für die Kinder etwa eine Buchstabenwerkstatt mit Materialien wie Stempel, Zeitung und Laptop veranstaltet. Es gab aber auch mal eine Schnitzeljagd durch die neue Schule. Reinschnuppern konnten die künftigen Grundschüler bereits vor ihrer Einschulung auch bei einer Unterrichtsstunde, beim Schulfrühstück, dem Singkreis und dem Sportangebot in der Turnhalle. Bis zu den Herbstferien blieben die Studentinnen bei „ihren“ i-Dötzchen – in engem Austausch mit den Eltern. Das stärkte das Selbstwertgefühl, so Gerhard Müllner. „Die Angst nahm ab.“ Vorfreude und Souveränität wuchsen. „Die Kinder waren selbstbewusster und fröhlicher.“
Stephanie Moser, Lehrerin der Eulenklasse, empfand den Einsatz der Studierenden als „super Unterstützung. Die Kinder hatten gleich eine Bezugsperson und waren nicht so scheu. Der Übergang war nicht so hart. Und auch wir konnten mit ihnen schon vorher intensiv über die Kinder sprechen und früh etwas über sie erfahren.“
Wenn eins der Kinder am Vortag im Nachmittagsbereich zum Beispiel in einen Konflikt verwickelt war, wusste die Lehrerin am nächsten Morgen, warum es im Unterricht Probleme hatte. Alle Beteiligten wurden schneller über häusliche Probleme informiert, wenn sie sich auf das Lernen und das Miteinander auswirkten. So konnte sensibler reagiert werden.
Lernerfolge wurden mit wertschätzenden Briefen an das Kind gewürdigt. Eltern erhielten Geleit etwa bei ihrem Kampf um einen Platz in einer Offenen Ganztagsschule. Müllner: „Die sind ja immer noch Mangelware.“ So konnte ein Kind, für das die Betreuung besonders wichtig ist, doch noch teilnehmen. Moser: „Das können wir in der Intensität im Schulalltag gar nicht leisten.“ Auch Michaela Guardavascio, Mutter der sechsjährigen Allesia, war begeistert: „Sie war dadurch super vorbereitet und ist bereits total selbstständig.“
Es war jedoch nur Zeit und Personal vorhanden, um zehn Kinder zu coachen. Nachdem das Projekt als Versuch beendet ist, wird Angelina Groß ihre Bachelor-Arbeit mit der Auswertung füllen. Das Familienzentrum ist von dem Projekt überzeugt und würde es gerne fortsetzen, aber es ist keine Finanzierung in Sicht.
