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SpendenantragDie Abenteuerspielplatz-Familie

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Die Kinder mit ihren gelben Flitzern vor dem Kletterturm

Troisdorf – „Das hier ist schon mein Leben“, so urteilt Dieter Küpper, wenn er gefragt wird, was der Abenteuerspielplatz Troisdorf für ihn ist. Seit 28 Jahren leitet der Diplom-Sozialpädagoge die Einrichtung in der Lahnstraße 16 des Vereins Friedrich-Wilhelms-Hütte. Er ist bisher der erste und auch einzige Leiter der offenen und pädagogisch betreuten Freizeiteinrichtung für die Kinder zwischen vier und 14 Jahren. Und damit ist er, seitdem das Projekt im August 1984 gestartet wurde, das „Oberhaupt“ auf dem Gelände.

Auf dem etwa 5500 Quadratmeter großen Areal findet sich alles, was Kinderherzen höherschlagen lässt: eine Seilbahn, ein Kletterturm, Kettcars, Spiele, Schaukeln, und zahlreiche Möglichkeiten für Versteckspiele. Auch einen eigenen Streichelzoo mit Hasen, Ziegen und Pony Toni beherbergt der Verein auf dem Abenteuerspielplatz. Geplant sei das nicht gewesen. Eher sei eins zum anderen gekommen, betont Küpper.

Täglich 50 Kinder vor Ort

„Wir haben uns keine Listen gemacht, was wir hier alles gerne hätten. Es war nicht so, dass wir etwas festgelegt haben, was der Spielplatz unbedingt braucht“, erklärt der Pädagoge. „Bei den Eseln wurden wir zum Beispiel gefragt, ob wir die haben möchten, genauso bei unserem ersten Pony, das hier einzog.“ Und alles, was einmal da sei, würde nach seinem Ableben wieder neu angeschafft werden. Die Tiere und alles andere gehörten dann einfach mit zur Abenteuerspielplatz-Familie.

Täglich nutzen etwa 50 Kinder das kostenlose Angebot. Meistens kommen sie gleich nach der Schule. Dann heißt es Toben und Ausprobieren. Küpper und seine Mitarbeiter bauen mit den Mädchen und Jungen Buden, reparieren Fahrräder, fahren mit ihnen Traktor und pflegen die Tiere. „Wir sind hier nicht einfach nur eine Betreuungsstelle, wir vermitteln den Kindern hier auch Werte“, betont Küpper. Manche Kinder seien wirklich „hart drauf“, wenn sie auf den Abenteuerspielplatz kommen. Früher sei es dabei auch zu kulturellen Konflikten gekommen. Die seien heute kein Thema mehr. Die Schüler knüpfen unabhängig von ihrer Ethnie Freundschaften. „Das klappt hier richtig gut. Unsere Besucher haben untereinander eigentlich keine Probleme wegen ihrer Religion oder ihrer Herkunft“, sagt Küpper.

Auch dann nicht, wenn der Platz rappelvoll ist. „In den Sommerferien toben hier auch schon mal bis zu 130 Kinder über das Gebiet“, weiß Küpper. Für viele sei die Anlaufstelle so was wie das zweite Zuhause. „Das Familienleben hat sich einfach verändert“, erklärt der Leiter. „Oftmals gehen beide Elternteile arbeiten, oder die Eltern leben nicht mehr zusammen.“ In vielen Gemeinden mangele es zudem häufig an der Qualität der Betreuung in der Offenen Ganztagsschule, die nach Meinung des Pädagogen oft nur eine günstige Alternative zu anderen Nachmittagsbetreuungen für Kinder ab sechs Jahren sei. „In Troisdorf ist das zwar kaum der Fall“, so Küpper. „Die Stadt hat das Geld, um den Nachmittag in den Schulen sinnvoll zu gestalten.“ Trotzdem gibt es Kinder und Jugendliche, deren Eltern ihren Beitrag zum Ganztag – selbst wenn nur das Essensgeld bezahlt werden muss, nicht erübrigen können oder wollen.

So bietet die Friedrich-Wilhelms-Hütte seit einiger Zeit auch einen Jugendtreff an. Dienstags und donnerstags hat der Bungalow dann bis 20.30 Uhr auf. Für diesen Bereich wünschen sich die Jugendlichen noch ein paar Spielgeräte. Eine Konsole mit Bewegungsspielen etwa sowie einen Beamer inklusive Leinwand. Für die langen Abende im Winter.