Spendenprojekt „WieNice“Höhen, Tiefen, Tunnelerlebnisse

Ganz schön hoch her ging es auf der WieNice-Tour über die Alpenpässe.
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Köln/Wien/Nizza – Für ein paar Cent von Wien nach Nizza auf dem Fahrrad für Kinder in Not. Was Thomas Krechel vor seiner Knochentor namens „WieNice“ als bescheidenes Ziel ausgegeben hatte, war weit untertrieben. Der Kantinenchef des Neven DuMont Hauses ist von seiner Knochentour über die Alpen zurück – und hat auf dem Weg mehr als 12 000 Euro für die „Kölner Stadt-Anzeiger“-Aktion erstrampelt bis er schließlich am alten Hafen von Nizza (französisch: Nice) seine müden Füße im Mittelmeer baden konnte.
Erschöpft, aber „auch ein wenig stolz“, zieht der 45-jährige Inhaber der Firma KJ Services Bilanz. Nach Auswertung der GPS-Daten hat er in zwei Wochen auf rund 1900 Kilometern 33 241 Höhenmeter erreicht. Pro Höhenmeter bekam er 0,34 Cent von 40 Spendern. So kamen bislang 12 111,94 Euro für Projekte in Köln und der Kölner Region zusammen, die Kinder und Jugendliche fördern. „Und es melden sich immer noch welche, und viele runden auf.“
„wir helfen“-Geschäftsführer Karl-Heinz Goßmann zollt seinen Respekt: „Dieser Einsatz ist sensationell. Ein absolut tolles Ergebnis. Herzlichen Dank für Ihr besonderes Engagement.“
Es war immer jemand bei mir
Krechel war selbst baff, hatte er doch im Vorfeld konservativ geschätzt nur mit 20 000 Höhenmetern gerechnet. „Der Betrag raubt mir mehr Atem, als es die Cime de la Bonette jemals könnte.“ Der Gebirgspass in den französischen Seealpen , 2715 Meter über dem Meeresspiegel , war der höchste Punkt, den Krechel je mit dem Fahrrad erklommen hat. Durch seine sehr unterhaltsamen Reise-Kommentare und Videos von unterwegs bekam Krechel viel Unterstützung über die sozialen Netzwerke, wofür er sich bedankt: „Ich war 14 Tage allein unterwegs in den Alpen. Aber ich hatte immer das Gefühl, es ist jemand bei mir, wenn ich auf mein Smartphone geschaut habe und es hatte mal wieder jemand etwas kommentiert.“
Die Idee für den Spendenmarathon kam ihm vor einem Jahr während einer Alpentour von Garmisch an den Gardasee. „Ich bin kein besonders guter Fahrradfahrer, aber ich fahre gerne Berge hoch“, sagte der 105-Kilo-Mann. Mit Konfetti, Luftschlangen, jede Menge Freude, fünf Pokalen und fünf Kilo leichter wurde er nun von Familie, Freunden und Mitarbeitern zu Hause empfangen. Die Trophäen will er natürlich mit „Madame Noir“ (Schwarze Dame) teilen. So nennt Krechel sein Fahrrad, das sich auf der Strecke manches Mal als „kleine, launische Diva“ entpuppte. Doch nicht nur technisch, sondern auch meteorologisch und psychisch musste er durch manche Höhen, Tiefen und Tunnel. Seinen Humor hat er dabei jedenfalls nicht verloren. Madame Noir, so Krechel, sei immer noch „ein wenig angefressen, weil es im Frachtraum keinen Fensterplatz gab, die Gute“.
Mit dem Flieger kehrten beide von Nizza heim. Hier will Krechel nun aus dem Videomaterial, das er mit Helm- und Fahrradkamera von unterwegs als Schnipsel immer wieder hochlud, einen Film zusammenschneiden. Einen Trailer gibt es jetzt – und der macht mit seiner feinen Ironie und seinem Humor Lust auf mehr. Spender, Fans und natürlich „wir helfen“ hoffen auf eine Fortsetzung spätestens nächstes Jahr. Kiran Mazumdar, Vorstand des größten Spenders, der Firma Inverto, hat dazu auf Facebook eine ganz konkrete Idee: „Dann vielleicht als WieNeuss? Oder NizZagreb?“
Wie es zu dem Projekt kam, erfahren Sie unter www.wienice.jimdo.de
Zur „WieNice“-Facebookseite geht es hier.
