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Trotz Party-VerbotLost Sisters spenden 30.000 Euro an „wir helfen“

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Die Lost Sisters letztes Jahr im Tanzbrunnen

Köln – Als Boris Becker am Donnerstagnachmittag per E-Mail die Spendensumme von 175.000 Euro bekannt gibt, wird noch einmal schmerzhaft deutlich, was dieses Jahr fehlt. „Normalerweise wären wir jetzt alle in den Rheinterrassen am Start“, schreibt der Vereinsvorsitzende der Lost Sisters Karnevalsgesellschaft. „Und alle mit Rang und Namen im Karneval gäben sich bei uns die Klinke in die Hand.“

Die Karnevalsparty im Theater am Tanzbrunnen gehört seit Jahren zu den besten Adressen an Weiberfastnacht, die Karten sind Monate im Voraus ausverkauft. Vielleicht gerade weil die Sause nicht nur Selbstzweck ist, sondern jedes Jahr auf der Bühne hunderttausende Euro Spenden an Kölner Vereine übergeben werden, die sich für benachteiligte Kinder und Jugendliche engagieren.

Großspender abtelefoniert

„Wir fühlen uns verantwortlich, auch in diesem schwierigen Jahr etwas auf die Beine zu stellen“, erzählt Becker am katerfreien Karnevalsfreitag am Telefon. Und so habe er in den letzten Wochen seine Sponsoren abtelefoniert, um auch ohne Party Geld für den guten Zweck einzusammeln. Viele Firmen begleiten die Lost Sisters schon lange, erzählt er, die Wvm Immobiliengesellschaft sei bereits im elften Jahr dabei. Weitere Großspender sind die Gröner Group, Pandion und Hagedorn.

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Auch „wir helfen“ wird von den Lost Sisters mit 30 000 Euro Spenden bedacht. Becker sagt: „Wir wissen, dass gerade die Kinder besonders unter den Beschränkungen leiden.“ Deshalb gehen auch Spenden an den Verein Traube Köln, die Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche anbieten, und an viele weitere Initiativen.

Den traurigen Karnevalisten bleibt hingegen nur eins: Auf bessere Zeiten hoffen. „Weiberfastnacht 2022 wird spektakulär“, prophezeit Becker. „Da feiern wir dann doppelt.“ Das Lineup würde bereits stehen. (lis)