Wir helfenFair Play bis zum Trainerschein

Die Fußball-Freestyler Chris Höller (r.) und Etienne-Marc Otter
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Köln – Kabarettistin und Autorin Cordula Stratmann fiel es nicht schwer, den Spendenaufruf der Rheinflanke-Gründer zu unterstützen. „Wir kennen uns schon lange, und ich habe mich immer wieder mit den Jungs darüber unterhalten, wie Helfen eigentlich geht“, meinte die ehemalige Sozialarbeiterin. „Die Rheinflanke macht das genau richtig, indem sie beim Potenzial der Kinder und Jugendlichen ansetzt.“Bei der Feier zum sechsten Geburtstag der von „wir helfen“ unterstützten Organisation trafen Sponsoren auf Mitarbeiter und Jugendliche aus den Projekten der Rheinflanke in Köln, Bedburg, Bornheim, Grevenbroich, Meckenheim und Bonn. Kurze Videoeinspieler und Interviews mit den Sozialarbeitern vermittelten den Besuchern einen Überblick.
Fußball als Medium
Überwiegend nutzen die 26 Mitarbeiter der Rheinflanke Fußball als Methode für die Sozialarbeit. Bei der Straßenfußballliga etwa – am 13. September 2006 wurde das erste Spiel in dieser Liga angepfiffen – müssen die Nachwuchskicker im Anschluss an ein Spiel Fair-Play-Punkte verteilen und sich darüber mit der gegnerischen Mannschaft einig werden. „Ohne Dialog kann man nicht gewinnen“, bringt Pressesprecherin Iris Wirths das Konzept auf den Punkt. „Spannend war für mich zu sehen, wie ernsthaft und konzentriert die dabei verhandeln.“ In Meschenich startet Younis Kamil gerade den „Querpass“, ein Projekt für junge Erwachsene ohne Schulabschluss im Alter von 20 bis 25 Jahren, die vom Jobcenter an ihn vermittelt werden. Zweimal pro Woche wird trainiert, außerdem auf einen Trainerschein hingearbeitet. „Fußball ist bei uns immer das Medium“, sagt Kamil. „Wir können damit die Eigenmotivation über den Sport aufbauen.“Bei den drei Gründern der Rheinflanke steht die langfristige Sicherung der Arbeit derzeit ganz oben an. „Alle unsere Mitarbeiter haben befristete Verträge“, erläuterte Sebastian Körber. „Wir wissen jetzt, was wir wollen und was wir können. Das muss jetzt nachhaltig werden.“
