Auf der Automesse in Peking demonstrieren Chinas Hersteller ihre neue Dominanz und setzen deutsche Konzerne unter Druck.
Angriff der ChinesenDie 7 spannendsten Neuheiten der Automesse in Peking

In Peking dreht die PS-Branche auf - und die Chinesen zeigen, dass sie technologisch um die Führung ringen.
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Die „Auto China“ demonstriert die neue Dominanz chinesischer Marken. Für die deutsche Automobilbranche, auch in NRW ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, wächst die Herausforderung.
Für die deutschen Automobilhersteller war China lange der ertragreichste Markt. Diese Zeiten sind vorbei, denn mittlerweile haben sich chinesische Unternehmen zu den schärfsten Wettbewerbern entwickelt. Die Volksrepublik hat sich zur global führenden Automobilnation entwickelt. Dies manifestiert sich eindrücklich auf der „Auto China“ in Peking, die noch bis zum 3. Mai läuft. Im Gegensatz zu europäischen Veranstaltungen wie der IAA in München, die zuletzt mit nachlassendem Besucherinteresse konfrontiert waren, verzeichnen die Hallen in der chinesischen Hauptstadt einen enormen Andrang, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.
Eine Vielzahl von Premieren unterstreicht die technologische Unabhängigkeit der chinesischen Produzenten. Sie erheben einen klaren Führungsanspruch, vor allem bei Elektrofahrzeugen, aber ebenso bei Zukunftstechnologien wie dem autonomen Fahren oder Flugautos. Sogar bei Verbrennern werden Maßstäbe gesetzt: Der Hersteller Geely präsentierte einen Hybridantrieb, dessen Verbrauch von 2,2 Litern pro 100 Kilometer ihn zu einem der effizientesten Benzinmotoren machen würde.
Reaktion der deutschen Marken
Die deutschen Hersteller, darunter VW, Audi und Mercedes, signalisieren auf der Messe allerdings ihre Bereitschaft, sich dem Wettbewerb zu stellen. Im Vergleich zu früheren Jahren agieren sie auf ihrem bedeutendsten internationalen Markt deutlich selbstsicherer und enthüllen ebenfalls eine Reihe von neuen Fahrzeugen. Das Resultat für die Besucher ist eine enorme Dichte an neuen Modellen und technischen Weiterentwicklungen. Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der sieben interessantesten Premieren der Ausstellung.
1. Smart #2: Rückkehr des Kleinstwagens
Rund 30 Jahre nach seiner Markteinführung findet Smart mithilfe chinesischer Technologie zu seinen Ursprüngen zurück. In Peking wird der Nachfolger des Fortwo als Konzeptfahrzeug präsentiert. Obwohl das Modell #2 auf eine Länge von fast 2,80 Meter anwächst, zählt es weiterhin zu den kompaktesten Fahrzeugen weltweit. Informationen der dpa zufolge soll die rein elektrische Variante im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Geplant sind eine Reichweite von circa 300 Kilometern und ein Verkaufspreis, der sich an der Marke von 20.000 Euro orientiert.

Smart zeigt in Peking den Nachfolger des Fortwo, der rein elektrisch fahren soll.
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2. Jetta: Neues Design für die Günstig-Marke
Jetta fungiert in China als eigenständige Marke von Volkswagen im günstigen Preissegment und zählte lange zu den meistgefragten Modellen. Volkswagen richtet seine Tochterfirma nun neu aus und gibt ihr mit einem SUV eine wesentlich zeitgemäßere Optik. Für einen Preis von umgerechnet etwa 15.000 Euro soll das Auto im Laufe des nächsten Jahres in China erhältlich sein. Ein Marktstart in Europa ist nicht vorgesehen.

Die VW-Tochter Jetta präsentiert ihr neues SUV, das aber nur in China verkauft werden soll.
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3. Denza Z9 GT Cabrio: Offene Version aus China
Überraschenderweise stellt ein chinesisches Unternehmen ein neues Cabriolet vor. Unter der Premium-Marke Denza präsentiert BYD den Z9 GT zusätzlich in einer Variante mit Stoffverdeck. Das Modell tritt damit in direkte Konkurrenz zu Fahrzeugen wie dem Mercedes SL oder dem 8er von BMW.

Kommt mit Faltdach: Der Denza Z9 GT Cabrio.
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4. Freelander: Wiedergeburt in China
In China erlebt der in Europa nicht mehr angebotene Freelander eine Renaissance. In Kooperation mit dem chinesischen Produzenten Chery lanciert die britische Marke unter dem bekannten Namen eine neue Linie für Elektro-Geländewagen. Eine mögliche Einführung dieser Modelle in Europa ist derzeit noch offen. Kunden hierzulande dürfen sich aber in naher Zukunft auf den elektrischen Range Rover sowie eine unter Strom gesetzte Variante des Defender einstellen.

Der Freelander zeigt sich auf der Auto China in Peking als eigenständige Marke für elektrifizierte Fahrzeuge.
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5. Leapmotor D19: Luxus-SUV zum Niedrigpreis
Die Marke Leapmotor, in Deutschland über den Stellantis-Konzern vor allem für preiswerte Elektroautos bekannt, demonstriert mit dem D19 Ambitionen im Oberklasse-Segment. Das große SUV, dessen Dimensionen an einen Mercedes GLS oder BMW X7 erinnern, ist vollelektrisch. Es verwendet eine 1000-Volt-Batterietechnik mit 115 kWh, die eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern ermöglichen soll. Der chinesische Einstiegspreis liegt bei unter 30.000 Euro, was das Fahrzeug erheblich billiger macht als vergleichbare europäische Modelle. Aus diesem Grund wird über einen späteren Export nach Europa nachgedacht.

Der D19 von Leapmotor will in Form und Format einem Mercedes GLS oder einem BMW X7 in nichts nachstehen.
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6. Kosmera: Sportwagen-Produktion bei Berlin geplant
Der Hersteller Dreame, bisher hauptsächlich für Staubsaugerroboter bekannt, wagt mit der Marke Kosmera den Einstieg in die Automobilbranche. Auf der Messe stellt das Unternehmen den Sportwagen Kosmera Nebula Next 01 vor, der eine Leistung von mehr als 1.470 kW (2.000 PS) aufweist. Eine Besonderheit der Pläne ist der geplante Fertigungsort: Die Produktion der Fahrzeuge soll ab 2027 in Grünheide nahe Berlin erfolgen, in unmittelbarer Nähe zum Werk von Tesla.

Das Konzeptfahrzeug Nebula Next 01 der Dreame-Tochter Kosmera ist ebenfalls auf der Auto China zu sehen.
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7. Audi E7X: Neues SUV für den chinesischen Markt
Audi hat in China eine Submarke ohne das bekannte Logo der vier Ringe ins Leben gerufen, um auf dem dortigen Markt wieder an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen. Auf den Kombi E7 lässt der Hersteller nun das entsprechende SUV mit der Bezeichnung E7X folgen. Das Fahrzeug ist mit chinesischer 800-Volt-Technologie ausgestattet und bietet hohe Ladekapazitäten sowie fortschrittliche autonome Fahrfähigkeiten. Die Gestaltung des Interieurs und Exterieurs soll einen gestalterischen Neubeginn symbolisieren.

Der Audi E7X hat 800-Volt-Technik aus China an Bord, lädt besser und fährt weiter als die europäischen Elektromodelle.
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Technik-Trends: Laden, Fahren und Fliegen der Zukunft
Abseits der Fahrzeugneuheiten werden in Peking diverse technologische Entwicklungen vorgestellt. So präsentiert der Batterieproduzent CATL einen Akkumulator, der eine Reichweite von 1.500 Kilometern ermöglichen soll. BYD führt sein „Flash Charging“-System vor, bei dem der Ladezustand des Topmodells Denza Z9 GT in nur neun Minuten von 10 auf 97 Prozent steigt. Ferner zeigt Geely einen Hybridantrieb, dessen Normverbrauch bei lediglich 2,2 Litern liegt.
Zusätzlich werden auf der Messe Ausstellungsstücke wie Cyberhunde, humanoide Roboter und autonome Taxis gezeigt, die einen Ausblick auf die Zukunft des fahrerlosen Verkehrs geben. Das Thema Flugautos ist ebenfalls derart prominent vertreten, dass ein baldiger Marktstart realistisch erscheint. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.