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Google baut Suche umKI-Agenten und neue Funktionen kommen – teils gegen Geld

4 min
Entwicklerkonferenz Google I/O

Künstliche Intelligenz steht im Mittelpunkt neuer Google-Angebote.

Google baut seine Suche mit KI um, führt Agenten ein und plant neue Bezahlmodelle für erweiterte Funktionen.

Google I/O: KI-Suche, Agenten und neue Bezahlmodelle Im Wettbewerb der KI-Anbieter nutzt Google seine dominierende Suchmaschine, um Anwender stärker an seine KI-Dienste zu binden. Zahlreiche der fortgeschrittenen neuen Funktionen von Googles KI Gemini werden allerdings kostenpflichtig sein. Zudem ist ihre Verfügbarkeit vorerst primär auf die Vereinigten Staaten beschränkt.

Für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz modernisiert Google seine seit Jahrzehnten fast unveränderte Suchoberfläche. Das Eingabefeld wird sich zukünftig bei Bedarf vergrößern, damit ausführlichere Suchanfragen möglich sind. Es lässt sich nicht nur mit Text, sondern auch mit visuellen Medien, Dokumenten oder Filmclips füllen. Darüber hinaus soll die KI bei der Formulierung von Anfragen deutlich mehr Unterstützung bieten als die bisherigen Vorschläge der Autovervollständigung.

Entwicklerkonferenz Google I/O

Das Eingabefeld der Google-Suchmaschine kann jetzt auch Fotos verarbeiten.

KI soll Antworten statt nur Links liefern

Es gab in der jüngeren Vergangenheit Spekulationen, ob Konkurrenten, die mittels KI direkte Antworten anstelle von Links bereitstellen, eine Bedrohung für Googles marktführende Suchmaschine darstellen könnten. Der Technologiekonzern hat jedoch selbst Features wie KI-generierte Resümees eingeführt und hebt hervor, dass dies zu einer intensiveren Nutzung der Suchfunktion führe. Gleichzeitig beschweren sich manche Betreiber von Webseiten darüber, dass sie nun weniger Besucher über Google erhalten.

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O erklärte die zuständige Managerin Liz Reid, die Google-Suche sei nun „durch und durch eine KI-Suche“. Zukünftig soll die Suchmaschine nicht nur Resümees liefern, sondern beispielsweise auch Infografiken zu komplexen Sachverhalten erzeugen oder Trainingspläne konzipieren. Google-Manager Robby Stein ergänzte, dass sie im Idealfall für jede Suchanfrage das geeignete, individuelle Format finde.

„Informations-Agenten“ durchsuchen das Netz

Google richtet seinen Fokus mittlerweile intensiv auf Künstliche Intelligenz aus. Teil der Ankündigungen auf der I/O waren auch neuartige KI-Agenten. Dabei handelt es sich um Programme, die für Anwender selbstständig eine Reihe von Aufgaben erledigen können. In diesem Bereich steht Google im Wettbewerb mit KI-Unternehmen wie OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, und Anthropic.

Für die Suche präsentiert Google sogenannte „Informations-Agenten“. Ihre Aufgabe ist es, das Internet kontinuierlich nach definierten Kriterien zu durchsuchen und die Nutzer zu benachrichtigen. Wer beispielsweise eine Wohnung mit spezifischen Anforderungen sucht, könnte von einem Google-Agenten informiert werden, sobald ein passendes Angebot erscheint. Google-Manager Josh Woodward äußerte, Gemini entwickle sich zu einem „universellen Assistenten“.

So will Google den Online-Einkauf verändern

Darüber hinaus verfolgt Google ehrgeizige Ziele im Bereich des E-Commerce. Seit der Entwicklung von KI-Agenten existiert die Vorstellung, dass diese autonom im Internet agieren und für Nutzer Einkäufe tätigen könnten. Google beabsichtigt, die dafür notwendige technische Grundlage maßgeblich zu formen.

Der Konzern präsentierte in diesem Zuge einen „intelligenten“ digitalen Warenkorb, der händler- und dienstübergreifend einsetzbar sein soll. Dieser soll unter anderem selbstständig nach preiswerteren Angeboten und Rabattaktionen für bestimmte Produkte suchen. Er kann Nutzer auch benachrichtigen, sobald ein vergriffener Artikel wieder lieferbar ist. Beim Zusammenstellen von PC-Komponenten würde der Warenkorb zudem einen Hinweis anzeigen, falls die Teile nicht zueinander passen.

Ein von Google konzipiertes technisches Protokoll soll es KI-Agenten ermöglichen, automatisierte Käufe im Namen der Anwender eigenständig abzuwickeln und zu bezahlen. Hierfür müssen Nutzer festlegen, welche Markenprodukte gekauft werden dürfen und welches Budget dafür zur Verfügung steht.

KI-Inhalte sollen leichter zu erkennen sein

Google vereinfacht zudem die Identifizierung von Bildern, die durch Künstliche Intelligenz generiert oder modifiziert wurden. Diese Funktion wird zuerst in der App für die KI-Software Gemini eingeführt, gefolgt von der Suche und dem Chrome-Browser. Bei Unsicherheit über die Echtheit eines Fotos oder Videos kann man künftig nachfragen, ob KI beteiligt war. Google plant, anderen Anbietern eine Schnittstelle für diese Erkennungsfunktion bereitzustellen. Unternehmen wie Nvidia und OpenAI beabsichtigen, Googles unsichtbares Wasserzeichen namens SynthID für KI-generierte Bilder und weitere Inhalte zu nutzen.

Viele neue Funktionen nur gegen Bezahlung

Manche der neuen Features werden kostenpflichtig angeboten. Ein Beispiel ist der leistungsfähige KI-Agent Spark, der durch umfassenden Zugriff auf private Informationen das Leben der Nutzer strukturieren soll. Die Nutzung von Spark erfordert ein Ultra-KI-Abonnement, das mit monatlich mindestens circa 100 Euro zu Buche schlägt. Eine solche Preispolitik ist derzeit bei allen führenden KI-Firmen zu beobachten. Der Betrieb von Künstlicher Intelligenz benötigt enorme Rechenzentrumskapazitäten, und trotz kostspieliger Erweiterungen können die Firmen die hohe Nachfrage kaum decken.

Entwicklerkonferenz Google I/O

Die Nachfrage nach KI-Angeboten übersteigt laut Google-Chef Pichai die Kapazitäten.

Dies gelte ebenso für Google, bestätigte Konzernchef Sundar Pichai auf der I/O. Es bestünden weitreichende Kapazitätsengpässe. Der Technologiekonzern reagiert darauf mit massiven Investitionen. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat kürzlich den Rahmen für die erwarteten Investitionsausgaben dieses Jahres um 5 Milliarden auf jetzt 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben. Für 2027 wird eine noch „signifikant“ höhere Summe in Aussicht gestellt. Pichai merkte an, dass aufgrund gestiegener Komponentenpreise heute für denselben Betrag weniger Rechenleistung geschaffen werden könne als in der Vergangenheit. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.