HalbjahreszahlenIn Köln gibt es die meisten Start-up-Neugründungen

Lesezeit 3 Minuten
Mitarbeiter einer Start-up-Firma sitzen hinter einer Scheibe.

Start-up-Gründungen legen wieder zu. (Symbolbild)

Köln ist ein attraktiver Standort für Gründer. 39 Firmen sind in diesem Jahr mit ihren Ideen auf den Markt gegangen - das ist NRW-Rekord.

Nach einer Gründungsflaute wagen nun wieder mehr Unternehmer den Weg in die Selbstständigkeit: Im ersten Halbjahr 2024 wurden in Deutschland 1384 Start-ups gegründet, davon 251 in Nordrhein-Westfalen - und 39 in Köln. Das macht Platz eins im Bundesland, zeigt der Halbjahresreport des Startup-Verbands, der Unternehmensgründungen aus dem Handelsregister analysiert.

Ein Viertel mehr Neugründungen in NRW

Mit den bundesweit mehr als 1300 Neugründungen scheint die Talsohle aus dem Jahr 2022 durchschritten. Im zweiten Halbjahr 2022 wurden deutschlandweit nur 1111 Start-ups gegründet, ein Tiefstwert. Im Jahr 2023 stieg die Zahl der Neugründungen schon wieder auf mehr als 1200, jetzt hat die Branche mit einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zu den vorherigen sechs Monaten deutlich zugelegt. In Nordrhein-Westfalen lag das Plus sogar bei 26 Prozent. „Der deutliche Anstieg der Neugründungen zeigt, dass der Unternehmergeist in Deutschland stark ist. Die positive Entwicklung quer durch alle Regionen ist ein gutes Zeichen“, sagt Helmut Schönenberger, stellvertretender Vorsitzender des Startup-Verbands.

„Besonders erfreulich“ sei der Boom im Software-Sektor, der wichtige Impulse für die Digitalisierung liefert: Im ersten Halbjahr 2024 wurden ein Drittel mehr Software-Start-ups gegründet als in den vorigen sechs Monaten. Auch E-Commerce-Gründungen und Medien-Start-ups legten um 36 Prozent, Mobilität um 33 Prozent. In absoluten Zahlen dominieren die Branchen Software (302 Neugründungen), Medizin (126) und E-Commerce (83).

Gemessen an der Bevölkerung ist NRW unter Durchschnitt

Berlin und München sind Start-up-Spitzenreiter, sowohl was die absoluten Gründungen als auch die Pro-Kopf-Gründungen angeht. Mit 251 Neugründungen in diesem Jahr liegt NRW auf Platz drei der Bundesländer: Nur Berlin (265) und Bayern (260) verzeichnen mehr Neugründungen.

Gemessen an der Bevölkerungszahl, schneidet NRW allerdings unterdurchschnittlich ab. Auf 100.000 Einwohner gerechnet haben in Nordrhein-Westfalen von Januar bis Juni 1,4 Menschen ein Start-up gegründet. Dieser Wert ist darin begründet, dass in NRW fast 18 Millionen Menschen leben. Spitzenreiter Berlin kommt auf 7,1 Gründungen pro 100.000 Einwohner, Hamburg auf 4,1, Bremen auf 2,3. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,6. 

Im Landesvergleich führt Düsseldorf die Pro-Kopf-Tabelle an. Mit 7,8 Neugründungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwölf Monaten steht die Landeshauptstadt auf Platz eins, gefolgt von Köln mit 6,7 Neugründungen und der Städteregion Aachen (5,9). 

Köln verzeichnet die meisten Gründungen in NRW

In absoluten Zahlen ist Köln in Sachen Neugründungen Spitzenreiter. Im ersten Halbjahr 2024 wurden hier 39 Start-ups gegründet - das sind fünf mehr als im vorigen Halbjahr. Düsseldorf kam auf 24 (minus eins), Aachen auf 20 (plus sieben) und der Kreis Mettmann auf 16 (plus neun).

In der Region rund um Köln fallen die Gründungen deutlich geringer aus. Leverkusen kommt auf zwei neue Start-ups, der Rheinisch-Bergische-Kreis auf drei, der Rhein-Sieg-Kreis auf vier, der Rhein-Erft-Kreis auf fünf und der Rhein-Kreis-Neuss auf sieben Neugründungen. 

Köln ist bei Gründern beliebt

In Köln gibt es laut der Wirtschaftsförderung Köln-Business rund 750 Start-ups, ein Großteil davon treibt Innovationen in den Bereichen Software, Gesundheit, Medien und Marketing voran. Die meisten Gründungen kamen aus Zukunftsbereichen wie Medizin, E-Commerce und Software. „Jungunternehmen profitieren in Köln unter anderem von einem breiten Fachkräfteangebot. In jedem Jahr strömen von den Kölner Hochschulen rund 14.000 hoch qualifizierte Absolventen auf den Arbeitsmarkt, die meisten von ihnen starten ihre Karriere in Köln und der Region“, heißt es von Köln-Business.

Nicht nur die Hochschulen sorgen für Fachkräfte, sondern sie treiben selbst auch Innovationen voran, hier vor allem die Universität und die Technische Hochschule Köln mit ihren Start-up-Schmieden. Dort können Gründungswillige unter anderem Prototypen bauen, Kreativräume nutzen und Unterstützung für Förderprogramme erhalten. Hinzu kommen das Gründerzentrum „Startplatz“ im Mediapark, Veranstaltungen wie die „Start-up Summernights“ und Brancheninitiativen wie der Verein „Proptech Powerhouse“, der Akteure in Bau- und Immobilienwirtschaft vernetzt. 

Nachtmodus
KStA abonnieren