Ein komplettes Wohnquartier in Hagen steht vor einer umfassenden energetischen Modernisierung. Zum Einsatz kommen dabei industriell gefertigte Fassadenteile.
Sanieren ohne AuszugWohnsiedlung in Hagen wird mit Fertigmodulen saniert

In Hagen sollen demnächst 12 Mehrfamilienhäuser mit Hilfe von vorgefertigten Fassadenelementen energetisch saniert werden. Der Energiebedarf soll um 36 Prozent sinken. (Symbolbild)
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In Hagen ist die energetische Modernisierung eines gesamten Wohnkomplexes unter Verwendung vorproduzierter Fassadenelemente geplant. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, besteht das Viertel aus zwölf im Jahr 1966 errichteten Wohnhäusern mit zusammen 192 Einheiten. Der Wohnungsverein Hagen und die Berliner Firma Ecoworks gaben bekannt, dass die Baumaßnahmen in Kürze starten werden.
Für das Vorhaben investiert der Wohnungsverein eine Summe von 23 Millionen Euro. Eine Sprecherin erläuterte, dass die Bewohner während der energetischen Umbaumaßnahmen in ihren Heimen verbleiben können. Dies stellt die bisher umfangreichste serielle Sanierung einer Genossenschaft in der Bundesrepublik dar.
Industrielle Vorfertigung der Fassaden
Die Firma Ecoworks übernimmt die industrielle Vorproduktion der Fassadenteile. Schon in der Fabrik werden Dämmmaterial, Fenster sowie elektrische Rollläden in die einzelnen Module integriert. Dadurch soll die Konstruktionszeit am Standort verkürzt und die Beeinträchtigung für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden, wurde mitgeteilt.
Des Weiteren ist eine neue Dämmung und Abdichtung der Flachdächer vorgesehen. Im Anschluss daran erfolgt die Montage einer Photovoltaikanlage, welche den produzierten Strom komplett in das öffentliche Netz leiten wird. Die Wärmeversorgung der Gebäude wird auch künftig durch Fernwärme sichergestellt. Ein angenehmes Innenklima soll durch Abluftventilatoren und besondere Fensteröffnungen gewährleistet werden. Zudem werden die Wohnungen mit Balkonen ausgestattet.
Einsparung von Heizkosten und CO2-Emissionen
Der Wohnungsverein setzt mit der seriellen Modernisierung seine Nachhaltigkeitsstrategie in dem Viertel stringent fort. „So machen wir unseren Bestand fit für die Zukunft und senken CO2-Ausstoß sowie Heizkosten für unsere Mieterinnen und Mieter spürbar“, äußerte sich Geschäftsführer Sebastian Greese. Es wird erwartet, dass der Endenergiebedarf der Gebäude durch die Arbeiten um 36 Prozent zurückgehen wird. In Hagen besitzt der Wohnungsverein einen Bestand von circa 6.000 Wohnungen.
Angaben der Deutschen Energie-Agentur (Dena) zufolge eignen sich 30 Prozent sämtlicher Mehrfamilienhäuser ideal für eine serielle Modernisierung. Bei zusätzlichen 15 Prozent ist ein derartiges Sanierungskonzept zwar technisch realisierbar, aber dessen wirtschaftliche Umsetzung ist noch nicht durchgängig gegeben.
Bundesweit bereits über 150 Projekte umgesetzt
Nach Auskunft der Dena wurden in der Bundesrepublik bisher 150 serielle Sanierungsvorhaben abgeschlossen. Dazu zählen Mehrfamilienhäuser, komplette Wohnviertel, Schulen, Feuerwachen und auch Einfamilienhäuser. Etwa 90 zusätzliche Projekte werden aktuell realisiert, während sich circa 280 weitere Vorhaben mit ungefähr 16.500 Wohneinheiten in verschiedenen Stadien der Planung und Vorbereitung befinden. (red)
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