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Frustfaktor teures WohnenViele denken wegen hoher Mieten an einen Jobwechsel

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Köln am Morgen - Wohnungssuche

In Metropolen gibt es nur wenig bezahlbaren Wohnraum.

Eine Studie zeigt: Hohe Mieten in Köln werden für Firmen bei der Suche nach Fachkräften zunehmend zu einem echten Problem.

Das Leben in der Großstadt lockt viele Menschen an, doch die Wohnungssuche sorgt für Ernüchterung. Eine aktuelle Untersuchung verdeutlicht, weshalb kostspieliger Wohnraum für Unternehmen zu einer Herausforderung wird.

Zahlreiche Arbeitsplätze und ein vielfältiges Freizeitangebot stehen im Kontrast zu Mieten, die das Dasein erschweren. Einer Studie zufolge wirken die kostspieligen Wohnverhältnisse in deutschen Metropolen abschreckend auf viele Angestellte und stellen für Firmen bei der Akquise von qualifiziertem Personal ein Hindernis dar. Laut einer Erhebung der Beratungsfirma PwC empfinden zahlreiche Personen teures Wohnen als wesentlichen Nachteil des Lebens in urbanen Zentren wie Köln.

„Die Höhe der Mieten und die Schwierigkeit, in Ballungsgebieten eine bezahlbare Wohnung finden, bleibt ein riesiger Frustfaktor bei den Berufstätigen“, äußerte Bernd Roese, der PwC-Standortleiter in Frankfurt. Die Befragung wird seit drei Jahren durchgeführt und das Problem hat sich demnach verfestigt.

Ernüchterung auf dem Wohnungsmarkt

Für die Untersuchung wurden 4.000 erwerbstätige Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren aus zwölf deutschen Metropolen mit über 500.000 Einwohnern befragt – zu diesen zählten Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Essen, Leipzig und Hannover. Die repräsentative Online-Befragung im Auftrag von PwC wurde im Januar durchgeführt.

Das Resultat: Die überwiegende Zahl der Menschen bewertet das Leben in der Großstadt als positiv – beispielsweise die Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Bildungsangebote, beruflichen Perspektiven und die kurzen Wege zur Arbeit. Ungefähr neun von zehn Teilnehmern (89 Prozent) gaben an, sich an ihrem Wohnort wohlzufühlen.

Gleichzeitig äußerten sich aber jeweils zwei Drittel unzufrieden über die Miethöhe, die Ausgaben für Wohneigentum und das geringe Angebot an Wohnungen. 87 Prozent sind der Ansicht, dass es in Großstädten „reine Glückssache“ ist, eine Wohnung zu erschwinglichen Preisen zu erhalten.

Jüngere Menschen zeigen sich umzugsbereit

Einige Beschäftigte ziehen aufgrund der teuren Wohnsituation Konsequenzen. Laut der Erhebung haben 37 Prozent bereits über einen Arbeitsplatzwechsel wegen der hohen Mietkosten nachgedacht. Effektiv umgezogen sind aus diesem Grund zehn Prozent. Unter den 18- bis 34-Jährigen betrifft dies sogar beinahe jede fünfte Person. Acht von zehn Berufstätigen erkennen ein Problem darin, angesichts des angespannten Wohnungsmarktes Fachpersonal zu akquirieren und zu binden.

Wenn Berufstätige eine neue Stelle suchen, die einen Ortswechsel bedingt, ist für 50 Prozent die Mietsituation ausschlaggebend, noch vor der Distanz zum Arbeitsplatz (42 Prozent). An oberster Stelle der Kriterien bei einem Wohnortwechsel rangiert jedoch die Arbeitsplatzsicherheit (54 Prozent) – was laut Roese ein deutliches Indiz für erhebliche Sorgen angesichts der angespannten ökonomischen Lage ist.

Deutliche Forderungen an Politik und Unternehmen

Im Kampf um erschwinglichen Wohnraum sehen die Umfrageteilnehmer sowohl die Arbeitgeber als auch die Politik in der Verantwortung. 88 Prozent sprechen sich für einen öffentlichen Wohnungsbau aus, der sich auf untere und mittlere Einkommensgruppen konzentriert, während 85 Prozent die Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnungen befürworten.

Die Erwartungen an die Arbeitgeber sind ebenfalls hoch: So bezeichnen 83 Prozent einen Mietkostenzuschuss durch die Firma als „geeignete“ oder „sehr geeignete“ Maßnahme. Etwa 80 Prozent fordern, dass Unternehmen die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz tragen oder Werkswohnungen zur Verfügung stellen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.