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Vonovia steigert GewinnMieterbund wirft Konzern „radikale Mietsteigerungen“ vor

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Konzernzentrale Vonovia

2025 hat Vonovia vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. (Archivbild)

Während Vonovia, Deutschlands führendes Vermietungsunternehmen, einen Milliardengewinn bekannt gibt, äußert der Mieterbund in NRW scharfe Kritik an erheblichen Mietanpassungen.

Vonovia, der größte deutsche Wohnungsanbieter, konnte seinen Ertrag im abgelaufenen Jahr hauptsächlich durch gestiegene Mieteinkünfte steigern. Laut Unternehmensangaben leisteten jedoch auch der Vertrieb von Zusatzdiensten und Immobilienveräußerungen einen Beitrag zum Wachstum des operativen Resultats. Der Immobilienkonzern hält an seinen Zielvorgaben für das aktuelle Jahr und für 2028 fest und beabsichtigt zudem, die Reduzierung seiner Verbindlichkeiten zu beschleunigen.

Die anhaltend starke Nachfrage nach Wohnungen in urbanen Zentren, ein Umstand, der sich auch in Metropolen wie Köln widerspiegelt, kommt Vonovia wie auch anderen Anbietern zugute. Wie die „dpa“ berichtet, erhöhte sich die Monatsmiete im Jahr 2025 im gesamten Konzern durchschnittlich auf 8,38 Euro je Quadratmeter, was einer Zunahme von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für Deutschland wurde ein Durchschnittswert von 8,19 Euro verzeichnet, fast vier Prozent mehr als 2024. Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, dass Deutschland das führende Mietland in der EU ist; 53 Prozent der Einwohner lebten 2024 in einem Mietverhältnis.

Mieterbund spricht von „radikalen Mietsteigerungen“

Der Deutsche Mieterbund konfrontierte Vonovia mit dem Vorwurf „radikaler Mietsteigerungen“. Laut einer Pressemeldung führte Hans-Jochem Witzke, der Vorsitzende des Mieterbundes Nordrhein-Westfalen, aus: „In Kommunen ohne Mietpreisbremse liegen die Angebote der Vonovia deutlich über dem Mietspiegel“. Witzke ergänzte, dass der Konzern in zahlreichen Städten versuche, die Mietpreise mittels fiktiver Wohnwertmerkmale über die erlaubte Grenze anzuheben. Folglich wurde von dem Verband eine umfassende Erweiterung der Mieterschutzregelungen gefordert.

Als größtes privates Wohnungsunternehmen Europas verfügte Vonovia zum Jahresende 2025 über einen Bestand von rund 531.000 Wohneinheiten in Deutschland, Schweden und Österreich. Der Marktwert des gesamten Immobilienportfolios verzeichnete einen Anstieg um drei Prozent und erreichte 84,4 Milliarden Euro. Die in Bochum beheimatete Firma zählte zu diesem Zeitpunkt 12.700 Beschäftigte, was einer Zunahme von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gleichkommt.

Konzern verdient unterm Strich mehr als 1,5 Milliarden Euro

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) wuchs im vergangenen Jahr um 6,0 Prozent und erreichte 2,8 Milliarden Euro. Nach Abzug aller Posten erzielte Vonovia einen bereinigten Nettogewinn von 1,54 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 5,3 Prozent entspricht. Es ist geplant, die Dividende pro Aktie um drei Cent auf 1,25 Euro anzuheben.

Luka Mucic

Luka Mucic ist seit Jahresbeginn Vorstandschef von Vonovia. (Archivbild)

Der neue Vorstandsvorsitzende Luka Mucic wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „Wohnen ist kein gewöhnliches Produkt – es bedeutet, unseren Kundinnen und Kunden ein Zuhause zu geben“. Hiermit sei eine spezielle Verantwortung verknüpft, die das Unternehmen sehr ernst nehme.

Vonovia plant Verkauf und Neubau tausender Wohnungen

Laut Unternehmensinformationen wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.090 neue Wohneinheiten fertiggestellt. Über 4.200 weitere Wohnungen befinden sich momentan im Bau. Das Unternehmen sieht auf lange Sicht auf seinen eigenen Grundstücken das Potenzial für die Errichtung von 65.000 zusätzlichen Wohnungen.

Im vergangenen Jahr veräußerte Vonovia darüber hinaus 2.333 Wohneinheiten. Mucic kündigte an, dass zukünftig jährlich 3.000 bis 3.500 oder mehr Einheiten verkauft werden sollen. Zur Reduzierung der Verbindlichkeiten ist auch der Verkauf von Beständen vorgesehen, die nicht zum Kerngeschäft zählen, wie zum Beispiel Pflegeimmobilien. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.