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Wohnen statt ArbeitenBund fördert Umbau von Büros zu Wohnungen mit Millionen

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Verena Hubertz

Gleichzeitig gegen Leerstand und Wohnungsnot: Bauministerin Verena Hubertz legt ein neues Förderprogramm auf. (Archivbild)

Eine neue Bundesinitiative soll die Umwandlung ungenutzter Gewerbeimmobilien in Wohnraum subventionieren. Welche Details beinhaltet dieses Vorhaben?

Zukünftig sollen in Deutschland neue Apartments in kommerziell genutzten Bauten durch eine Bundesförderung realisiert werden. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) initiiert hierfür ab Juli die Maßnahme „Gewerbe zu Wohnen“, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. Ein Budget von 300 Millionen Euro ist für das laufende Jahr eingeplant. Pro neu errichteter Wohneinheit können Geldgeber eine finanzielle Unterstützung von maximal 30.000 Euro bekommen, wobei die Obergrenze bei 300.000 Euro je Firma liegt. Eine Rückzahlung der Fördermittel ist nicht erforderlich.

„In vielen Städten stehen Gebäude leer, während gleichzeitig Wohnungen fehlen“, erläuterte Hubertz. „Dieser Widerspruch beschäftigt mich. Und genau hier wollen wir ansetzen.“ Mit der Initiative werden drei Absichten verfolgt: die Reduzierung von Leerstand, die Errichtung von Wohnungen sowie eine klimafreundliche Modernisierung. Die SPD-Politikerin hob hervor, dass jede umgenutzte Immobilie außerdem Ressourcen einspare.

Tausende neue Wohnungen sind möglich

Fachleute gehen davon aus, dass die Umnutzung von leerstehenden Bürogebäuden die Schaffung von Tausenden Apartments in Großstädten ermöglichen könnte. Frühere Kalkulationen des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) deuten darauf hin, dass allein brachliegende Büroareale in den sieben größten deutschen Städten Raum für etwa 11.000 Wohneinheiten bieten. Für das Jahr 2024 prognostizierte das Ifo-Institut in diesen Metropolen sogar ein theoretisches Potenzial von bis zu 60.000 Wohnungen.

Herausforderungen bei der Umwandlung

Es existieren jedoch etliche Hindernisse. Laut Ifo-Institut ist die Umnutzung in zahlreichen Situationen ökonomisch unrentabel. Die für völlig andere Nutzungen konzipierten Bereiche müssten teilweise mit hohem finanziellem und materiellem Aufwand umgebaut werden. Erschwerend kommt der starke Anstieg der Baukosten in jüngerer Vergangenheit hinzu. Ferner liegen Gewerbeimmobilien nicht durchgehend an ansprechenden Standorten, beispielsweise bei mangelnder Infrastruktur wie Schulen, öffentlichem Nahverkehr, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten oder Grünanlagen.

Trotzdem äußerte sich Hubertz optimistisch: „Die Förderung ist für Investoren höchst attraktiv und gleichzeitig ein kraftvoller Impuls, um Projekte zu starten, die unsere Städte nachhaltig verändern.“ Subventioniert wird die Umgestaltung von beheizten Immobilien, die nicht für Wohnzwecke verwendet werden. Die Modernisierung hat dabei mindestens den energetischen Standard „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ zu erfüllen. Für denkmalgeschützte Bauten gibt es Sonderregelungen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.