Das kanadische KI-Unternehmen Cohere übernimmt Aleph Alpha. Deutschland soll zum zweiten Hauptstandort werden.
KI-Fusion in HeidelbergKanadische Firma Cohere übernimmt Start-up Aleph Alpha

Der Cohere-Chef will die Präsenz in Deutschland ausbauen.
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Der kanadische KI-Spezialist Cohere beabsichtigt, nach dem geplanten Zusammenschluss mit dem KI-Jungunternehmen Aleph Alpha aus Heidelberg dessen Mitarbeiter und Standort in Deutschland zu bewahren und zu erweitern. Laut den Ausführungen von Cohere-Geschäftsführer Aidan Gomez gegenüber der dpa auf einer Fachkonferenz für Technologie in Heilbronn soll Deutschland zum zweiten Hauptstandort des Unternehmens werden.
Am 24. April gaben Cohere und Aleph Alpha eine sogenannte „transatlantische Fusion“ bekannt. Tatsächlich stellt dieser Vorgang eine Akquisition von Aleph Alpha seitens Cohere dar. Aus dieser Geschäftsverbindung geht einer der bedeutendsten KI-Konzerne hervor, der seinen Sitz nicht in den USA hat.
KI-Alternative für kritische Infrastruktur
Das gemeinsame Vorhaben der beiden Firmen ist es, „eine sichere Alternative für den KI-Einsatz in regulierten Branchen zu schaffen“. Als Zielgruppe gelten nicht Privatpersonen, sondern öffentliche Verwaltungen sowie Einrichtungen, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehören. Hierzu gehören die Sektoren Finanzen, Verteidigung, Energie, Telekommunikation und das Gesundheitswesen.
„Es wird ein globaler KI-Champion entstehen“, kommentierte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) den geplanten Zusammenschluss kürzlich vor Journalisten. Gomez äußerte gegenüber der dpa in Heilbronn: „Wir wollen die Talente unbedingt in Deutschland halten, und wir möchten unsere Präsenz in Deutschland weiter ausbauen, um die Welt zu bedienen“. Geplant seien zwei Unternehmenszentralen, eine davon in Kanada und die andere in Deutschland. „Wir werden die Unterstützung der kanadischen und der deutschen Regierung haben, zwei der wichtigsten Akteure innerhalb der G7.“

Europa ist laut Gomez nicht chancenlos.
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„Es muss ein Kulturwandel stattfinden“
Laut Gomez haben sich beide Regierungen für eine Teilnahme am globalen Wettbewerb entschieden. In diesem Umfeld habe Europa durchaus Chancen. „Es gibt einfach die Furcht, dass wir nicht fähig sind. Und das ist es, was uns zurückhält“, erklärte der CEO von Cohere.
Im globalen Wettstreit um Künstliche Intelligenz mangele es Europa nicht an Fachkräften, Firmen oder finanziellen Mitteln, sondern vielmehr an Entschlossenheit und Zuversicht. „Wir brauchen die Willenskraft und den Glauben an uns selbst, um Ressourcen in Projekte zu stecken und sie auszuweiten, und genau das hat in den letzten 25 Jahren gefehlt. Es muss ein Kulturwandel stattfinden.“ Das Bestreben seiner Firma sei es, auf weltweiter Ebene mitzuhalten.
Heidelberger Start-up konnte nicht mithalten
Die Gründung von Aleph Alpha erfolgte 2019 in Heidelberg. Das Unternehmen zählte lange Zeit zu den wichtigsten deutschen Akteuren auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz (KI). Jedoch konnte die Firma bei der rasanten und kostspieligen Weiterentwicklung von großen Sprachmodellen mit Konkurrenten wie ChatGPT, Google und Meta nicht Schritt halten. (dpa/red)
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