Der Hype um Künstliche Intelligenz scheint kein Ende zu nehmen. Trotzdem machen Warnsignale die Runde.
Boom oder Blase?Diese fatalen Folgen könnte Künstliche Intelligenz für die Wirtschaft haben

Der Hype um die Künstliche Intelligenz macht Anleger auch besorgt.
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Seit Monaten werden Milliarden von US-Dollar in Künstliche Intelligenz (KI) investiert. Tech-Riesen wie Amazon, Google, Meta und Microsoft haben bisher 560 Milliarden Dollar in KIs wie ChatGPT oder Gemini gepumpt – doppelt so viel wie vor zwei Jahren.
Die massiven Investitionen in Künstliche Intelligenz stellen alles bisher Dagewesene in den Schatten, gleichzeitig machen sich aber auch viele Anleger Sorgen. Denn durch diese Rekordinvestitionen in KI und Co. werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Statt Wachstum droht Massenarbeitslosigkeit.
Künstliche Intelligenz: Boom oder Blase?
Kein Wunder also, dass Künstliche Intelligenz im Jahr 2026 zu den größten globalen Geschäftsrisiken für Unternehmen gehört. Davor hatte der Unternehmensversicherer Allianz in seiner „Risikobarometer“-Studie bereits Mitte Januar gewarnt.
Dies könnte eine folgenschwere Kettenreaktion auslösen: Es würden Jobs verschwinden, der Konsum würde einbrechen, die Unternehmensumsätze würden sinken und die Steuereinnahmen würden kollabieren. Regierungen, die bereits hoch verschuldet sind, haben dann kaum mehr Spielraum. Erstmals konvergieren dann drei Kräfte: Rekordkapital, Jobverdrängung und Staatsverschuldung.
Dabei entfaltet Künstliche Intelligenz ihre Vorteile in nahezu allen Lebens- und Arbeitsbereichen. Sie wirkt dabei wie ein Motor für grundlegende Veränderungen. Sie automatisiert Aufgaben, die zuvor von Menschen erledigt wurden. Vor diesem Effekt warnen Goldman Sachs, die St. Louis Fed und Brookings. Goldman Sachs schätzt, dass KI bis 2026 6-7 % der US-Arbeitskräfte verdrängen wird.
KI-Blase: Wer kauft, wenn das Einkommen fehlt?
Die entscheidende Frage, die sich Anleger stellen, lautet: Wer kauft, wenn das Einkommen fehlt? Die Anleger sind nervös, denn KI treibt die Produktivität, doch ohne breite Teilhabe droht Stagnation.

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch.
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Es werden Lösungen wie Automationssteuern oder das bedingungslose Grundeinkommen (UBI) diskutiert. Diese sind jedoch politisch unrealistisch. Stattdessen könnte in den nächsten Monaten eine massive Krise die Weltwirtschaft einholen.
Auch der renommierte KI-Forscher Michael Wooldridge von der Universität Oxford schlägt unterdessen Alarm. Der Oxford-Professor warnt eindringlich vor den Konsequenzen im hemmungslosen Wettlaufs um die KI und zieht dabei eine Parallele zum Hindenburg-Unglück von 1937. Damals hatte der Hype um die riesigen Luftschiffe viele Menschenleben gekostete.
Beim Gipfel zur Künstlichen Intelligenz in Neu Delhi vergangene Woche wurde derweil vor dem Kontrollverlust gewarnt. „KI muss allen gehören“, appellierte UN-Generalsekretär António Guterres. (mbr)

