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Ritter Sport streicht StellenErstmals in der Geschichte baut der Hersteller Jobs ab

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Ritter Sport

Ritter Sport streicht Stellen. (Archivbild)

Trotz Umsatzplus: Ritter Sport schreibt rote Zahlen und muss zum ersten Mal in der Firmengeschichte Stellen streichen.

Infolge eines negativen Geschäftsergebnisses im Vorjahr plant der Schokoladenhersteller Ritter Sport zum ersten Mal in seiner über 110-jährigen Firmengeschichte Personal zu reduzieren. Ein Sprecher des Familienbetriebs teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit, dass am Stammsitz im schwäbischen Waldenbuch bei Stuttgart mehr als jede zehnte Position entfallen wird. Zuvor hatte die „Lebensmittelzeitung“ darüber berichtet.

Als Ursachen für die Maßnahme benannte der Sprecher drastisch erhöhte Rohstoffpreise, speziell für Kakao. Zusätzlich hätten hohe Aufwendungen für Energie und Verpackung das Geschäft beeinträchtigt, während man eine spürbare Zurückhaltung bei den Konsumenten registriere. Der Abbau von ungefähr 70 Arbeitsplätzen in der Verwaltung soll sozial abgefedert umgesetzt werden, betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch nicht auszuschließen. Global sind für Ritter Sport circa 1.900 Personen tätig, davon etwa 1.000 in Waldenbuch.

Defizit trotz Umsatzwachstum bei Ritter Sport

Ritter Sport war im Geschäftsjahr 2025 trotz eines signifikanten Umsatzplus defizitär. Das operative Ergebnis lag laut früheren Verlautbarungen des Unternehmens weit unter den Prognosen, was primär auf die angestiegenen Rohstoffaufwendungen zurückgeführt wird. Konkrete Beträge zur Höhe des Minus nannte Ritter Sport nicht. Der Sprecher erwähnte, dass das Ergebnis bereits 2024 unter Druck stand, aber noch positiv ausfiel.

Die Erlöse stiegen im vergangenen Jahr um etwa 17,7 Prozent auf 712 Millionen Euro, nach 605 Millionen Euro im Jahr 2024. Laut dem Hersteller konnte dieses Wachstum die „massiven Kostensteigerungen“ entlang der kompletten Wertschöpfungskette allerdings nicht kompensieren. Das Umsatzplus sei eine Folge von höheren Verkaufspreisen bei gleichzeitig sinkenden Absatzmengen.

Kakaopreise fallen nach verbesserter Ernte

In den zurückliegenden Jahren verteuerte sich Schokolade für Endkunden erheblich. Grund hierfür waren erwartete Ernteeinbußen in Westafrika, weshalb Produzenten die gestiegenen Rohstoffausgaben an die Käufer weiterleiteten. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes war eine Schokoladentafel im März im Durchschnitt 71 Prozent kostspieliger als im Jahr 2020.

Jüngst sind die Preise für Rohkakao an den Börsen jedoch wieder stark zurückgegangen, wie die dpa meldet. Eine bessere Erntelage ist der Grund dafür. Einige Produzenten haben daraufhin bereits ihre Preise nach unten korrigiert. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.