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Weniger als 0,7 ProzentWirtschaftsweise wollen Wachstumsprognose senken

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Wirtschaftsweise Prof. Veronika Grimm.

Wirtschaftsweise Prof. Veronika Grimm.

„Wir hatten 0,7 Prozent Wachstum für das laufende Jahr prognostiziert, das lässt sich vermutlich nicht halten“, sagte Wirtschaftsweise Veronika Grimm.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Einwicklung wird nach Angaben von Mitglied Veronika Grimm die Wachstumsprognose für Deutschland nach unten korrigieren. „Wir hatten 0,7 Prozent Wachstum für das laufende Jahr prognostiziert, das lässt sich vermutlich nicht halten“, sagte Grimm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag. „Wir sind in einer Stagnationsphase und die ungünstige Demografie reduziert unser Wachstumspotenzial in den kommenden Jahren deutlich.“

Die Konjunkturprognose werde Mitte Mai aktualisiert, sagte Grimm. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumserwartung für dieses Jahr bereits von 1,3 auf 0,2 Prozent herabgesetzt.

„Wenn wir die Herausforderungen meistern und das Wachstum steigern wollen, wird das der Gesellschaft, insbesondere den Leistungsfähigen, viel abverlangen“, betonte die Ökonomin. Sie forderte ein attraktives Umfeld für innovative Unternehmen: Dazu gehörten genügend und gut qualifizierte Fachkräfte, weniger Bürokratie und niedrigere Steuern. Der zunehmende Rechtsextremismus in Deutschland sei eine Bedrohung für die Wachstumschancen: „Fachkräfte aus dem Ausland werden abgeschreckt.“

Renteneintrittsalter soll steigen

Die Rente mit 63 Jahren sollte zumindest eingeschränkt werden, empfahl die Ökonomin weiter. „Ein frühzeitiger Renteneintritt ohne Abschläge sollte dann möglich sein, wenn es gesundheitliche Gründe gibt.“ Aktuell schaffe die Rente mit 63 für viele einen Anreiz, früher in den Ruhestand zu gehen, ob mit oder ohne Abschläge. „Vor allem Gutverdiener machen davon Gebrauch. Das verschärft den Fachkräftemangel.“

Grimm schlug eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung vor. Bis 2031 steige das Rentenalter ohnehin auf 67 Jahre. „Danach würde man - entsprechend der prognostizierten Lebenserwartung - alle zehn Jahre acht Monate länger arbeiten“, sagte sie den Funke-Zeitungen. „Bei der Rente mit 70 ist man da noch lange nicht.“ (afp)