Abo

Auf 20 Jahre ausgelegtNeue Sitze in der Lanxess-Arena müssen einiges aushalten

2 min
Folgen
Guido Schudinat von Nowy Styl und Arena-Chef Stefan Löcher präsentieren das neue Stuhl-Modell.

Guido Schudinat von Nowy Styl und Arena-Chef Stefan Löcher präsentieren das neue Stuhl-Modell.

Die Lanxess-Arena investiert eine siebenstellige Summe in die neue Bestuhlung des Unterrangs.

So ein Arena-Sitz muss einiges aushalten. Da sind die vielen Konzertbesucher, die den Klappsitz in größter Ekstase auch schon mal zur Mini-Tanzfläche umfunktionieren. Da sind die Eishockey-Fans bei den Spielen der Kölner Haie oder die Handball-Fans aus ganz Europa bei den Final-Four-Turnieren. Und da sind die freudetrunkenen Jecken bei der „Lachenden Kölnarena“, die auf der Bestuhlung sitzend, springend und tanzend neben reichlich Kölsch gerne auch mal Frikadellen mit Senf konsumieren. Kleckergefahr: hoch.

So ein Sitz könnte nach vielen Jahren Dienst in der Lanxess-Arena wohl so einige Geschichten erzählen. Jetzt hat die alte Stuhl-Generation aber ausgedient. „Manche Sachen kommen in all den Jahren zu kurz. Die Stühle waren alt, und wir haben es sehr lange ausgereizt“, sagt Arena-Geschäftsführer Stefan Löcher. Im laufenden Betrieb wurden und werden von April bis Juli nun also rund 7500 Stühle im Unterrang ausgetauscht. In elf Lieferungen kommen die neuen Polstersitze nach und nach an und werden zwischen den Shows vom Team der Arena ausgetauscht. „Das soll den Komfort und dadurch auch das Besuchererlebnis verbessern“, sagt Löcher. 20 Jahre sollen die neuen Sitze halten, die Arena investiert dafür eine siebenstellige Summe.

Lanxess-Arena: Stuhl ist nicht gleich Stuhl

Die Wahl der neuen Bestuhlung hat sich die Arena nicht einfach gemacht. Stuhl ist schließlich nicht gleich Stuhl, weiß Löcher – und die eingangs beschriebenen Anforderungen sind hoch. Entwickelt wurde das neue hellblaue Modell gemeinsam mit dem Unternehmen Nowy Styl, das sich weltweit unter anderem Großraum-Bestuhlungen wie in der Lanxess-Arena widmet. „Das Produkt sieht am Ende einfach aus, muss aber durch verschiedene Adapter kompatibel mit den alten Tribünen-Anlagen sein“, sagt Guido Schudinat, Geschäftsführer von Nowy Styl. 2,5 Zentimeter dick ist die Polsterung, dazu steigt durch das neue Modell auch die Sitzhöhe leicht an. „Alle werden begeistert sein“, sagt Löcher.

Warum gibt es aber nur im Unterrang neue Sitze? Der Oberrang sei mittlerweile auch gut ausgestattet, sagt der Arena-Chef. Dort habe man  die Polsterung der Sitze in den vergangenen Jahren bereits nach und nach in Eigenregie erneuert.

Die Anforderungen für die Klappsitze, die ein Arena-Betrieb mit sich bringt, sind selbstverständlich durch Normen genau definiert. „Wenn man sich mit 110 Kilogramm auf die Sitzvorderkante stellt und dann anfängt zu hüpfen, dann ist das die Last, die der Stuhl aushalten muss“, sagt Schudinat. Statisch sei noch einmal deutlich mehr Last möglich. Für die Besucher wird es in den kommenden Jahren einige Anlässe geben, dies zu testen. Die Bestuhlung der Lanxess-Arena ist für alle Fälle gewappnet.