Jens Ochel schafft abstrakte Kunst in Köln-Dellbrück. Im September stellt er in der Galerie Wasser Werke aus den letzten 20 Jahren aus.
Abstrakte KunstJens Ochel aus Köln-Dellbrück lässt sich von Farben und Impulsen treiben

Jens Ochel in seinem Atelier im Keller seines Hauses in Köln-Dellbrück.
Copyright: Rika Kulschewski
„Wenn ich male, ist das wie ein Dialog mit der Leinwand“, sagt Jens Ochel. „Ich kann Dinge und Gefühle ausdrücken, die ich so gar nicht in Worte fassen könnte.“ Seit gut 20 Jahren ist der Kölner Künstler und arbeitet in seinem Atelier im Keller seines Hauses in Köln-Dellbrück an abstrakten Kunstwerken. Dabei sei ihm vor allem wichtig, komplett frei zu sein und sich von Farben und Impulsen treiben zu lassen. Wie eine Komposition in der Musik beschreibt er den Prozess.
Diese Leidenschaft für Kunst und Farben sei zufällig entstanden, erzählt der Kölner. Nach einem VWL-Studium hat Jens Ochel zunächst auf dem Gebiet gearbeitet und promoviert, bevor er sich 2004 selbstständig gemacht und hauptsächlich junge Leute zum Berufseinstieg beraten hat. Dann habe seine Frau Farben geschenkt bekommen, die zunächst unangerührt herumlagen.

Jens Ochels abstrakte Kunstwerke
Copyright: Rika Kulschewski
Köln-Dellbrück: Jens Ochel macht seit 20 Jahren abstrakte Kunst
„Sie haben etwas in mir ausgelöst“, erzählt Ochel, „und dann habe ich angefangen, mich mit ihnen zu beschäftigen, zu experimentieren und zu spielen.“ Schnell habe er gemerkt: Da ist etwas, das ihn reizt. Er lebte sich immer mehr künstlerisch aus, bis er irgendwann merkte, dass er der Kunst ernsthaft nachgehen möchte, Fortbildungen und ein Projektstudium in Bonn machte.
Parallel zog er zwei Kinder groß, während seine Frau voll berufstätig war. „Das war zu der Zeit natürlich ungewöhnlich“, erinnert sich der Kölner, „aber sonst hätte ich der Kunst so gar nicht nachgehen können, das hat mir den Freiraum gegeben, neben Kindererziehung und Selbstständigkeit zu malen.“
Dellbrücker Künstler möchte immer weiter experimentieren
Seine Kunst ist auf den ersten Blick sehr bunt und groß. Fließende, intensive Farben laufen über Leinwände und andere Untergründe. Aber seine Sammlung von über 200 Werken zeigt, wie vielfältig er arbeitet. So gibt es auch schlichtere Bilder, kleinere Bilder und Collagen. „Für mich ist es langweilig, immer das Gleiche zu machen“, sagt Ochel. Deshalb probiere er sich immer wieder an unterschiedlichen Techniken und Materialien aus. Male auch viel mit den Händen.
Gleich bleibt gewissermaßen der Prozess: „Ich stehe vor einer weißen Leinwand und dann gibt es einen Impuls und ich greife zu einer Farbe.“ Meist arbeite er ein paar Stunden und komme dann an einem anderen Tag wieder, um zu schauen, was passiert ist. Seine Bilder bestehen aus 10 bis 20 Schichten. „Es ist ein schrittweises Annähern an das Ergebnis, aber ich weiß nie, wie das Ergebnis aussieht“, sagt Ochel. Was sich durch seine Kunst zieht, sind fließende Farben und Abstraktion. „Das Konkrete und Realistische interessiert mich nicht“, betont er.
Bei einer Ausstellung vom 3. bis 6. September in der Galerie Wasser, Sankt-Apern-Straße 11, will er zeigen, was er in den vergangenen 20 Jahren alles geschaffen hat. Die Gemälde sollen dann für sich stehen und live erlebt werden. Ochel: „Ich lasse das Bild entstehen, bis die Energie rauskommt, die ich reingesteckt habe, und dann darf und soll es raus, und ich bin gespannt, was es in anderen auslöst.“
