Aus einem Ein-Mann-Betrieb wurde ein Unternehmen mit mehr als 80 Beschäftigten. Die Helmut Hinz GmbH ging stets mit der Zeit.
FamilienunternehmenWie Familie Hinz in Zollstock die dritte Generation im Betrieb integriert

Seit 2022 sitzt das Familienunternehmen in einem Neubau in Zollstock. In Sülz war der Platz zu knapp geworden.
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Als Günter Hinz 1990 mit 24 Jahren die Geschäftsführung des Familienbetriebs für Heizung und Sanitär übernahm, hatte er gerade einmal ein Jahr Berufserfahrung. Sein Vater war schwer erkrankt und konnte ihn nur eingeschränkt unterstützen. „Mit 24 hat man noch wenig Ahnung. Zum Glück haben mir zwei erfahrene Mitarbeiter aus dem Büro sehr geholfen. Dafür bin ich bis heute dankbar“, sagt der 60-Jährige.
32 Jahre später stieg sein Sohn Philipp ebenfalls mit 24 ins Familienunternehmen ein. Doch anders als sein Vater musste er nicht von heute auf morgen die alleinige Verantwortung übernehmen. Günter Hinz ist weiterhin vollzeit im Betrieb aktiv. „Wir sprechen auf Augenhöhe miteinander und mein Vater hat immer ein offenes Ohr. Ich kann mir jederzeit seinen Rat holen. Gleichzeitig habe ich Raum für eigene Ideen“, sagt Philipp Hinz.

Günter und Philipp Hinz arbeiten zusammen. Mit Sohn Philipp ist die dritte Generation in die Firmenführung eingestiegen.
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Alles aus einer Hand
Die Helmut Hinz GmbH in Zollstock bietet Badsanierungen, Heizungsanlagen, Reparaturen, Trinkwassersanierungen und Wartungen sowie Wärmepumpen und Fotovoltaik. Bei Bedarf – das ist bei aufwendigen Arbeiten häufig der Fall – koordiniert der Betrieb weitere Gewerke. „Wir haben ein ‚Alles-aus-einer-Hand-Modell‘ entwickelt, ähnlich wie ein Generalunternehmer beim Bau“, erklärt Günter Hinz.
„Wir wollen die Kunden an die Hand nehmen. Service und Qualität sind ganz wichtige Werte bei uns“, sagt sein Sohn. „Dazu gehört, dass wir die Wohnungen immer absolut sauber hinterlassen – manchmal sauberer als vorher“, lacht Günter Hinz. „Der Kunde ist König – das war schon der Leitgedanke meines Vaters“, schildert er.
Start 1946 als Ein-Mann-Betrieb
1946 gründete Helmut Hinz einen Ein-Mann-Betrieb für Heizungstechnik. Bald kam ein erster Mitarbeiter hinzu, später die Sanitärtechnik. Im Wiederaufbau wurde in Köln viel gebaut. Helmut Hinz gehörte zu den frühen Heizungsbauern, die Ölbrenner einbauten, und richtete einen der ersten Notdienste der Stadt ein. Als der Neubau in den 1970er-Jahren zurückging, wurden Reparaturen und Wartung wichtiger.
Günter Hinz studierte Technische Gebäudeausrüstung in Deutz und als er den Familienbetrieb übernahm, waren dort rund 12 Mitarbeiter beschäftigt. Heute sind es mehr als 80. „Das war tatsächlich so gar nicht geplant, sondern hat sich ergeben“, sagt Hinz. Mit dem Wachstum veränderte sich die Struktur. Heute gibt es spezialisierte Abteilungen in der Firma. Die wichtigste Entwicklung seiner Zeit sei die Veränderung hin zum „Generalunternehmer“ gewesen, sagt Hinz.

Helmut Hinz gründete 1946 einen Elektrobetrieb, zunächst als Ein-Mann-Betrieb. Heute hat die Firma mehr als 80 Mitarbeiter.
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Philipp Hinz studierte Energie- und Gebäudetechnik in Köln und arbeitete zwei Jahre in der Technikabteilung der Uniklinik, bevor er 2022 im Familienunternehmen startete. „Ich wollte erst Erfahrung sammeln, aber es war schon klar, dass ich einsteigen wollte“, erzählt der 28-Jährige.
Die dritte Generation steht vor neuen Herausforderungen. Neue Technologien verändern das Handwerk. Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen, die sich immer wieder ändern. Fachkräfte zu finden und auszubilden, bleibt eine wichtige Aufgabe im Betrieb. „Wir überlegen jeden Tag: Wie können wir besser werden?“, sagen Günter und Philipp Hinz.
Umzug von Sülz nach Zollstock
2022 zog das Unternehmen nach Jahrzehnten vom Sülzgürtel nach Zollstock und bezog am Neuer Weyerstraßerweg einen größeren Neubau. Familie und Betrieb sind weiterhin eng verbunden. Günters Frau Anne kümmert sich seit Jahrzehnten um die Buchhaltung. Auch weitere Familienmitglieder – Philipps Frau Melanie und seine Schwestern Katharina und Franziska – arbeiten im Unternehmen. Die Familie wohnt nahe beieinander und verbringt viel Freizeit gemeinsam. „Privat achten wir darauf, die Firma nicht zum Dauerthema zu machen“, sagt Günter Hinz. Dass die Familie so eng zusammenhält und mit dem Betrieb verbunden ist, macht ihn glücklich. „Das ist das Beste, das es gibt“, freut er sich.
Auch langjährige Mitarbeiter gehören für ihn zur Geschichte des Unternehmens. Manche sind seit 40 Jahren dabei, Team- und Abteilungsleiter begannen als Monteure. „Es ist uns sehr wichtig, dass wir nicht nur zufriedene Kunden, sondern auch zufriedene Mitarbeiter haben“, betont Günter Hinz.
Vom Ein-Mann-Betrieb des Vaters und Großvaters bis zum modernen Unternehmen der dritten Generation hat sich in 80 Jahren vieles verändert. Geblieben ist der Anspruch, mit den Veränderungen Schritt zu halten, möglichst einen Schritt voraus zu sein und den Kunden besten Service zu bieten.
