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Nach InsolvenzMercure-Hotel in Köln schließt

3 min
11.10.2021 Köln.
Hotels in Köln.
Mercure Hotel City Friesenstraße.

Das Mercure-Hotel in der Friesenstraße, rund um die Sartory-Säle, wird nicht mehr weiter betrieben.

Nach dem angekündigten Aus für das Pullman-Hotel hat ein weiteres großes Hotel in der Innenstadt den Betrieb eingestellt.

Bei der Nachricht, dass das Pullman-Hotel an der Helenenstraße, das 47 Jahre als Hofburg für die Kölner Dreigestirne diente, den Betrieb einstellt, ging ein Aufschrei durch die Karnevalsszene. Das Mitgefühl mit den Angestellten war groß.

Inzwischen steht fest: Die Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 2026 ist die letzte im Haus mit den 275 Zimmern, den großen Veranstaltungssälen und den legendären Bars im Erdgeschoss sowie in der zwölften Etage.

Pullman-Hotel: Am 1. Dezember gehen endgültig die Lichter aus

Was der schwedische Investor Pandox mit der Immobilie machen will, ist weiterhin vollkommen unklar. Auf sämtliche Anfragen reagiert der Inhaber, der das Objekt im April 2025 erworben hatte, nicht. Der „Ball Raderdoll“ der Grosse Braunsfelder KG am 11.11. könnte die letzte jecke Veranstaltung für immer sein.

Fast zeitgleich zur angekündigten Pullman-Schließung hat Anfang des Jahres auch die Revo-Hotelgruppe Insolvenz angemeldet. In den folgenden Monaten teilten sich fünf große Investoren das Portfolio des Großkonzerns auf. Das Bundeskartellamt musste einige Übernahmen freigeben.

Interimsgeschäftsführer Gordon Geiser von GT Restructuring aus Berlin zog nun eine Bilanz. „Von den 178 insolventen Hotels in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sind mittlerweile 154 Häuser verkauft. Bei neun Häusern ist die Zukunft noch offen, 15 Hotels wurden zwischenzeitlich geschlossen.“

Mercure City musste wegen „technischer Mängel“ schließen

Eins dieser Gebäude, die keine Zukunft mehr haben, ist das Mercure City in der Friesenstraße. Im Vier-Sterne-Hotel rund um die Sartory-Säle sind bereits die Lichter erloschen. Ein Zettel an der Tür verkündet die Botschaft: „Der Betrieb wurde eingestellt.“ Die 103 Zimmer und die vier Tagungsräume für bis zu 200 Personen können nicht mehr genutzt werden.

„Das Hotel mussten wir wegen technischer Mängel schließen“, sagt Geiser. „Für die Immobilie wird ein Käufer gesucht. Notwendige hohe Investitionen in den Brandschutz machen einen Weiterbetrieb unrentabel.“ Auch das Mercure in der Partymeile und sein Restaurant „Elferrat“ waren bei den Karnevalisten sehr beliebt.

Blick auf das H+-Hotel in Hürth.

Das H+-Hotel in Hürth trägt noch den Schriftzug des bisherigen Betreibers. Inzwischen heißt es allerdings offiziell schon Sunday-Hotel.

Auf jeden Fall fallen zwei Übernachtungsoptionen mitten in der Innenstadt passend zum Sessionsstart weg. Auch das Zwei-Sterne-Haus Centro Hotel Arde (Auf der Ruhr) ist mit seinen 52 Zimmern geschlossen worden.

Weitere Hotels, die von einem der größten Insolvenzverfahren der deutschen Hotelbranche betroffen waren, werden unter neuer Führung und neuem Namen weiterbetrieben. Das Boutique 003 am Dom (An den Dominikanern) wird als Central Hotel weitergeführt.

Sowohl das H+-Hotel in Hürth (Kreuzstraße) als auch das in Brühl (Römerstraße) wurden vom indischen Hotelkonzern Prism übernommen und heißen jetzt Sunday Hotel. Die alten Schriftzüge hängen zwar noch an den Gebäuden, die Buchungssysteme wurden jedoch bereits umgestellt.

Auch in Bonn, Düsseldorf und Wuppertal waren beliebte Häuser von der Insolvenz betroffen. Das H4-Hotel direkt am Stadion von Borussia Mönchengladbach sicherten sich die israelischen „Brown Hotels“. Wie groß der Personalabbau durch die zahlreichen Übernahmen ist, dazu wollten die Insolvenzverwalter keine Angaben machen.