In Oberbergs Südkreis soll ein Mann zwei seiner Töchter sexuell misshandelt haben. Aber auch eine Nichte soll ihm zum Opfer gefallen sein.
25 Fälle angeklagtLandgericht arbeitet Missbrauchsserie in Oberberg auf

Vor dem Bonner Landgericht ist ein 50-Jähriger angeklagt.
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Am 4. September vergangenen Jahres nahm die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen einen 50-Jährigen fest, der soeben mit einer Maschine aus Südamerika gelandet war. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. An diesem Montagvormittag hat nun vor dem Bonner Landgericht ein Strafverfahren gegen den Mann begonnen. Er soll zwei seiner Töchter über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben. Auch eine Nichte soll zu den Opfern gehören.
Die Taten, die am Wohnort der Familie im südlichen Oberbergischen Kreis geschehen sein sollen, begannen laut Anklage bereits im Jahr 2008; das erste Opfer soll damals gerade einmal fünf Jahre alt gewesen sein.
Oberberger soll Mittagsschlaf ausgenutzt haben
Konkret haben die Staatsanwälte 25 Missbrauchstaten zwischen dem Beginn des Jahres 2008 und Ende November 2019 angeklagt. Im Falle der zu Beginn der Tatserie fünfjährigen Tochter soll der Angeklagte den regelmäßigen Mittagsschlaf des Kindes für die Übergriffe ausgenutzt haben. Die Tatserie soll erst mit dem Wechsel des Kindes auf eine weiterführende Schule geendet haben.
Im Fall der anderen Tochter geht die Anklage davon aus, dass der Vater sie bis zum Alter von 14 Jahren missbraucht hat. Laut Anklage soll der Angeklagte das Kind eingeschüchtert haben, damit das Mädchen niemandem etwas davon erzählt.
Der Missbrauch an der Nichte soll sich in den Jahren 2010 oder 2011 zugetragen haben. Das Kind war damals offenbar zu Besuch bei der Familie, die Achtjährige soll mit den Töchtern des Angeklagten zum Spielen verabredet gewesen sein. Laut Anklage trug der Familienvater seine Nichte nachts aus dem Zimmer seiner Töchter, um sexuelle Handlungen an dem Kind vorzunehmen. Das Mädchen soll sich während des Missbrauchs schlafend gestellt haben.
Gleich nach Verlesung der Anklage gab die Anwältin des 50-Jährigen, die Bonner Strafverteidigerin Lena Schruff, an, dass ihr Mandant die Taten vollumfänglich zugibt. Nach Aussage der Nebenklagevertreterin wollen die Opfer dennoch in dem Verfahren aussagen – das wäre nach dem Geständnis wohl nicht mehr zwingend notwendig gewesen. Für den Strafprozess hat die Jugendschutzkammer zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Mit einem Urteil wird frühestens Anfang Juni gerechnet.
