Der 50-Jährige ist auf dem Flughafen in Frankfurt am Main verhaftet worden, als er aus Brasilien einreisen wollte. Der Prozess startet im April.
ProzessStaatsanwaltschaft wirft Mann aus Waldbröl sexuellen Missbrauch in 25 Fällen vor

Wegen sexuellen Missbrauchs in 25 Fällen muss sich ein ehemaliger Waldbröler im April vor dem Bonner Landgericht verantworten. Er war in Frankfurt auf dem Gelände des Flughafens festgenommen worden.
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Noch am Flugzeug hat die Bundespolizei in Frankfurt am Main im vergangenen September einen Waldbröler verhaftet, dem zahlreiche Sexualdelikte vorgeworfen werden. Der 50-Jährige wollte aus São Paulo in Brasilien wieder nach Deutschland einreisen, als die Beamten auf dem Flughafen einen Haftbefehl des Bonner Amtsgerichts vollstreckten.
Ab Montag, 20. April 2026, muss sich der Mann vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts in Bonn verantworten. Nach Angaben von Gerichtssprecher Stephan Schulz, werden ihm 25 offenbar sexuell motivierte Straftaten vorgeworfen, und zwar in den Jahren von 2008 bis 2019. Die Opfer sollen zum familiären Umfeld gehören. „Es gibt in der Anklage keinen Bezug über dieses Umfeld hinaus“, erklärt Schulz auf Anfrage dieser Zeitung.
U-Haft: Der frühere Waldbröler sitzt zurzeit in der Siegburger Justizvollzugsanstalt
Zurzeit sitzt der Angeklagte in der Siegburger Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Vor Beginn des Prozesses, für den derzeit sieben Verhandlungstage geplant sind, werde sich ihr Mandant nicht zu den Vorwürfen äußern, erklärt die Bonner Anwältin Lena Schruff auf Anfrage dieser Zeitung. Sie vertritt den Beschuldigten im Prozess und bestätigt, dass sich die angeklagten Taten auf das familiäre Umfeld beschränken. „Gegebenenfalls wird es eine Einlassung meines Mandanten in der Hauptverhandlung geben.“
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Die Anzeige soll bei der Polizei in Gummersbach erfolgt sein. Auf Nachfrage bestätigt Sebastian Buß, Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, dass bereits seit November 2024 ein Verfahren gegen den Mann bei dieser Behörde anhängig ist und dass darin allein Waldbröl als mutmaßlicher Tatort genannt wird.
In Waldbröl ist das Entsetzen ob der Vorwürfe gegen den heute 50-Jährigen groß
Im Monat zuvor sollen der Mann und seine Ehefrau die Stadt bereits mit unbekanntem Ziel verlassen haben, heißt es zudem aus anderer Quelle. Nach einem Bericht dieser Zeitung lebte das Paar seit 2000 in Oberberg, dort spielte der nun Beschuldigte Fußball in einem Verein. Die Kinder der Familie leben dem Vernehmen nach heute nicht mehr in Waldbröl. Der Aufenthaltsort der Mutter gilt derzeit offenbar als unbekannt.
Bekannte des Beschuldigten aus Waldbröl haben sich an die Redaktion gewandt. Sie berichten, dass sich er und vor allem seine Frau in der Marktstadt ehrenamtlich engagiert haben und auch in der Missionsarbeit, unter anderem in Südamerika, tätig gewesen seien. Man sei zutiefst geschockt, heißt es. Auch diese Zeitung berichtete über die ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Nach Angaben der Frankfurter Direktion der Bundespolizei wurden bei einer späteren Durchsuchung durch Bundesbeamte mehrere USB-Sticks, ein Laptop, ein Smartphone sowie eine DVD gefunden und beschlagnahmt, danach sei die Auswertung erfolgt. Die Ergebnisse sind bisher nicht bekannt.
Zu den Umständen der Verhaftung und wie die schließlich erfolgreichen Fahndungshinweise die Bundespolizei erreicht haben, macht die Behörde auf Anfrage jedoch keine weiteren Angaben.

