Camping, Baumhaus, Tiny House11 besonders schöne und nachhaltige Unterkünfte in der Nähe von Köln

Lesezeit 11 Minuten
Nachhaltig Reisen in Holland: Lodge Uitermeer von naturhaeuschen.de

Nachhaltig Reisen in Holland: Lodge Uitermeervon naturhaeuschen.de

Reisen mit Rücksicht auf Natur und Klima: Das geht vor allem, wenn man nicht weit fährt. Elf tolle Orte in der Nähe von Köln, die man mieten kann.

Reisen mit Rücksicht auf Natur und Klima: Für immer mehr Menschen spielt das eine wichtige Rolle. So gaben 47 Prozent der Deutschen 2022 an, es sei ihnen wichtig, dass ihre Urlaubsreise möglichst ökologisch nachhaltig ist. Und das Angebot an Unterkünften, die diesen Wunsch bedienen, wächst stetig. Wir haben uns rund um Köln nach Orten umgeschaut, an denen umwelt- und ressourcenschonende Erholung gelingen kann. Gefunden haben wir tolle Übernachtungsmöglichkeiten vom Baumhaus, über Tiny Houses bis zum Bauernhof und sogar eine große Hotelkette, die sich ebenfalls diesem Ziel verschrieben hat. Alles ganz nah und zumeist ohne Auto erreichbar.

1. Einfach mal abschalten: Cosy Cabins im belgischen Forest Village

„Deconnect to Reconnect“ – so lautet der Leitspruch des noch jungen Tourismusunternehmens Nutchel. Aus dem Ziel, abzuschalten und zu sich selbst zu finden, ist ein Urlaubspark mitten im Wald entstanden. Auf einem einst verwaisten Areal in den Ardennen, das einmal für Campingtrailer abgeholzt wurde, finden sich heute insgesamt 30 kleine Holzhütten. Die Ausstattung der Tiny Houses besinnt sich auf das Wesentliche: kein WLAN, keine Elektrogeräte, gekocht wird mithilfe eines Gasherdes, eine hölzerne Kühlbox dient als Minikühlschrank, geheizt wird mit einem Holzofen. Zeit für Wellness bieten Hot Tubs, in denen unter freiem Himmel gebadet werden kann. So sollen Natur und Mitmenschen den Fokus bilden, ohne ständige Ablenkung vom Smartphone. Nachhaltig sind vor allem die Hütten: Sie bestehen aus recycelbaren Naturmaterialien, gebaut ohne Fundament, um so wenig wie möglich ins Ökosystem einzugreifen. Außerdem hat Nutchel sich vorgenommen, das zuvor brachliegende Gelände, auf dem die Cabins stehen, wieder aufzuforsten. 15 Prozent jeder Buchung fließen in die Renaturierung. Eine Schwachstelle ist der Strombezug aus dem lokalen Netz. Über die Installation von Solarpaneelen wird dem Unternehmen zufolge derzeit nachgedacht, eine konkrete Planung liegt jedoch noch nicht vor. Einen vergleichbaren Park bietet Nutchel auch im französischen Elsass an.

  • Wo: Nutchel Forest Village Les Ardennes, Rue de Radelange 51, 6630 Martelange, Belgien
  • Wie viele: Geeignete Cabins gibt es für 2, 4 oder 6 Personen. Auch Familien mit Kindern sind willkommen.
  • Kosten: Sweet Hot Tub für 2 Nächte und 2 Personen: ab 238 Euro (119 pro Nacht). Classic for 4 für 2 Nächte und 4 Personen: ab 298 Euro (149 Euro pro Nacht) Anreise mit Bahn und Bus: Von Köln nach Martelange mit dem Zug, von dort sind es circa 18 Minuten zu Fuß ins Village
  • Haustiere: Ja, in den Classic Cabins für 4 und Classic Cabins für 6 gegen eine kleine Gebühr
  • www.nutchel.be

2. Hoch hinaus: Wohnen im Baumhaus

Wohnen im Baumhaus! Was nach Bullerbü-Idylle klingt, wird im Garten von Gastgeber Christian nahe der holländischen Grenze Realität. Anders als die rudimentären Holzbauten aus der Kindheit ist dieses Baumhaus aber mit allerlei Annehmlichkeiten ausgestattet: Es gibt eine Schlafcouch, einen Esstisch, eine kleine Küche mit Kühlschrank und Wasserkocher, eine Heizung und sogar Toilette und Dusche. Auch Frühstück wird auf Anfrage serviert. Platz ist für bis zu vier Personen. Das Baumhaus ist Teil von Hinterland.camp. Bei der Outdoor-Plattform handelt es sich um eine Art Airbnb für Camper und Glamper. Statt auf große Campingplätze geht es mitten in die Natur. Das Wildcampen wird legal, indem Eigentümer von Wald- oder Wiesenflächen ihre Grundstücke auf der Plattform zur Buchung anbieten. Das Angebot reicht mittlerweile von Camping-Abenteuern inmitten wilder Natur über Stellplätze auf dem Bauernhof bis hin zu Tiny Houses.

Alles zum Thema Klimawandel

  • Wo: Nahe Venlo. Die genaue Adresse wird erst nach erfolgter Buchung mitgeteilt, um die Privatsphäre des Gastgebers zu schützen
  • Kosten: 115 Euro pro Nacht mit bis zu 4 Personen
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus: Möglich mit Bus oder Bahn etwa 2 Stunden von Köln aus, anschließend 15 Minuten zu Fuß
  • Haustiere: Hunde sind erlaubt
  • www.hinterland.camp

3. Camping – regional und nachhaltig: Schafbachmühle, Eifel

Wer umweltverträglich campen möchte, versucht von sich aus Müll zu vermeiden und/oder sucht sich einen zertifizierten Eco-Campingplatz aus. Zu den bekannten Siegeln gehört der EU-weite „Ecocamping“. Die Initiative wird von Umweltorganisationen und Campingverbänden getragen und will ökologisches Campen in Europa voranbringen. Für die Zertifizierung müssen Campingplätze nicht weniger als 22 Nachhaltigkeitskriterien wie etwa den Einsatz von Ökostrom, sparsame LED-Beleuchtung oder eine wassersparende WC-Spülung erfüllen. In NRW ist neben dem Kerstgenshof am Niederrhein, ein großer Campingpark mit Streichelzoo und Kinderangeboten, auch der Naturcampingplatz Schafbachmühle in der Eifel mit dem Siegel ausgezeichnet. Die Schafbachmühle liegt mitten im Wald bei Schleiden. Neben 30 Stellplätzen gibt es eine Zeltwiese am Bach sowie Wanderhütten und Wald-Iglus. Geheizt wird dort mit einem Blockheizkraftwerk, wassersparende Duschen sowie Energiesparlampen werden eingesetzt und im Kiosk gibt es nur regionale Produkte. Übrigens ist die ganze Region Nordeifel offiziell als nachhaltiges Reiseziel mit dem Nachhaltigkeitssiegel TourCert ausgezeichnet.

  • Wo: Naturcamping Schafbachmühle, Schafbachmühle 1, 53937 Schleiden
  • Kosten: Camping 7/5,50 Euro (Erw./Ki.), Stellplatz 9 Euro
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus? Ja, Dauer ca. 2-2,5 Std.
  • Haustiere: ja
  • www.schafbachmuehle.de

4. Camping: Strotzbüscher Mühle, Eifel 

Aufgrund seiner einsamen Lage, inmitten der Wälder des Siebenbachtals in der Vulkaneifel, lebten bislang alle Bewohner der Strotzbüscher Mühle recht autark. Dass man hier schon immer von und mit der Natur leben musste, machen sich auch die heutigen Betreiber Hans-Christian Boer und Sonya Belcheva zunutze. Ihr Natur-Campingplatz liegt am Ende eines geschlängelten Waldwegs am Ufer des Üßbachs. Das Trinkwasser kommt aus einer Quelle in der Nähe der Mühle. Das Abwasser läuft durch einen eigenen Klärtank, anschließend in eine Pflanzenkläranlage, die das Wasser säubert und zurück in den Üßbach leitet. Zum Heizen der Gebäude und Erwärmen des Wassers werden Holzblöcke in einem Holzvergaserkessel verbrannt. Zur Stromerzeugung wird hier, wie schon vor 200 Jahren, die Kraft des Wasserfalls genutzt. Ab Mai soll eine Photovoltaikanlage auf den Dächern helfen. Damit keine parkenden Autos neben Zelten stören, gibt es einen extra Parkplatz. „Bei uns ist man nicht auf dem Campingplatz, sondern im Garten von Sonya und Hans“, sagen die Betreiber. Rund 80 Personen haben auf Zeltwiesen und einer Lichtung Platz. In der Mühle gibt es eine Gruppenunterkunft mit 25 Betten. „Sonya kocht auch mit regionalen Produkten, bald auch mit Gemüse aus unserem Garten“, so das Ziel.

  • Wo: Strotzbüscher Mühle 1, 54552 Strotzbüsch
  • Kosten: 43,20 (2 Erw./2 Ki.) Hochsaison 35 pro Pers.
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus? Nein
  • Haustiere: Ja
  • www.xn--strotzbschermhle-pzbg.de/de

5. Landurlaub auf dem Bauernhof: Victorhof in Monschau

Urlaub auf dem Bauernhof ist beileibe keine neue Erfindung, beliebt ist er schon seit ewigen Zeiten. Besonders bei den erholungsbedürftigen Städtern, die ihren Kindern dort endlich zeigen können, dass die Milch nicht aus dem Kühlschrank kommt. Seit über 20 Jahren bietet Familie Victor einen solchen Ort: Ponys, Ziegen, Katzen, Kaninchen, Schafe und 40 Milchkühe freuen sich über Besucher, für die es fünf Ferienwohnungen gibt. Hier werden keine Kälber von ihren Müttern getrennt, sie stehen zusammen auf der Weide. Gemolken werden sie zwar nicht mehr von Hand, aber den Melkroboter können sie nach eigenem Rhythmus aufsuchen. Bewusst versucht die Familie Müll zu vermeiden, in dem ohne Verpackungen eingekauft wird, auch werden ökologisch abbaubare Reinigungsmittel verwendet. Ein Blockheizkraftwerk wärmt die Ferienwohnungen und erzeugt Strom für den Hof. Warmwasser wird durch zwei Solaranlagen erzeugt. Wer mit Bus und Bahn anreisen möchte, kann sich abholen lassen und auf dem Hof dann Fahrräder ausleihen. Der Victorhof wurde mit dem Nachhaltigkeitssiegel „Landgrün“ ausgezeichnet.

  • Wo: Hatzevenn, 52156 Monschau
  • Kosten: ab 359 Euro (Wochenende, 4 Personen), 896 Euro (Woche)
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus? Ja
  • Haustiere: Können nicht mitgebracht werden
  • www.victorhof.de

6. Wildbach Camping, Eifel

Vor zweieinhalb Jahren, mitten in der Corona-Hochzeit, haben Clemens Schmitz und sein Bruder einen Campingplatz in der Eifel übernommen und aus einer Art holländischer Dauercamping-Kleingartensiedlung einen neuen Ort für nachhaltigen Tourismus geschaffen: „Wildbach-Camping“ liegt bei Hellenthal und ist mittlerweile mit zwei Nachhaltigkeitssiegeln ausgezeichnet. „Wir sind Quereinsteiger und bereuen keinen Augenblick, auch wenn es viel Arbeit ist“, sagt Clemens Schmitz. Sie haben viel saniert und umgebaut. Lokale Hecken und Blumen wurden angepflanzt, um Vögel und Insekten anzulocken. Schritt für Schritt rüsten sie die Heiztechnik und Warmwasseraufbereitung für die Duschen auf Wärmepumpe und Scheitholz um. Die Sanitärhäuser sind neu und es wird ausschließlich Ökostrom genutzt. Es gibt große abgeschiedene Zeltplätze für Wohnwagen, Bulli oder Zelt mitten auf einer Waldlichtung oder eine familienfreundliche Wiese an einer alten Scheune mit Spielplatz. Wer mit einer größeren Gruppe unterwegs ist, kann auch die abgelegene „Back2Basic-Wiese“ mieten, die sich für Gäste anbietet, die abends länger am Lagerfeuer sitzen möchten – ohne Strom und Platzbeleuchtung, dafür direkt am Bach. Wer lieber ein festes Dach über dem Kopf hat, kann diverse Holzhütten, Campingfässer oder Bauwagen mieten. Es gibt Fahrräder zum Ausleihen und am 28. April eröffnet ein neues Café mit Terrasse: Dort gibt es dann hausgemachte Kuchen und Quiches.

  • Wo: Platiß 153940 Hellenthal
  • Kosten: ab 18 Euro pro Nacht
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus? Ja
  • Haustiere: Ja
  • www.wildbach-camping.de

Tiny House in Holland

Es gibt mittlerweile einige Buchungsplattformen, die auf nachhaltige Ferienhäuser spezialisiert sind. Eine davon ist „Naturhäuschen“ mit Sitz in den Niederlanden. Für jede Buchung tritt das Unternehmen einen Euro zum Erhalt der lokalen Biodiversität ab. In den letzten zwei Jahren waren das, eigenen Angaben zufolge, rund 300.000 Euro, die unter anderem in Urwaldprojekte in der Eifel geflossen sind. Vom Baumhaus bis zum Floß, vom Landhaus bis zum Tiny House: Bei der Suchfunktion fällt auf, dass neben den üblichen Kategorien auch Nachhaltigkeitskriterien gefiltert werden können. „Öffentliche Verkehrsmittel“, „Grüne Energie“, „Lebensmittel aus dem eigenen Garten“ und mehr. Unser Tipp liegt in Weesp in Nordholland: Auf einem schwimmenden Floß steht diese zeltartige Wanderhütte für bis zu vier Personen. Umgeben vom Naturschutzgebiet Naardermeer und der Vecht bieten sich Kanutouren an, Wandern oder Radfahren. Eine Kombi aus Ökostrom und Solarmodulen sorgt für Elektrizität in der Unterkunft. Aus dem Garten gibt es Obst, Gemüse und Kräuter, der Müll wird getrennt und einen Kilometer entfernt befinden sich öffentliche Verkehrsmittel.

8. Ferien auf Gut Neuwerk in der Eifel 

Es klingt wie ein Traum: Seit Mai 2019 leben Sara und Michael Niedrig mit drei kleinen Kindern, Oma und Opa auf Gut Neuwerk bei Schleiden in der Eifel. Aus der Enge der Stadt (Köln) wollte die junge Familie fliehen und fand sich mit ihrer Vision im abgeschiedenen Paradies wieder. Erst kam Corona, dann die Flut. Inzwischen haben die Niedrigs drei Ferienhäuser für 2-4 Personen mit viel Liebe ökologisch renoviert, mit Hanfdämmung und Lehmputz. Nachhaltigkeit ist ihnen wichtig. Alte Dinge erfinden sich hier überall neu: So fand etwa ein alter Anhänger ein neues Leben als Badezimmertür. Das Wasser auf dem Gutshof stammt aus dem eigenen Brunnen und geheizt wird mit Holz aus dem eigenen Wald. Es gibt Photovoltaik und es wird daran gearbeitet, alte Wassersysteme zur Stromerzeugung zu nutzen. Obst und Gemüse baut die Familie zu großen Teilen selbst an, dabei arbeitet sie nach den Permakulturrichtlinien mit der Natur, erzählt Sara Niedrig. Der Garten musste allerdings nach der Flut komplett neu aufgebaut werden. Aktuell wird ein 6000 Quadratmeter großer See auf dem Gelände mit biologischen Mitteln saniert. In rund zwei bis drei Jahren soll er sich dann zum Badeteich gewandelt haben. Kanu- und Bootfahren kann man jetzt schon. 

  • Wo: Neuwerk 1, 53925 Kall
  • Kosten: Preisliste auf der Website
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus? Ja, bis Kall mit der Bahn, dann mit dem Bus. Der Bahnhof Urft ist 500 Meter entfernt, aber nach der Flut noch nicht in Betrieb.
  • Haustiere: Ja
  • gutneuwerk.de

9. Nachhaltiges Bed & Breakfast: La Petite Roer in Belgien

Das Hohe Venn, eines der letzten Hochmoore Europas an der Grenze zwischen Deutschland und Belgien, bietet eine wunderschöne, urwüchsige Natur zwischen Eifel und Ardennen. Wander- und Naturfreunde sowie Outdoor-Sportler finden nachhaltigen Unterschlupf in dem Bio Bed & Breakfast La Petite Roer in Sourbrodt. Die familiäre Unterkunft von Rogier Pitlo und Elaine Meuldijk ist Green Key-zertifiziert, ein freiwilliges Öko-Label für Tourismusbetriebe, das wiederum GSTC-anerkannt ist. Die Pension befindet sich auf einem ehemaligen Bauernhof und bietet drei Gästezimmer mit eigenem Bad. Das Frühstück besteht aus regionalen und biologischen Zutaten, Eier gibt es von den eigenen Hühnern. Nach Wunsch wird auch Veganes angeboten. Den Strombedarf deckt die Pension größtenteils mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach – zugespeist wird 100-Prozent-Ökostrom. Beim Wasser- und Energieverbrauch wird auf Sparsamkeit und Effizienz geachtet. Auch sonst steht Nachhaltigkeit bei Pitlo und Meuldijk im Vordergrund: Gewaschen und geputzt wird nur mit ökologischen Produkten, der ein Hektar große Garten wächst zu weiten Teilen wild vor sich hin und bietet Insekten und Vögeln wertvollen Lebensraum.

  • Wo: Rue du Coin du Bois 4, 4950 Sourbrodt, Belgien
  • Kosten: Kosten: ab 84 bis 99 Euro, je nach Zimmer
  • Anreise möglich mit Bahn/Bus: Möglich von Köln über Aachen, dann mit dem Bus von Eupen nach Sourbrodt Gare oder Zugfahrt über die Stationen Verviers und Trois Ponts (Abfahrtzeiten: www.letec.be). Es ist auch möglich, mit der Bahn nach Aachen oder Stadtkyll zu fahren und von dort mit dem Rad über die Vennbahn-Radstrecke
  • Haustiere: Nicht erlaubt
  • Website: www.petite-roer.de

10. Zirkuswagen auf der Schafweide  

Auf einer Schafwiese im Windecker Ländchen, steht ein besonders liebevoll umgebauter Zirkuswagen der Familie Bremm. Es ist ein Idyll für 1-2 Erwachsene mitten im Grünen, unter einem Dach aus Zuckerahorn. Aus großen Fenstern reicht der Blick weit über das Siegtal. Ein Ausziehbett, Sessel, Esstisch, Sitzplätze, Küche, Toilette und Dusche bieten Komfort. Zwei Terrassen mit Hängematte und Sitzplatz sind perfekt zum Entschleunigen. Und wer’s braucht, zählt Schäfchen – das funktioniert hier sogar in echt. Denn rund um das Tiny House grasen die genügsamen Tiere von Ulrike, Tilda und Alfred Bremm, die auch noch zur Nachhaltigkeit beitragen: Obst- und Gemüseabfälle sowie andere Essensreste wandern direkt in die Schafmäuler und Hühnerschnäbel. Besonders nachhaltig ist die Unterkunft auch wegen ihrer guten Erreichbarkeit mit der Bahn: 55 Min fährt man mit der S-Bahn von Köln bis zum Bahnhof Dattenfeld, 650 Meter entfernt befindet sich der Schäferwagen. Das Windecker Ländchen bietet sich für Radtouren, Wanderungen, Kanufahren und vielen anderen naturverbundenen Aktivitäten an. Bei Bedarf können auch zwei Trekking-Räder ausgeliehen werden. Gegen eine Gebühr von 20 Euro/Tag gibt es ein E-Bike.

11. Nachhaltig im Hotel: Motel One und Accor

Einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Thema Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche haben große Hotelketten, die sich einer umwelt- und sozialverträglichen Wirtschaftsweise verschreiben. Stark an Beliebtheit gewonnen hat die Budget-Design-Hotelgruppe Motel One. Im Rahmen ihres „One Planet. One Future“-Programms setzt die Kette an mehr als 80 Standorten viele Maßnahmen um. Dazu zählen der Einsatz von 100 Prozent Ökostrom und andere Energiesparmaßnahmen. Das Frühstücksbuffet besteht im Wesentlichen aus biologisch angebauten Produkten und bietet eine wachsende Auswahl an vegetarischen und veganen Alternativen. Hinzu kommen Nachhaltigkeitsbemühungen im sozialen Bereich. Das Hotel orientiert sich dabei an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen. Deutlich wird das zum Beispiel im Motel One in Bonn: Eine Tafel mit den Nachhaltigkeitszielen prangt an der Wand. Auch Accor ist seit seiner Gründung im Jahr 1967 Vorreiter bei der Entwicklung nachhaltiger Reiseerlebnisse. Zu der Gruppe gehören unter anderem bekannte Ketten wie Novotel oder Mercure, sowie die 25hours Hotels und die Öko-Hotelkette Greet. Gemeinsam bemühen sich die Unternehmen, den Energie- und Wasserverbrauch zu senken. Auch der Übergang zu CO2-neutralen Gebäuden und die Förderung nachhaltiger Lebensmittel, kombiniert mit einer Reduzierung der Lebensmittelabfälle, stehen im Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategie. Zahlreiche Accor-Hotels kooperieren zum Beispiel mit der Lebensmittelrettungs-App „Too Good to Go“. Die Gruppe hat sich bei der UN-Klimakonferenz 2021 einem Netto-Null-Emissions-Ziel bis 2050 verschrieben und ist Teil der Sustainable Hospitality Alliance, einer globalen Organisation, die Gastronomie und Hotellerie zusammenbringt, um die Branche insgesamt nachhaltiger zu gestalten.

KStA abonnieren