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Die schönsten Gärten11 Schlossparks in NRW zum Träumen und Flanieren

12 min
Der Schlossgarten von Schloss Dyck.

In Schlossgärten gibt es viel zu entdecken (Bild: Schloss Dyck) 

Blühende Gärten, prächtige Schlossparks und viel Geschichte: Diese Ausflugsziele in NRW laden im Frühling zum Entdecken und Verweilen ein.

Ob blühende Rosengärten, schattige Lindenalleen oder plätschernde Bachläufe – die Schlösser und ihre Parks rund um Köln laden im Frühling zu Spaziergängen ein. Nicht nur Schlossliebhaber und Nostalgiker kommen hier auf ihre Kosten: Die historischen Gartenanlagen erzählen spannende Geschichten, und die kunstvoll gestalteten Landschaften renommierter Gartenarchitekten sind noch immer ein Erlebnis.

Schlossgärten NRW: Spazieren in den schönsten Parks

Für Kinder gibt es Labyrinth-Spielplätze und kindgerechte Führungen, während Kulturinteressierte in den Museen mancher Schlösser mehr über Geschichte und Kunst erfahren können. Doch im Mittelpunkt steht immer die vom Menschen geformte Natur, die zu ruhigen Spaziergängen und kleinen Entdeckungen verführt. Vor einem Besuch lohnt es sich, die aktuellen Öffnungszeiten von Museen, Schlössern und Führungen zu prüfen, damit der Ausflug rundum gelingt.

Mehr Informationen zu aktuellen Eintrittspreisen oder den Kosten für Führungen finden Sie in der Regel auf den Webseiten der einzelnen Schlösser heraus.

Wir haben eine Auswahl schöner Schlossgärten in NRW für Sie zusammengestellt.

1. Schloss Dyck: Gartenkunst am Niederrhein

Schlosspark Dyck mit Brücke.

Schlosspark Dyck mit Brücke und Gewässer. (Archivbild)

Eines der bedeutendsten Wasserschlösser im Land liegt inmitten eines englischen Landschaftsgartens und verteilt sich mit seinen Vorburgen und -höfen auf vier Inseln im Kelzenberger Bach. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Schloss im Besitz der fürstlichen Familie Salm-Reifferscheidt-Dyck. Die Fürsten ersetzten um 1794 den Barockgarten durch den heutigen Schlosspark nach englischen Vorbildern.

Zahlreiche namhafte Landschaftsarchitekten und Gartenkünstler wirkten an der Gestaltung des Parks mit, darunter Thomas Blaikie und Peter Joseph Lenné.

Hochseilgarten und Labyrinth–Spielplatz für Kinder

Seit 1999 ist Schloss Dyck das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur mit internationaler Ausrichtung. Die Anlage beherbergt Themen- und Mustergärten, aber auch Alleen, Waldwege und Wiesen mit altem Baumstand. Eindrucksvoll sind die Staudengärten mit Azaleen und Rhododendren, die Pflanzbeete, die vielfältigen Gehölze und besonders die blühenden Wiesen im Sommer.

Die Parkanlage des Schloss Dyck gehört zu den ältesten und artenreichsten in Deutschland. Im Schlosspark finden sich außerdem noch ein Wasserspielplatz und ein Labyrinth-Spielplatz für Kinder.

Stiftung Schloss Dyck, Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur Schloss Dyck, 41363 Jüchen, Schloss Dyck auf Google Maps anzeigen | www.stiftung-schloss-dyck.de | Eintritt: Ja


2. Schloss Türnich: Barock mit uralten Buchsbäumen

Schloss Türnich bezaubert auch durch einen wunderschönen Schlosspark.

Romantische Kulisse: Schloss Türnich bezaubert auch durch einen wunderschönen Schlosspark.

Das sehr gut erhaltene Barock-Schloss im Rheinland liegt mit Obstpark und Nebengebäuden in einem 15 Hektar großen Waldpark. Der Schlossinsel gegenüber – mit Herrenhaus, Kapelle und offenem Geviert der Vorburg – befindet sich der Landschaftspark. Er wurde 1873 angelegt, unter Einbeziehung von älteren Pflanzungen eines ersten kleineren Landschaftsparks aus den 1790er Jahren und des Französischen Gartens, der aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt.

Die vorbeifließende Erft speist zwei kommunizierende Wassergräben, den Innen- und Außenweiher. Im Kontext mit Obstpark, Wald und Gewässern ist ein umfangreiches Biotop mit großer Artenvielfalt entstanden, wie Besucherinnen und Besucher bei den regelmäßigen Parkführungen erfahren. Wann die Führungen stattfinden, entnehmen Sie bitte dem aktuellen Veranstaltungskalender.

Älteste Buchsbäume schon rund 350 Jahre alt

Bemerkenswert sind die 300 Meter lange Lindenallee mit ihren 111 Bäumen. Die Buchshecken im Französischen Garten, die an ein barockes Labyrinth erinnern. Die ältesten Buchsbäume dort sind schon rund 350 Jahre alt. Auf Freiflächen neben dem Lustwandel-Bereich wird Gemüse und Beerenobst angebaut. Es gibt eine kleine Baumschule, in der Pflanzen für den Schlosspark gezogen werden.

Schloss Türnich Betriebsgesellschaft mbH, Schloss Türnich 1, 50169 Kerpen, Schloss Türnich auf Google Maps anzeigen | www.schloss-tuernich.de


3. Schlösser Brühl: Welterbe und französische Gartenkunst

Schlosspark Augustusburg in Brühl.

Schlosspark Augustusburg in Brühl.

Der Park von Schloss Augustusburg in Brühl gehört zum Gesamtensemble der Unesco-Welterbestätte. Gartenkünstler Dominique Girard, der seine Ausbildung in Versailles erhalten hatte, entwarf ab 1728 das Brühler Gartenparterre und fasste hier seine Ideen von französischer Gartenkunst zusammen – mit Fontänen und Spiegelweiher.

Wie Stickerei (frz. Broderie) wirken die filigranen Buchs-Ornamente der Zierbeete mit ihren Blumenrabatten. Lindenalleen leiten über zu Heckenquartieren, die ihrerseits mit Rundsälen, Brunnen und kleinen Salons gestaltet sind und schon im 18. Jahrhundert intime Ausflugsziele waren.

Brühler Park als englischer Landschaftsgarten

Ab 1842 gestaltete Peter Joseph Lenné für Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Brühler Park als englischen Landschaftsgarten, dessen Elemente heute noch den Waldbereich bestimmen – ein Wechsel von Baumpartien und Wiesenflächen.

Geschwungene Wege und kleine Bachläufe führen zu den Wasserflächen der beiden Inselweiher. Als technische Sensation der Zeit bezog Lenné auch die Bahnstrecke der Linie Köln-Bonn in die Gartengestaltung mit ein und führte sie über eine reich verzierte Eisenbrücke direkt durch den Inselweiher.

Schlösser Brühl, Max-Ernst-Allee, 50321 Brühl, Schlösser Brühl auf Google Maps anzeigen | www.schlossbruehl.de


4. Schloss Benrath: Lustschloss mit Jagdpark von 1775

Schloss Benrath von oben, Foto von Düsseldorf Tourismus.

Schloss Benrath von oben. (Archivbild)

Lustschloss und Jagdpark mit Weihern und Kanälen im Düsseldorfer Süden gelten als architektonisches Gesamtkunstwerk  – Besucher finden alles noch so vor, wie es im Jahr 1775 im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz von Baumeister Nicolas de Pigage gebaut wurde.

Bei der Planung des Schlosses mit seinen großzügigen Gärten und Alleen wurde jedem Raum im Inneren des Schlosses ein Gartenraum in der Außenanlage zugeordnet. So bezieht sich der Englische Garten mit seltenen nordamerikanischen Gehölzen auf den Privatraum des Kurfürsten; der französische Garten mit Wasserspielen und Blumenrabatten spiegelt die Räume der Kurfürstin wider. Elisabeths Garten, ein Küchengarten mit alten Sorten von Gemüse, Kräutern und Obst versorgte damals die Schlossküche mit Zutaten und kann heute besichtigt werden.

Lebensraum für mehr als 80 Vogelarten

Ein ausgedehnter Waldpark führt fast bis zu den Ufern des nahe gelegenen Rheins. Das Wegenetz aus Alleen ist streng geometrisch angelegt, alle Wege treffen sich sternförmig im Rondell einer großen Rasenfläche. Von 61 Hektar Parkfläche stehen 45 Hektar unter Naturschutz. Dort leben mehr als 80 Vogel- und mehr als 300 Käferarten.

Stiftung Schloss und Park Benrath, Benrather Schloßallee 100-106
40597 Düsseldorf,
Schloss Benrath auf Google Maps anzeigen | www.schloss-benrath.de


5. Schloss Homburg: Schatz im Bergischen Land

Romantisch liegt Schloss Homburg im Oberbergischen Kreis.

Romantisch liegt Schloss Homburg im Oberbergischen Kreis.

Ein Wahrzeichen im Oberbergischen mitten im Grünen: Das auf einer waldigen Anhöhe bei Nümbrecht gelegene Schloss, wurde vermutlich im 13. Jahrhundert von den Grafen von Sayn als Höhenburg erbaut. Archäologische Funde weisen sogar darauf hin, dass sich bereits im 11. Jahrhundert ein Rundturm auf dem damaligen Burgfried befand.

Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt die frühmittelalterliche Burganlage schließlich den Stil des Barockschlosses, der ihren heutigen Charme ausmacht. Das restaurierte Schloss beherbergt ein Museum mit kulturgeschichtlichen und naturkundlichen Ausstellungen.

Heilklimatischer Kurort

Vor dem Landschaftshaus wurde ein Rasenlabyrinth angelegt, das neue Akzente im Barockgarten setzt. Wer hier spazieren geht, tut obendrein etwas für die Gesundheit, denn Nümbrecht ist ein heilklimatischer Kurort mit bestem Mittelgebirgsklima.

Ein Erlebnispfad beginnt am Schloss und führt durch Homburg-Bröl und Huppichteroth, vorbei an Holsteins Mühle und den Dicken Steinen und zurück zum Schloss Homburg. An der Strecke sind neun Stationen aufgebaut, an welchen den Wanderern die Natur rund um Schloss Homburg und die Brölauen nahegebracht wird.

Hinweis: der Park und die Außenbereiche von Schloss Homburg sind weiterhin zugänglich, auch wenn das Schloss selbst wegen aktueller Renovierungs‑ und Ausstellungsarbeiten teilweise geschlossen ist (Stand Februar 2026).

Museum Schloss Homburg, Schloss Homburg 1, 51588 Nümbrecht, Schloss Homburg auf Google Maps anzeigen | www.schloss-homburg.de


6. Schloss Moyland: Kräuterexperten mit Bandbreite

Schloss Moyland ist eine Wasserburg.

Schloss Moyland in Bedburg-Hau.

Früher mittelalterliche Wasserburg, erhielt das Schloss am Niederrhein sein heutiges Aussehen im 19. Jahrhundert durch den Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, der es im neugotischen Stil umbaute. Erst die heutige Stiftung ließ die Gartenanlage ringsum nach historisch überliefertem Zustand wiederherstellen.

Zwischen den barocken Alleen und Gräben stoßen Besucher auch auf einen Skulpturenpark und einen Kräutergarten. Er enthält eine große Vielfalt an Kräutern, darunter Heil- und Arzneipflanzen, Küchenkräuter, exotische Kräuter und solche, die schon in der Antike angepflanzt wurden sowie Giftpflanzen.

Führungen und Museum im Schloss Moyland

Bei den öffentlichen Führungen unter freiem Himmel, die regelmäßig stattfinden, stehen die 700-jährige Schlossgeschichte und die Entwicklung der Gartenanlage bis zu ihrem heutigen Zustand auf dem Programm. Das Schloss ist Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und internationales Joseph Beuys-Forschungszentrum.

Stiftung Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4, 47551 Bedburg-Hau, Schloss Moyland auf Google Maps anzeigen | www.moyland.de


7. Schlosspark Heltorf: Der englische Forst

Schlosspark Heltorf in Düsseldorf.

Schloss Heltorf in Düsseldorf.

Der Park um Schloss Heltorf ist einer der schönsten niederrheinischen Waldparks im englischen Landschaftsstil und liegt im Düsseldorfer Stadtteil Angermund. Das Wasserschloss Heltorf ist von rotbuchenreichen Wäldern umgeben und der Schlossweiher wird vom Angerbach gespeist. Das Schloss selbst ist privat und nicht öffentlich zugänglich, der Park aber in den wärmeren Monaten schon.

Schloss Heltorf: 700 verschiedene Baumarten

Seine Ursprünge hat der Schlosspark Heltorf im Jahr 1796. Der französische Mönch Abbé Biarelle überzeugte Carl-Wilhelm Graf von Spee (1759-1810) einen Park im englischen Landschaftsstiel zu errichten. 1799 ließ der Graf den ersten Tulpenbaum pflanzen, welcher noch heute im Park zu finden ist. Für die Planung des Parks wurde der renommierte Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe beauftragt.

Heute gibt es auf dem rund 54 Hektar großen Gelände zwölf Kilometer Wege,mehrere Teiche und Weiher.  Besonders bekannt ist der Schlosspark für seine vielfältige Flora mit rund 700 Baum‑ und Pflanzenarten, darunter eine der zweitältesten Rhododendron‑Sammlungen Deutschlands, die im Frühjahr spektakulär blüht.

Hinweis: Der Park öffnet 2026 voraussichtlicht im April, da er aufgrund von Pflegearbeiten im Winter geschlossen war.

Gräflich von Spee´sche Forstbetriebe, Heltorfer Schlossallee 100
40489 Düsseldorf,
Schlosspark Heltorf auf Google Maps anzeigen | forst-graf-spee.de/schlosspark-heltorf


8. Schloss Corvey: Weltkulturerbe in Westfalen

Schloss Corvey in Höxter.

Schloss Corvey in Höxter gehört zum Unesco-Kulturerbe. (Archivbild)

Das ehemalige Benediktinerkloster Corvey war im Mittelalter eines der einflussreichsten und bedeutendsten Klöster Europas. Einmalig ist: Ihr sogenanntes Westwerk ist das einzige erhaltene karolingische Westwerk überhaupt. 2014 verlieh die Unesco dem früheren Kloster und der gleichnamigen untergegangenen Klosterstadt den begehrten Unesco-Titel.

Corvey hat das einzige erhaltene karolingische Westwerk

Mittelalterliche Gärten sind für das Kloster in Corvey nicht überliefert. Vermutlich waren es aber verschiedene Nutzgärten zum Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern. Zur 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen die Fürstäbte einen etwa 6,5 Hektar großen Lustgarten anlegen. Der barocke Garten entstand als nördliche Erweiterung der mittelalterlichen Klosteranlage.

Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts sind immer wieder Eingriffe und Veränderungen im Schlossgarten vorgenommen worden. In Corvey stehen besonders die prächtigen Gebäude und die barocke Kirche im Mittelpunkt. Die Gärten wurden unterteilt in einen Privatteil und einen öffentlichen Teil. Der Schlosspark umfasst unter anderem den Remtergarten, der im Rahmen der Landesgartenschau 2023 neu hergerichtet wurde und mit Stauden, Rosen, Heilkräutern und saisonalen Blüten ein lohnendes Ziel für Spaziergänge und Naturbeobachtungen ist. Im Parkbereich gibt es ein Gartencafé, das saisonal geöffnet ist und Besucher zum Verweilen einlädt.

Kulturkreis Höxter-Corvey GmbH, Corvey 2, 37671 Höxter, Schloss Corvey auf Google Maps anzeigen | www.schloss-corvey.de


9. Sparrenburg: Fledermaus-Paradies

Sparrenburg bei Bielefeld.

Naturnahe Gärten findet man auf der Sparrenburg bei Bielefeld.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Sparrenburg bei Bielefeld im Jahr 1256. Im Jahr 1879 erwarb die Stadt Bielefeld die Burganlage vom preußischen Staat. Mit Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2006 sorgte die mächtige Festungsanlage in regelmäßigen Abständen für archäologische Überraschungen: Zum Vorschein kam unter anderem die original historische Oberfläche des Kiekstattrondells aus dem 16. Jahrhundert. Die Gefechtsplattform besteht aus Sandsteinplatten, die in elf konzentrischen Ringen gelegt sind.

Für Wanderer ist die Sparrenburg interessant, denn einer der schönsten Höhenwanderwege Deutschlands, der Hermannsweg, führt direkt an ihr vorbei. Auch toll ist ein Streifzug durch den oberirdischen Teil der Burganlage, der kostenlos zu besuchen ist.

Fledermäuse

Die Sparrenburg ist auch aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll. Nirgendwo sonst in NRW beziehen so viele unterschiedliche Fledermausarten ihr Winterquartier. Etwa 15 Arten – vom Großen Abendsegler bis zur Kleinen Bartfledermaus – wurden hier verzeichnet. Zu ihrem Schutz gibt es im Winter dorthin keine Besucherführungen. Seit 2000 sind die Sparrenburg und die umliegenden Grünanlagen ein geschütztes FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat). Es gibt Natur‑ und Bildungsangebote zur Fledermausbeobachtung am Abend. Kontakt: Herr Bernd Meier-Lammering Telefon: 0521 / 2 70 20 69, E-Mail: bernd.meier-lammering@bund.net.

Baustellen im Umfeld können die Zufahrt bzw. Parkmöglichkeiten zeitweise beeinträchtigen, eine Anreise mit Bus und Bahn ist empfehlenswert.

Sparrenburg, Am Sparrenberg, 33602 Bielefeld, Sparrenburg auf Google Maps ansehen | www.bielefeld.jetzt/sparrenburg


10. Schloss Wickrath: Treffpunkt für Pferdebegeisterte

Die Brücke mit den Pferdeköpfen auf dem Weg in den Wickrather Schlosspark. (Archivbild)

Die Brücke mit den Pferdeköpfen auf dem Weg in den Wickrather Schlosspark. (Archivbild)

Schloss Wickrath ist eine barocke Wasserschlossanlage an der Niers. Der rund 19 Hektar große Schlosspark ist im vorderen Bereich barock gestaltet und öffnet sich nach hinten in einen englischen Landschaftsgarten. Die Anlage ist in Form einer fünfeckigen Grafenkrone geformt – eine Besonderheit mit unverwechselbarem Charakter.

Der Park mit See, kleinen Bächen und altem Baumbestand lädt zu ausgedehnten, barrierefreien Spaziergängen ein. Der Eintritt ist kostenfrei. Auf der Runde kann man auch Vogelarten wie Eisvögel, Reiher, Gänse oder Enten antreffen, die im Frühjahr mit ihren Küken auf den Gewässern schwimmen. Zahlreiche Sitz- und Schattenplätze bieten Gelegenheit zum Verweilen, während ein Spielplatz auch Familien anspricht. Die Anlage ist Teil der „Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas“. Das Schloss selbst kann nicht besichtigt werden, ein Restaurant bietet aber Kaffee, Kuchen und auch richtige Mahlzeiten.

Pferdezentrum Schloss Wickrath

Errichtet wurde die Anlage im 18. Jahrhundert im Auftrag des Reichsgrafen Wilhelm Otto Friedrich von Quadt. Das ursprüngliche Hochschloss wurde später abgetragen; an seiner Stelle entstand das heutige Landstallmeisterhaus, während die Vorburg erhalten blieb. Seit 1985 stehen Ensemble und Park unter Denkmal-, teilweise auch unter Naturschutz.

Im Vorfeld der Landesgartenschau 2002 wurden Vorburg, Brücken und Park umfassend saniert. Pferdefreunde finden hier ebenfalls ein Zentrum: Mit dem Umzug des Rheinischen Pferdestammbuchs entstand das Pferdezentrum Schloss Wickrath, der Ostflügel dient als Pferdestall. Turnierplatz, Reitstall und Veranstaltungshalle machen das Areal an vielen Wochenenden zum Treffpunkt für Pferdesportbegeisterte. 

Schloss Wickrath, Schloss Wickrath 17, 41189 Mönchengladbach, auf Google Maps anzeigen | www.moenchengladbach.de


11. Schloss Nordkirchen: Das Versailles von NRW

Schloss Nordkirchen ist das größte der 200 Schlösser Westfalens.

Bekannt als „Westfälisches Versailles“: Schloss Nordkirchen ist das größte der 200 Schlösser Westfalens.

Der Beiname „westfälisches Versailles“ klingt etwas euphorisch, ist aber nicht unberechtigt, denn die Aufteilung der einzelnen Gebäude und ihre Zuordnung entspricht der damals in Frankreich üblichen Schlossbauweise. Keine Autostunde von Münster und Dortmund entfernt liegt abseits der Autobahn Köln – Bremen inmitten einer Parklandschaft dieses schönste und größte der zweihundert Schlösser Westfalens.

Erbaut haben das Barockschloss zu Beginn des 18. Jahrhunderts weitgehend dieselben Architekten, Bildhauer und Kunsthandwerker, die auch für den Kurfürsten Clemens August an den rheinischen Schlössern in Brühl und Bonn tätig waren. Ein Spaziergang durch die Parklandschaft ist ein Muss, es gibt aber auch ganzjährig Führungen durch den Garten und/oder die Schlossanlage. Audioguide‑Touren werden abenfalls angeboten.

„Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“

Der Schlossgarten gehört zu den schönsten Gartenanlagen Europas. Zahlreiche namhafte Gartenkünstler haben seit dem Bau des Schlosses im 18. Jahrhundert mitgewirkt. Der Schlossgarten fasziniert besonders durch die Rasen- und Broderieparterres, durch Formgehölze und viele Skulpturen, aber auch durch wunderschöne Alleen und Achsen. Das Schloss Nordkirchen wurde mit seinem Schlosspark von der Unesco als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ für schutzwürdig erklärt. Das Schloss diente auch schon als Filmkulisse. 

Seit dem 18. Juni 2024 werden Sanierungsarbeiten am Dach des Schlosses Nordkirchen durchgeführt, daher ist die Fassade im Bereich des Mittelbaus und der Schlosskapelle eingerüstet. Diese Arbeiten dauern im Moment an.

Schloss Nordkirchen, Schloßstraße 1, 59394 Nordkirchen, auf Google Maps anzeigen | www.schloss-nordkirchen.de

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