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Crime CologneWarum der Krimi so erfolgreich ist

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Mordserfolg für Mordgeschichten: Der Krimiboom in Deutschland ist auch im Jahr 2014 ungebrochen. Ob Kuschel-Krimi oder knallharter Spionage-Thriller, ob schlichte Horrorstory oder mörderischer Historienschinken – nichts verkauft sich hierzulande so gut wie „Spannungsliteratur“. Krimis im weitesten Sinne machten „relativ konstant einen Umsatzanteil zwischen einem Viertel und einem Drittel des Belletristik-Umsatzes aus“, meldet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. So waren 2013 mehr als 17 000 „Spannungstitel“ in klassischer Buchform auf dem Markt. Rund 13 500 Titel waren zudem als E-Book lieferbar.

Jährlich kommen zwischen 2200 und 2800 (gedruckte) Neuerscheinungen hinzu, die meisten von ihnen klassische Krimis und Thriller. Am wenigsten gefragt: Horrorkrimis und historische Kriminalromane. Im E-Book-Bereich waren es 2013 sogar knapp 4000 neue Titel – Tendenz steigend. Megaseller wie „Das Alphabethaus“ des dänischen Krimiautors Jussi Adler Olsen erreichen innerhalb eines Jahres locker Verkaufszahlen von einer halben Million Exemplaren. Der lange erwartete Thriller „Inferno“ des Amerikaners Dan Brown verkaufte sich 2013 bereits innerhalb der ersten beiden Tage rund 150 000 Mal.

Und auch deutsche Autoren, die lange ein Schattendasein in der internationalen Krimiszene spielten, heimsen inzwischen beachtliche Verkaufserfolge ein. 300 000 Mal wanderte „Böser Wolf“ von Nele Neuhaus 2012 über die Ladentische. „Im Tal des Fuchses“ von Charlotte Link brachte es im gleichen Jahr auf immerhin 270 000 verkaufte Exemplare. Spitzenreiter unter Deutschlands Krimiautoren dürfte das bayerische Erfolgsduo Volker Klüpfel und Michael Kobr sein. Die ultraschräge Kommissar-Kluftinger-Reihe der Studienfreunde hat inzwischen die Fünf-Millionen-Marke geknackt.

Vor allem Regio-Krimis erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei deutschen Lesern. „Die Menschen lieben es, ein spannendes Geschehen in ihrer unmittelbaren Umgebung verortet zu sehen“, erklärt Elke Pistor, Autorin zahlreicher Eifelkrimis und Sprecherin der Krimivereinigung „Das Syndikat“, das Phänomen. Auch humorvolle Krimis wie die Kluftinger-Reihe oder die schnoddrigen Hamburg-Krimis von Simone Buchholz liegen zunehmend im Trend. Ein Grund für die ungebrochene Erfolgsstory des Kriminalromans liege gerade in der Vielseitigkeit des Genres, heißt es dazu beim Deutschen Börsenblatt: „Das Spektrum reicht vom spannungsgeladenen Thriller über die tiefenpsychologische gesellschaftliche Studie bis hin zum hochliterarischen Roman.“

Inzwischen unken Branchenkenner, der Kriminalroman könne irgendwann an seinem eigenen Erfolg zugrunde gehen. „Alles Goldgräber“, raunzt beispielsweise der schwedische Krimiautor Åke Edwardson, wenn man ihn auf die wachsende Zahl von „Kollegen“ anspricht. Es sei „inzwischen leider viel Mist“ auf dem Markt, sagt auch Elke Pistor. „Plötzlich wollte sich jeder an die Schwedenwelle dranhängen.“ Dennoch sieht sie die Zukunft des Genres optimistisch. „Der Markt wird sich konzentrieren, und vor allem der deutschsprachige Krimi wird mehr in das Bewusstsein der Leser rücken.“ Verdient hätte er es.