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Der Garten im JuniWenn Klatschmohn leuchtet und Wildrosen duften

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Der Mohn leuchtet im ganzen Garten.

Der Garten verändert sich in diesen Wochen rasend schnell. Die großen Rhabarberblätter, die eben noch dominiert haben, sind neben einem Meer aus Iris-Blüten verschwunden. Inzwischen beginnen diese auch schon zu welken. Die Frauenmäntel haben ihre Größe fast verdoppelt und hellgrüne Blüten angesetzt.

Einiges geht mir zu schnell. Die dunklen, fast auberginefarbenen Strauchpäonien haben ihre Blütenblätter binnen kürzester Zeit verloren und jetzt grüne, markante Samenstände. Die Kornblumen sehen nicht mehr schön aus, auch der Beinwell ist mehr oder weniger verblüht. Die gelbe Junkerlilie hat grüne, erbsenähnliche Samen bekommen, die Küchenschelle puschelige runde Köpfe.

Farbe im Garten

Für Farbe sorgen jetzt der knallorangene Klatschmohn, der blaue Ehrenpreis, die Margeriten und die Storchschnabelpflanzen, die überall in verschiedenen Blau- und Violetttönen blühen. Auch die Rote Spornblume habe ich im Beet gefunden, die mir bisher vor allem in englischen Gärten aufgefallen war.

Jetzt ist die Zeit der Rosen. Am stärksten duften die schlichten Kartoffelrosen, am meisten überrascht haben mich die gerüschten, aromatischen riechenden Knospen der Moosrose, die ich kaum beachtet hatte. Vermutlich handelt es sich um die seit dem 17. Jahrhundert bekannte Rosa centifolia muscosa. In ihrer Nähe steht eine Rose de Resht, eine Wildrosenhybride mit vielen gefüllten pinkfarbenen Blüten. Die Apothekerrose, die ich aus meinem alten Garten mitgebracht habe, schwächelt etwas, die beiden Wildrosen, die ich ebenfalls umgesiedelt habe, scheinen sich dagegen wohl zu fühlen. Auf gut Glück habe ich sie im Januar eingepflanzt, ich kannte den Garten noch nicht und konnte kaum ahnen, wo ich sie da hinsetze. Die Hecht-Rose (Rosa glauca) ist jedenfalls gut angegangen und blüht. Die beiden kräftigsten Rosen sind zwei Pflanzen mit vielen kleinen weißen Blüten, möglicherweise die Sorte „Bobbie James“.

Jäten und Brühe kochen

An vielen Stellen wachsen wilde Karden, die ich stehen lasse. Regenwasser sammelt sich in den Vertiefungen, wo ihre Blätter am Stiel sitzen. Gräser jäte ich aus den Staudenbeeten, auch Sauerampfer und den Schachtelhalm. An einem Tag habe ich fast alle grünen Triebe abgeerntet, um Ackerschachtelhalmbrühe herzustellen. Fast ein Kilo kam zusammen, das ich auf zehn Liter Wasser angesetzt habe. Nach einem Tag musste das Gemisch aufgekocht und 20 Minuten sieden gelassen werden – dazu waren zwei große Kochtöpfe nötig. Ergebnis ist eine gelbliche Brühe, die Pflanzen gegen Pilze wie Mehltau stärken soll. Ich habe die Zucchini und Kürbisse damit eingesprüht.

Das Gemüsebeet sieht ganz gut aus, auch wenn Möhren, Dill und Melde nicht angegangen sind. Dort habe ich Rauke eingesät. Die Radieschen sind bereits geerntet, auch die Erbsen und Bohnen wachsen gut. Den Salat haben die Schnecken – dank Schneckenzaun – bisher in Ruhe gelassen. Die Johannisbeeren werden rot, die Vögel interessieren sich bereits sehr dafür. Höchste Zeit, sie mit Netzen zu schützen. Einige Sträucher brechen fast auseinander, sie muss ich stützen und nach der Ernte beschneiden.