„Der Herbst ist eine sehr gute Jahreszeit zum Pflanzen“, sagt Baumschulinhaber Oliver Fink. Wer jetzt seine Stauden und Gehölze in die Erde bringt, verschafft ihnen für das kommende Jahr einen Vorteil. „Die Erde ist noch warm, die Pflanzen wachsen gut an. Im nächsten Jahr können sie dann direkt mit dem Wachstum beginnen und haben keinen Stress. Pflanzen, die etwa im April gepflanzt werden, müssen vielleicht mit der ersten Trockenheitsperiode zurechtkommen.“ In den Boden können ab jetzt alle Gehölze und Stauden mit Ausnahme derer, die kälteempfindlich sind – zum Beispiel Lavendel oder Rosmarin. Eile ist nicht geboten: „Sie können im Herbst und Winter immer pflanzen, so lange der Boden nicht durchgefroren ist“, sagt Fink. Ein kurzer Nachtfrost schadet nicht.
Befallenes muss raus
„Denken Sie jetzt schon an das Frühjahr“, sagt Fink. Wer im Herbst die Blumenzwiebeln setzt, anstatt im kommenden Jahr vorgetriebene Narzissen und Tulpen zu kaufen, spart eine Menge Geld.
Vor dem Winter sollten kranke Pflanzen und Pflanzenteile entfernt werden. „Was befallen ist, muss raus aus dem Garten“, sagt Pflanzenschutzexperte Ralf Jung. Haben Phlox, Rosen oder Apfelbäume weißlichen Belag, kann das auf Mehltau hinweisen. „Abschneiden und in die Biotonne – nicht auf den Kompost geben“, sagt Jung. Pflaumen und Äpfel faulen bei feuchtem Wetter. Weiße Pünktchen in Ringform weisen auf die Monilia-Fruchtfäule hin, die durch einen Pilz verursacht wird. Befallenes Obst sollte gepflückt und über die Biotonne entsorgt werden. Bekommt Rasen rote Spitzen, was nach längeren Trockenperioden auftreten kann, ist ebenfalls ein Pilz schuld. „Sonst breitet sich der Befall aus.“ Empfindliche Pflanzen wie Oleander, die den Sommer über im Freien gestanden haben, sollten auf Schädlinge überprüft werden, ehe sie ins Winterquartier kommen – gerade Spinnmilben haben sich laut Jung in diesem Jahr ausgebreitet. Bei Befall gegebenenfalls mit einem Biomittel spritzen, rät der Experte. „Am besten entfernen Sie diese Stellen, füllen den Rasen mit Erde auf, säen neu ein und düngen die Stelle“, rät Jung.
Dahlien und Gladiolen
Um die Widerstandskraft des Rasens zu verbessern, empfiehlt Landschaftsgärtner Frank Demel, einen kaliumbetonten Dünger aufzubringen. Zu den typischen Arbeiten, die jetzt anfallen, gehört allerdings auch der zweite Schnitt von Hecken. Pflanzen wie Dahlien und Gladiolen sollten nun aus der Erde, ihre Knollen und Zwiebeln ins Winterquartier gebracht werden. Laub, das in den kommenden Wochen zu fallen beginnt, braucht nicht entsorgt zu werden: „Kehren Sie es von den Rasenflächen und verteilen es in den Beeten als Winterschutz“, sagt Demel.
Im Herbst wird geplant
Der Herbst ist jedoch auch die richtige Zeit zum Planen. „Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten, schauen Sie kritisch“, sagt Landschaftsarchitektin Brigitte Röde. „Wo ist zu viel Schatten entstanden, wo brauche ich mehr Luft?“ Denn größere Fäll- und Rodungsarbeiten sind nur im Winterhalbjahr, zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März, erlaubt. Für viele Bäume ab einer bestimmten Größe gilt je nach Gemeinde eine Baumschutzsatzung. Wer sie fällen will, braucht eine Genehmigung und muss für Ersatz sorgen. Alternativ wird der Baum entfernt, ehe er zu groß wird – oder an einen neuen Ort gesetzt. „Wenn Sie zum Beispiel zur Geburt des Kindes einen Walnussbaum geschenkt bekommen haben, müssen Sie bedenken, dass der sehr groß werden kann, bis zu 25 Meter hoch. Da müssen Sie rechtzeitig entscheiden, ob sie ihn vielleicht noch umsetzen wollen.“ Einige Bäume und Sträucher lassen sich gut zurückschneiden, Feldahorn und Hainbuchen zum Beispiel. „Eine gekappte Fichte dagegen wird nie wieder schön. Da geht nur: ganz oder gar nicht“, sagt Röde. Pflanzen, die wegen ihrer schönen Wuchsform gesetzt werden, etwa der Amberbaum, vertragen einen Schnitt ebenfalls nicht gut.
Sträucher verjüngen
Viele Sträucher können und sollten verjüngt werden: Haselnuss und Holunder etwa vergreisen, wenn stets nur die jungen Triebe gekappt werden – „schneiden Sie auch mal alte Äste zurück“, rät Gartengestalterin Röde. Bei umfangreicheren Fäll- oder Pflegearbeiten sollten jedoch Fachleute hinzugezogen werden. „Denn mit einem falschen Schnitt können Sie Bäume verstümmeln.“
