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Fahrrad-Trends 2014Fette Reifen, leichte Rahmen

5 min

Luft in die Reifen, Öl auf die Kette, Staub vom Rahmen – jetzt ist es höchste Zeit, das Rad wieder in Schuss zu bringen. In Kürze beginnt wieder die Fahrradsaison.

Mit wenigen Handgriffen kann man sein Fahrrad besser fahrbar machen:

1. Luft reinDer Luftdruck variiert je nach Größe des Reifens, der Bauart des Fahrrads sowie dem Körpergewicht des Fahrers. Bei einem normalen Stadtrad mit Reifenmaßen von 26 oder 28 Zoll sollte der Luftdruck 3,5 bis 4 Bar betragen. Der Wert ist immer auf dem Reifenmantel vermerkt. Eine detaillierte Übersicht gibt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club hier:http://bit.ly/1a6exCo

2. Kette ölenAuch die Kette des Fahrrads braucht Pflege. Spätestens wenn sie quietscht, sollte sie geölt werden. Danach fährt man nicht nur leichter, sondern auch leiser. Auch ein Kettenreinigungsmittel kann sinnvoll sein.

3. Sattel hochWenn man auf dem Fahrrad sitzt und das Pedal nach unten steht, sollte das Bein fast gestreckt sein.

Studien beweisen, dass die Beliebtheit des Fahrrads ungebrochen ist. In Deutschland besitzt nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands fast jeder mindestens eines. Am beliebtesten ist weiterhin das Trekkingrad, vereinfacht gesagt: eine Mischung aus Renn- und Tourenrad. Gefolgt vom klassischen Stadtmodell. Noch immer auf der Überholspur sind die E-Bikes. Besonders offensichtlich bei den Trends für das frisch angebrochene Jahr: In fast jeder Fahrradgattung gibt es inzwischen motorisierte Modelle. Nicht mehr nur bei den Klassikern, sondern auch bei Mountainbikes, Lastenrädern, Liegerädern und den angesagten Fatbikes. Außerdem werden die meisten Rahmen immer leichter.

Der elektrische Komfort hat seinen Preis. Für weniger als 1500 Euro bekommt man selten eine ansprechende Qualität. „Wir raten von Rädern aus dem Super- oder Baumarkt dringend ab“, sagt Gunnar Fehlau, Geschäftsführer beim Pressedienst Fahrrad. „Am Ende ärgert man sich mehr über die mangelnde Qualität. So macht Radfahren keinen Spaß.“

Noch immer ein großes Thema ist die Sicherheit der teuren E-Bikes. In Großstädten ist die Diebstahlgefahr groß – in Köln wird statistisch gesehen jede Stunde ein Fahrrad geklaut. „Ein gutes Schloss gehört zur Grundausstattung“, betont Fehlau. Zehn Prozent des Neupreises des Fahrrads solle man darin investieren.

Aber was sind eigentlich die Fahrradtrends des Frühjahrs? Ein Überblick.

Falträder

Zusammenklappbare Fahrräder waren vor vielen Jahren ein aufstrebendes Thema. Danach ist es wieder ruhiger um sie geworden, weil die Qualität der Modelle meist nicht überzeugen konnte. In diesem Jahr wird sich das ändern. Falträder sind eine echte Alternative zu normalen Modelle.

Wer sein Faltrad aus Sicherheitsgründen nicht an der Bahnhaltestelle oder vor dem Büro stehen lassen will, klappt es innerhalb weniger Sekunden zusammen und nimmt es mit.

Nicht nur für kurze Strecken eignen sich deshalb auch die aktuellsten Modelle. Das Brompton beispielsweise vom gleichnamigen Hersteller aus London hat eine ähnliche Ausstattung und Qualität wie ein ordentliches Stadtrad. Experten vom Pressedienst Fahrrad warnen jedoch vor günstigen Falträdern aus dem Baumarkt.

Fatbike

Beachcruiser waren der Trend der vergangenen Jahre. Ihnen wird gerade jedoch der Rang von den Fatbikes ablaufen. Dabei handelt es sich um Fahrräder mit übergroßen Mountainbike-Reifen. Sie messen anstatt der üblichen 2 bis 2,4 Zoll bis zu 4,8 Zoll.

Fatbikes sind für das Fahren auf weichem Gelände wie Schnee, Matsch oder Sand ausgelegt – eigentlich. Der Trend stammt aus Nordamerika und ist inzwischen geradewegs auf dem Weg nach Deutschland. Schon auf der Messe Eurobike im vergangenen Jahr war diese Entwicklung deutlich zu erkennen.

Die federlosen Fahrräder dämpfen Stöße allein durch den geringen Luftdruck im Reifen. Meist liegt dieser deutlich unter einem Bar. Fatbikes sind sozusagen die Geländewagen unter den Fahrrädern.

Liegefahräder

Es gibt viele verschiedene Varianten von Liegefahrrädern – das wichtigste Unterscheidungsmerkmale ist die Anzahl der Räder. Weiter verbreitet sind derzeit die Modelle mit drei Rädern im Gegensatz zu der Variante mit zwei Rädern. Im Gegensatz zu einem normalem Fahrrad gibt es keinen Sattel, sondern einen Netz- oder Schalensitz. Tretlager und Pedale sind vorne angebracht.

Zu den Vorteilen zählen der Komfort, die ermüdungsfreie Sitzposition, in der sich die Wirbelsäule in entspannter Lage befindet, sowie der geringere Luftwiderstand.Als Nachteil wird oft genannt, dass man durch die niedrige Position schlecht gesehen wird. Hier kann eine Fahne helfen. Zudem sind Liegeräder recht teuer (ab 2000 Euro) und schwer (ab etwa 25 Kilo).

Klassiker

Beliebter als je zuvor sind die Klassiker unter den Fahrrädern, besonders in Großstädten wie Köln. Der Vorreiter Tour Populair von Gazelle ist noch immer häufig auf den Straßen zu sehen. Viele Hersteller nutzen dieses Modell als Vorlage für eigene Entwicklungen.

Markenzeichen dieser Fahrradgeneration ist das puristische Design bei ansprechender Ausstattung. Beim F3 vom niederländischen Hersteller Koga (circa 1000 Euro) beispielsweise wurde darauf geachtet, dass Brems-, Schaltungs- und Lichtleitungen in den Rahmenrohren verlegt sind.

Auch die elektronischen Varianten des normalen Stadtfahrrads verlieren nicht an Bedeutung – im Gegenteil, besonders bei älteren Menschen sind sie weiterhin sehr angesehen.

Seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt ist beispielsweise die C-Serie „Next Generation“ von Flyer (ab 2800 Euro). Die neuesten Modelle dieses Vorreiters haben einen noch stärkeren Motor bekommen. Vernünftige E-Bikes sind inzwischen meist ab 1500 Euro im Fachhandel erhältlich.

Wer in der Stadt unterwegs ist mit seinem Fahrrad, sollte unbedingt auf die richtige Bereifung achten. Nichts nervt mehr, als ein platter Reifen während einer Tour. Noch immer das Maß aller Dinge ist der fast unplattbare „Marathon plus“ von Schwalbe (ca. 35 Euro).