Im Januar scheint der Garten zu ruhen. Morgens liegt Raureif auf dem Laub und auf den Pflanzen. Der rote Günsel trägt einen Hauch von Weiß, auch auf dem trockenen Laub der Magnolien und der umgebenden Bäume, das der Wind zu Haufen zusammengeweht hat, ist der Frost sichtbar. Die langen Ranken der Kapuzinerkresse liegen schlapp auf der Erde, bei Berührung zerfallen sie zu Matsch. Sie enthalten viel Wasser, und bei Frost werden die Zellen zerstört.
Letzte Gemüse
Überall sind noch Erinnerungen an die vergangene Gartensaison zu sehen. Die Hortensie gefällt mir im Winter beinahe besser als im Sommer, ihre papierenen, sandfarbenen Blüten sind natürlicher Schmuck im winterlichen Garten. Das Argentinische Eisenkraut hat ausdauernd bis in den späten Herbst hinein geblüht, doch auch jetzt noch ist die Pflanze dekorativ. Die braunen Samenstände sehen aus wie kleine Hände.
Horchen Sie in sich hinein und machen Sie sich einen Wunschzettel, rät Buchautor Frank M. von Berger. Was soll der Garten bieten, auf was kann ich verzichten?
Einmal Arbeit und Mühe zu investieren kann sich lohnen, um es in den Folgejahren leichter zu haben. Hochbeete lassen sich einfach selber bauen. Wer sie im Garten hat, kann arbeiten, ohne sich zu bücken – oder sogar im Sitzen. Ähnlich hilfreich ist ein Pflanztisch, selber gezimmert oder gekauft: Daran kann ganz entspannt im Stehen gesät, pikiert und getopft werden.
Prächtige Schaubeete sind schön anzusehen – aber müssen sie im eigenen Garten sein? Vereinfachen Sie Ihre Rabatte und legen Sie lieber ein gut konzipiertes Beet mit einer stabilen, sich selbst erhaltenden Pflanzengruppe an. Wenn Sie das dort tun, wo vorher Rasen war, ersparen Sie sich das Mähen.
Sie lieben Gemüse? Trotzdem brauchen Sie nicht mehr alles selber anzubauen, wenn die Arbeit beschwerlich wird. Konzentrieren Sie sich auf wenige Lieblingssorten.
Kein Garten ohne Obst? Pflanzen Sie Säulen-Obstbäumchen, sie lassen sich durch Schnitt so halten, dass ohne Leiter beschnitten und geerntet werden kann.
Viele Hilfsmittel sind im Handel erhältlich. Probieren Sie aus, was für Sie in Frage kommt. Ein Greifer kann sinnvoll sein um Dinge vom Boden aufzuheben, es gibt zum Beispiel auch Teleskopscheren, Apfelpflücker oder Kehrbleche mit langem Stiel.
Noch tragen viele meiner Rosen Hagebutten, die sich rot gegen den Himmel abzeichnen. Einen ähnlichen Farbton haben die Zweige des Hartriegels – sie leuchten, wenn die Sonne darauf fällt.
Auch letzte Gemüse stehen im Beet. Der Salat hat einige eisige Tage gut überstanden; er sah zwar frostig aus, hat sich aber so erholt, dass wir ihn noch essen können. Auch der Grünkohl hat inzwischen genug Kälte abbekommen, ich bringe meine etwas spärliche Ernte ein. Immerhin, ein, zwei Gerichte werden der Braun- und der Palmkohl ergeben.
Im ganzen Garten gibt es noch viel Grün. In der Ligusterhecke rankt das Efeu, das erst jetzt richtig zur Geltung kommt. Zwischen den Platten eines Weges hat sich ein Farn angesiedelt, der frisch aussehende hellgrüne Blätter trägt. Auch der Storchschnabel neben dem Kompost hat grünes Laub. Die Mandel-Wolfsmilch sieht taufrisch aus, sie wird als eine der ersten blühen.
Große Knospen
Es ist gar nicht so ruhig wie vermutet, bei genauem Hinsehen gibt es schon viele Frühlingszeichen. Die Knospen der Fetthenne werden immer größer, der Zier-Holunder treibt schon winzig klein und dunkelrot am Holz aus. Auch unter der Laubschicht im Beet sprießt es bereits: Die Spitzen der Taglilie kommen aus dem Boden. Ich decke sie wieder zu, damit ihnen der Frost nichts anhaben kann.
