Nach zwei Wochen Urlaub hat sich die Atmosphäre im Garten verändert. Die sommerliche Stimmung, die Anfang August noch herrschte, hat sich in eine frühherbstliche Atmosphäre gewandelt. Doch ist die Saison noch lange nicht zu Ende, der Garten soll noch einmal durchstarten vor dem Herbst und Winter.
Rote Bete, Zucchini, eine große Portion Bohnen und alle Salate, die die Schnecken übrig gelassen hatten, habe ich vor dem Urlaub geerntet. Dank Kühltasche hat das Gemüse eine lange Autofahrt in die Ferienwohnung überlebt und uns während der ersten Urlaubswoche ernährt. Nun sind die Möhren dran. Die Hoffnung auf eine gute Ernte habe ich längst aufgegeben, zu sehr hatten Schnecken den keimenden Pflänzchen zugesetzt. Auch der Boden scheint nicht der geeignetste zu sein. Genau sieben Möhren ernte ich von geschätzt 200 gesäten – drei gedrungene, orangefarbene „Ochsenherz“, vier schlanke gelbe längliche „Jaune du Doubs“. Beide Sorten schmecken gut, aber unter besseren Startbedingungen hätten sie vermutlich ein intensiveres Aroma. Gut gewachsen sind dagegen die Zucchini, die mir nach dem Urlaub schon von weitem golden entgegenleuchten. Das Laub hat allerdings mittlerweile Mehltau, die befallendsten Blätter entferne ich.
Gar nichts auszusetzen habe ich auch an „Blauhilde“, die wunderbare auberginefarbene Bohnen in Hülle und Fülle bildet. Die Gründüngung ist gut aufgegangen und bedeckt die Hügel des umgestochenen neuen Beetes, und auch der Palmkohl wird schön groß und sieht gesund aus.
Herbstblühende Zwiebelgewächse wie zum Beispiel Herbstzeitlose und Herbstkrokusse setzen. Auch die im Frühjahr blühenden Zwiebelgewächse – Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse – können jetzt in die Erde. Stauden teilen.
Selbst ausgesäte Zweijährige wie Stiefmütterchen und Goldlack werden ausgepflanzt.
Dahlien mit Etiketten markieren, so lange sie blühen. Dann können sie im Frühjahr nach Farbe und Wuchshöhe kombiniert werden.Zierbäume und Sträucher zurückschneiden.
Robuste Gräser und Stauden, die keinen Winterschutz benötigen, zurückschneiden.
Verblühte Rosenblüten und kranke Triebe ausschneiden.
Balkon- und Kübelpflanzen, die überwintert werden, nicht mehr düngen. Nur gesunde Pflanzen überwintern.
Salat, Mangold, Radieschen, Rote Beete, Bohnen und Chinakohl können noch ins Freiland gesät werden. Gegebenenfalls vor Vogelfraß und ersten Frösten schützen. Wärme liebende Gemüsearten wie Paprika, Auberginen, Chili und Zucchini nachts mit Vlies schützen. Kohlrabi, Blumenkohl und Wirsing pflanzen. Kräuterstauden und Rhabarber jetzt teilen.
Tomaten mit Folienhauben schützen, das fördert das Ausreifen der Früchte.
Abgeräumte Beete mit Gründünger einsäen. Feine Samen wie Phacelia im Verhältnis 1:1 mit Sand mischen. Spinat und Feldsalat sind gute Folgekulturen.Der Pilz „Kohlhernie“ gefährdet viele Kohlarten. Regelmäßiges Kalken und Mischkulturanbau verringern den Befall. Bei Kohlanbau keinen Senf als Gründünger einsäen
Leimringe an Birnbäumen anlegen. Der Birnenknospenstecher (Anthonomus piri) legt seine Eier in die Blatt- und Blütenknospen. Die Larve schlüpft im Oktober und frisst in der Knospe, im Frühjahr schlüpfen die Käfer.
Sauerkirschen und alle stark wachsenden Obstbäume nach der Ernte beschneiden, Zwetschen und Mirabellen auslichten.
Herbsthimbeeren und spät reifende Brombeeren auf Grauschimmel (Botrytis cinera) kontrollieren.
Ursula Gerke ist Gärtnermeisterin aus Bad Münstereifel
Allerdings sehe ich mich nach zwei Wochen Abwesenheit mit einem neuen Problem konfrontiert, dem Roten Sauerklee. Die eigentlich hübsche Pflanze mit rotem Laub und gelben Blüten wächst an allen Ecken in dieser Stadt, natürlich auch im Garten. Der Nachteil: Sie breitet sich rasend schnell aus. Bisher konnte ich den Klee im Zaum halten, doch während der vergangenen Wochen hat er den Rasen geentert. Laut Experte Ralf Jung hilft nur ein „Unkrautfrei“, doch möchte ich ungern Gift auf den Rasen geben. Ich versuche es mit Auszupfen, im Gemüsebeet ist dies ohnehin die einzige Option. Gegen den Klee wirkt das Gartenschaumkraut, das sich ebenfalls schnell verbreitet, harmlos, denn es bildet keine unsichtbaren Ausläufer.
Dort, wo Salat und Möhren im Gemüsebeet waren, klaffen nun große Lücken. Ich säe Rucola nach, aber nun ist auch die richtige Zeit für Feldsalat. Drei Reihen lege ich an. In Gedanken bin ich aber auch bei den Staudenbeeten – sie will ich im Oktober neu bepflanzen. Rosen und Pfingstrosen, die ich von meinem Vorgänger übernommen habe, sollen bleiben. Stauden wie Phlox und Gilbweiderich bekommen ein neues Zuhause in Gärten von Freunden.
Besuche bei guten Staudengärtnereien habe ich schon geplant. mein Wunschzettel mit Pflanzen ist lang. Doch vorher will ich genau überlegen, was ins Beet passt. Bei so großer Auswahl könnte schnell ein Sammelsurium entstehen. Ich blättere in Gartenbüchern, kombiniere im Kopf und auf dem Papier, stelle mir vor, was gut zusammen passen könnte. Wie groß werden die Sorten von Sonnenhut und Wiesenraute, die ich haben möchte? Und wann sehen sie am schönsten aus? Wie viele Pflanzen brauche ich überhaupt für das Beet? Hinzu kommt die Wahl der Blumenzwiebeln, die jetzt auch bald in die Erde müssen. Das Beet soll schließlich in jeder Jahreszeit etwas zu bieten haben.
