Die Winterruhe ist nun endgültig vorbei, und jetzt kann es mir gar nicht schnell genug gehen im Garten. So viel ist zu tun: Die Gemüsebeete müssen vorbereitet werden, denn im April kommen schon einige Sorten in die Erde. Im großen Staudenbeet sprießt trotz regelmäßigen Jätens das Schaumkraut, und auch der hartnäckige rote Klee macht sich nach der Winterpause wieder bemerkbar. Löwenzahn hat sich am Plattenweg ausgebreitet, ausgerechnet dort, wo sich die langen Wurzeln so schlecht herausziehen lassen. Der Boden im Schattenbeet ist bedeckt von Kräutern, die dort eigentlich nicht wachsen sollen, und auch der Kompost, den ich im vergangenen Jahr ziemlich unfachgemäß aufgehäuft habe, müsste umgesetzt werden. Auch wollen wir endlich die Schaukel anstreichen und die Laube renovieren.
Gemüsebeet jäten und Spinat säen
Alles gleichzeitig geht nicht, daher mache ich das Wichtigste zuerst, jäte das Gemüsebeet und harke Kompost unter. Dann säe ich die ersten beiden Reihen Spinat. Bald kommen dann Mangold, Erbsen, Rote Bete dazu. Tomaten und Zucchini ziehe ich zu Hause vor.
Der Garten hat sich in den vergangenen Wochen sehr verändert. Die Magnolie blüht prunkvoll am Gartentor, sie hat jetzt ihre beste Zeit, verliert aber schon die ersten Blütenblätter. Wie überdimensionale Schneeflocken liegen sie auf Weg und Beeten. Die Forsythien, die ich selber nie gepflanzt hätte, beeindrucken mich immer wieder mit ihrem leuchtenden Gelb, das vor einem blauen Himmel eine fast penetrante Fröhlichkeit ausstrahlt. Selbst der Rasen ist bunt: Ehrenpreis, Gänseblümchen und ein kleines Meer an Veilchen verwandeln ihn in eine bunte Frühlingswiese.
Kräftige Pfingstrosen
Nie hätte ich gedacht, dass kleine grüne Blätter so ein Glück bedeuten können: Die Johannisbeeren treiben aus, die Wildrosen und der Wiesenknopf, den ich im Herbst gepflanzt habe. Schön, dass alles so selbstständig wiederkommt. Auch die Sonnenhüte und der Knöterich lassen sich schon erahnen, die Pfingstrosen haben kräftige Triebe.
Doch bekommt der Garten auch neuen Zuwachs. Eine Lenzrose (Helleborus) habe ich im März gekauft, sie muss jetzt schnellstens in die Erde – in meinem halbschattigen Beet finde ich den geeigneten Platz. Von einem Besuch im schönen Garten von Hobbygärtnerin Vera Gierling in Sülz bin ich mit einer großen grünen Tonne voller Ableger zurückgekommen: Spieren und Bronzefenchel, zwei Gräser, darunter Calamagrostis „Karl Foerster“, ein violetter Klee von Piet Oudolf, weiße Tagnelken, Brandkraut und noch winzige, aber schon gut duftende Indianernesseln. Einige der Schätze haben bereits einen passenden Standort gefunden, andere habe ich in den Beeten zwischengeparkt, bis ich einen optimalen Platz für sie finde – wenn der Garten weiter Form annimmt.
Erbsen Sie brauchen einen sonnigen Standort und kommen mit jedem Boden zurecht. Die Erbsen werden etwa fünf Zentimeter tief in die Erde gelegt, mit einem Abstand von zwei Zentimetern. Zwischen den Reihen 50 Zentimeter Platz lassen. Anhäufeln und Rankgitter oder kräftige Zweige danebensetzen. Wann geerntet wird, hängt von der Sorte ab, Zuckererbsen nach etwa zehn Wochen. Vorsicht, Vögel mögen die Erbsensaat gerne.
Mangold Das Blattgemüse kommt mit fast alle Böden zurecht, am besten eignen sich tiefgründige. Mangold etwa zwei Zentimeter tief säen, zehn Zentimeter Abstand lassen, zwischen den Reihen etwa 35 Zentimeter. Wer früh sät, deckt mit Vlies ab, denn Mangold ist frostempfindlich und schießt bei Kältereiz schnell. Bis Juni kann gesät werden, geerntet wird nach rund acht Wochen.
Spinat Er mag einen sonnigen bis halbschattigen Platz und humosen Boden, gegebenenfalls Kompost einarbeiten. Die Saat kommt zwei Zentimeter tief in den Boden. Zwischen Pflanzen drei Zentimeter Abstand lassen, zwischen Reihen 20 Zentimeter. Gut feucht halten
Was im April zu tun ist
ZIERGARTENWurzelnackte Ziersträucher, Rosen und Bäume können noch bis etwa Mitte April gepflanzt werden.Stauden können geteilt und verpflanzt werden – was im Herbst blüht, verträgt die Teilung im Frühjahr besser. Beim Pflanzen von Stauden genügend Platz für das Wachstum einrechnen. Vorher Boden lockern, von Unkraut befreien. Dahlien und Gladiolen pflanzen. Beete, die erst später bepflanzt werden, mit Gründünger einsäen oder mulchen.Sommerblumen direkt an den Standort säen. Rosen düngen und spätestens jetzt zurückschneiden. Bei Läusebefall erst einmal abwarten, ob Nützlinge nachkommen, oder mit Mitteln behandeln, die Nützlinge schonen. Immergrüne Stauden vertragen einen Rückschnitt jetzt am besten. Rasen ab acht Zentimeter Höhe mähen, düngen und vertikutieren. Den pH-Wert testen, unter dem Wert 6 den Rasen kalken. Junge Triebe auf Läuse und Raupen kontrollieren, absammeln oder jetzt schon bekämpfen. Lilienhähnchen absammeln, der rote Käfer frisst an frischen Lilienblättern.Kübelpflanzen, die schon nach draußen gestellt wurden, bei Frost schützen und auf Schädlingsbefall untersuchen.
GEMÜSEGARTENUnter Folie werden alle Salatarten, Blumenkohl, Kohlrabi, Bleichsellerie und Knollenfenchel ausgesät.Unter Glas kommen Samen von Sellerie, Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini, Bohnen und Brokkoli in die Erde. Ins Freiland werden Spinat, Erbsen, Puffbohnen, Rettich, Radieschen, Zwiebeln, Lauch, Mangold, Möhren, Kohl und Gewürzpflanzen gesät. Steckzwiebeln stecken und vorgekeimte Frühkartoffeln in die Erde bringen. Saatkartoffeln vorkeimen: hell, ohne direkte Sonne und nicht zu warm stellen. Frühbeet, Gewächshaus und Folientunnel lüften.
OBSTGARTENWurzelnackte Obstbäume vor dem Pflanzen eine Nacht in Wasser stellen, schon austreibende Bäume und Sträucher sehr sorgfältig zurückschneiden und aufpassen, dass austreibende Knospen erhalten bleiben. Bei Beschädigung auf die nächste intakte Knospe/den Austrieb schneiden. Erdbeeren pflanzen. Junge Bäume beschneiden. Später Rückschnitt Ende April bis in den Mai bremst bei stark wachsenden Bäumen das Wachstum. Im Sommer den Nachschnitt durchführen. Ein Dach aus Folie über dem Pfirsichbaum verringert den Befall mit der Kräuselkrankheit. Schädlingsbefall kontrollieren: Raupen, Spinnmilben, Blutläuse und Blattläuse. Waren Bäume im Vorjahr mit Birnenpockenmilben und Blut- und Schmierläusen befallen, kann noch gespritzt werden, ehe die Bäume Blätter bekommen. Alte Leimringe entfernen.Läuse frühzeitig behandeln, starker Befall schwächt junge Bäume.
Gärtnermeisterin Ursula Gerke
