Der Garten hat seinen Zenit überschritten, erste Ermüdungserscheinungen machen sich bemerkbar. Die Rosen und Ringelblumen sind verblüht, die Blätter von den Frauenmänteln werden bräunlich. Dafür hat sich der Amaranth zu einer kleinen, aber imposanten Pflanze entwickelt, die ersten Goldruten blühen auf. Der Garten sieht nicht mehr jedes mal völlig anders aus, wenn ich hinkomme, aber ich finde immer wieder schöne Details – zum Beispiel die lila Blütenrispen der Bergminze, die sich in die Knospen der Fetthennen lehnen. Die ersten Rudbeckien sind aufgeblüht, dazwischen stehen die weißen Dolden der Wilde Möhre. Die letzten pinkfarbenen Malven im Gemüsebeet ergänzen die Herbstanemonen und die dunkel purpurne Fetthenne gut.
Rharbarber und Artischocke
Langsam zeigt sich, dass reines Laisser-faire dem Garten nicht wirklich gut tut, denn dann machen die Pflanzen nicht das, was die Gärtnerin möchte. So sind in den vergangenen Wochen Rhabarber und Artischocke im Wildwuchs untergegangen und brauchen regelrechte Wiederbelebungsmaßnahmen.
Brombeeren und Zwetschgen
Brombeeren haben sich unbemerkt durch die Beete gerankt und bilden Fußangeln, der Zwetschgenbaum hat trotz ständigem Jäten Dutzende von Schösslingen gemacht. Jetzt weiß ich immerhin Bescheid und kann im nächsten Jahr frühzeitig gegensteuern. Inzwischen haben wir die ersten Äpfel geerntet. Ich kenne den Namen der Sorte nicht, habe sie aber schon als Kind von einem Baum im elterlichen Garten gepflückt und konnte es kaum glauben, dass ausgerechnet diese Sorte jetzt in meinem Garten steht.
Spitzendürre
Trotz Pflege sind sie nicht von der Spitzendürre verschont geblieben, das Obst hat hier und da faule Stellen, außerdem leben Maden des Apfelwicklers darin. Aber auch unperfekte Äpfeln schmecken gut. Leider sehen das die Wespen genauso, an Barfußlaufen ist momentan nicht zu denken. Inzwischen haben wir es geschafft, immerhin die Hälfte des Komposts auf Vordermann zu bringen. Mit einem anachronistischen Benzin-Häcksler haben wir das dort gelagerte Gestrüpp kleingeschreddert, so ist in der Kompostbox endlich Platz für Neues entstanden.
Im nächsten Jahr werden wir dann hoffentlich endlich eigenen Bodenverbesserer haben, dann bekommen Rhabarber, Zucchini und Kürbisse mehr Nahrung und bleiben nicht mehr so mickerig.
