Köln/Region – Der Kürbis wuchert hoch und runter durch den Hartriegelstrauch, der Mangold ist endlich groß genug zum Ernten, und „Blauhilde“, meine Stangenbohne, hat schon die ersten auberginefarbenen Hülsen ausgebildet. Sie verlieren allerdings beim Kochen ihre Farbe und werden grün. Auch die ersten goldgelben Zucchini sind bereits gegessen, und die Rote Bete sehen vielversprechend aus.
Auch die Ringelblumen sind inzwischen fast verblüht. Anfangs habe ich die Samenstände herausgeschnitten, damit sich weitere Blüten bilden. Nun werden die skurril wirkenden Köpfchen braun – Zeit, Saatgut für das nächste Jahr zu ernten. Ich schneide die trockensten ab, die Saat sitzt so lose, dass sie mir in die Hand fällt. Ein paar Tage lasse ich sie noch auf einem Papier liegen, um sie dann in eine kleine, luftdichte Plastikdose umzufüllen. Einige Samen sind schon entwischt – sie sind auf die Erde gefallen und keimen am Fuße der Ringelblume. Auch der irischer Mohn ist längst verblüht – fast unbemerkt, denn die zarten weiß-violetten Blüten halten sich jeweils nur einen Tag. Dafür stehen jetzt die grünen Samenkapseln im Beet. Wenn sie trocken werden, schüttele ich die winzigen schwarzen Körnchen heraus und hebe sie für nächstes Jahr auf.
Lieber etwas mehr pflanzen für die Schnecken
Im Gemüsebeet sind die Schnecken auf dem Vormarsch. Sie arbeiten sich systematisch vom Rand aus vor. Kaum bin ich einige Tage nicht im Garten gewesen, stehen von drei Salaten nur noch die Rippen. Ein vierter Kopf hat schon verdächtige Löcher. Noch ist genügend für uns zum Essen da, ich versuche, es gelassen zu nehmen wie ein Gärtner, der mir einmal riet: „Pflanzen Sie gleich etwas mehr, dann ist auch was für die Schnecken da.“ Bei der Petersilie bin ich jetzt aber vorsichtig und versuche es mit einem Trick: Ich ziehe sie auf dem Balkon vor, bis sie zu groß wird für die kleinen Töpfe – und hoffe, dass ich bis zum ersten Frost noch viel ernten kann.
Auch jetzt im August sprießt noch mein Gegner im Beet, das Gartenschaumkraut. Es beginnt ganz harmlos mit zwei Blättchen, die an Entengrütze erinnern, dann bildet sich eine kleine Rosette, aus der Stängel mit winzigen weißen Blüten wachsen. Im Mai begegneten mir das Kraut zum ersten Mal, es stand in kleinen Gruppen auf dem freien Beet, auf das später das Gemüse kommen sollte. Zum Jäten hatte ich keine Zeit, und das rächte sich. Nach nur einer Woche Urlaub hatten sie geblüht und Samen angesetzt. Bei der leisesten Berührung explodierten die Schoten und schleuderten die Samen mehrere Meter weit. Nach zwei Wochen waren aus den anfänglichen 200 Pflänzchen schätzungsweise 40 000 geworden – das ursprünglich freie Feld war übersät von winzigen Keimlingen. Seitdem hacke ich die freien Stellen zwischen dem Gemüse mehrfach pro Woche, doch das Kraut ist hartnäckig und findet immer wieder Nischen.
Das kleine Wolfsmilchgewächs, das sich ebenfalls überall ansiedelt, wo es ihm gefällt, lässt sich dagegen gut jäten, die Weidenröschen ebenfalls, aber bei ihnen war ich zu langsam. Die länglichen Samenschoten haben sich geöffnet, als die Pflanzen schon auf dem Abfallhaufen lagen, so dass die wollige Saat im Wind durch den Garten treiben konnte. Solange sie keine anderen Pflanzen verdrängen, sind mir auch diese Kräuter willkommen.
Das ist im August zu tun - Die Tipps von Ursula Gerke (Gärtnermeisterin aus Bad Münstereifel)
Ziergarten
- Stauden teilen und umpflanzen, wenn sie groß und überaltert sind
- Pflegeschnitte an Hecken sollte nur erfolgen, wenn keine Vögel mehr in ihnen brütet.
- Boden lockern – das reduziert die Verdunstung und stört keimendes Unkraut.
- Rasen bei bedecktem Himmel düngen, danach wässern, um Verbrennungen zu vermeiden.
- Pilzerkrankungen behandeln. Bei der Clematis welke Pflanze ganz zurückschneiden, ein Stärkungsmittel und eine leichte Kalkung machen die Pflanze widerstandsfähiger.
Obstgarten
- Erdbeeren können noch im August neu gesetzt oder getopft und für die Frühjahrspflanzung über Winter kultiviert werden.
- Fruchtbehang an Äpfeln, Birnen oder Pfirsichen, der zu stark ist, ausdünnen. Äste stützen.
- Obstbäume bei anhaltender Trockenheit gießen.
- Sommerschnitt an stark wachsenden Obstbäumen nach der Ernte durchführen.
- Auslichten von spät tragenden Kirschen, Frühzwetschgen und Renekloden erleichtert die Ernte.
- Düngung mit kaliumbetonten organischen Düngern und Kalziumspritzung der Früchte bringt bessere Fruchtqualität. Kalium beeinflusst den Triebabschluss, die Pflanze wird frosthärter.
- Raupen, Spinnmilben, Blutläuse, Blattläuse bekämpfen.
- Pilzbefall an Apfel- und Birnenblättern kontrollieren: Gab es im Vorjahr Schorf oder Mehltau, die Pflanze mit Stärkungsmitteln behandeln und befallene Triebe abschneiden.
Gemüsegarten
- Salat, Spinat, Mangold, Radieschen, Rote Beete, Bohnen und Chinakohl können noch ins Freiland gesät werden. Kohlrabi, Blumenkohl, Winter-Wirsing, Winterporree und Eissalat werden gepflanzt.
- Gurken, Melonen, Auberginen und Kürbis nicht weiter wachsen lassen: die Triebe entspitzen.
- Kohlhernie, ein Pilz, gefährdet viele Kohlarten, regelmäßiges Kalken und Mischkulturanbau verringern den Befall.
- Schädlinge wie Läuse, Käfer und Raupen sammeln oder mit biologischen Spritzmitteln behandeln.
