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Gartentipps im HerbstIndian Summer im eigenen Garten

4 min

Das Laub der Felsenbirne leuchtet feuerrot.

Wie Goldtaler liegen die Blätter auf dem Asphalt. Die Linden in Köln beginnen, ihr Laub zu verlieren. Weinblätter werden leuchtend rot, Buchen allmählich braun.

Im Herbst zeigen sich Gehölze von einer ganz anderen Seite. Und ihre Herbstfärbung ist ein Aspekt, der bei der Auswahl für den Gartens unbedingt berücksichtigt werden sollte. Sie ist abhängig von Temperatur und Tageslänge. Besonders schön ist sie, wenn der Spätsommer warm und trocken war. Ist er verregnet und nass, fällt die Färbung nur spärlich aus. „Wann sie beginnt und wie lange sie hält, ist aber immer auch vom Standort der Pflanze abhängig“, sagt Baumschulinhaber Oliver Fink.

Indian Summer im Garten

Bei Herbstfärbung denkt jeder an Indian Summer und das so etwas im eigenen Garten gar nicht möglich ist“, sagt Michael Dreisvogt, Leiter des Arboretum Härle in Bonn. Dabei gibt es Gehölze, die auch in den kleinen Garten passen und spektakuläres Laub bekommen.

Felsenbirne zeigt spektakuläre Färbung

Dazu gehört zum Beispiel die Felsenbirne (Amelanchier). Sie ist die ideale Pflanze, wenn nur wenig Platz vorhanden ist, denn sie hat fast das ganze Jahr über etwas zu bieten: Im Frühling trägt sie zahlreiche weiße Blüten, aus denen sich kleine runde essbare Früchte entwickeln. Im Herbst wird ihr Laub orangerot. Zwar ist die Zeit, bevor die Blätter fallen, eher kurz. „Aber die Felsenbirne ist robust und eignet sich sowohl als Solitärgehölz als auch für eine gemischte Hecke“, sagt Dreisvogt. Sie wächst im Gartenboden und verträgt Sonne bis Halbschatten. Auch die Apfelbeere (Aronia) passt in so gut wie jeden Garten. Ihre schwarzen Früchte sind ebenfalls essbar, ihre Blätter bekommen eine „fantastische knallrote Färbung“. Sie ist anspruchslos, was ihren Standort angeht, und wird nur etwa 1,5 Meter hoch.

Ahorn hat schöne Herbstfarbe

Ahorn ist für seine schöne Herbstfarbe bekannt, der einheimische Feldahorn (Acer campestre) bekommt gelbes Laub, braucht allerdings auch bis zu 2,5 Meter in der Breite und kann fünf Meter hoch werden. Kompakter sind die Japanischen Fächerahorne (Acer palmatum) mit den filigranen Blättern. Manche verfärben sich gelb, viele leuchtend rot. Manche Sorten bleiben klein, auch einige Formen mit geschlitztem Laub („Dissectum“-Sorten) werden auch im Alter nicht höher als etwa drei Meter. Meist hält die Färbung bis zu drei Wochen und reicht bis in den November hinein, hat Dreisvogt beobachtet.

Zimterle und Rosmarinheide

Für den Reihenhausgarten eignen sich auch die bis zu 2,50 Meter hohe Zimterle (Clethra alnifolia) und die Virginische Rosmarinheide (Itea virginica): Während die Zimterle gelbes Laub bekommt, trägt die Rosmarinheide dunkelrote Blätter, die bis in den Winter hinein an den Zweigen bleiben. Beide wachsen am besten in feuchtem, leicht saurem Boden.

Zaubernussgewächse

Zaubernussgewächse (Hamamelis) sind für Oliver Fink die besten, wenn es um Herbstfärbung geht: „Das Laub geht von gelb zu orange, rot, lila und bordeaux über.“ Sie passen in den mittleren und großen Garten. H.-mollis- und H.-intermedia-Sorten bleiben mit etwa vier Metern Höhe kompakter bleiben als andere. Die Zaubernuss hat auch einen interessanten Winteraspekt: Sie bekommt meist schon im Januar duftende Blüten. Hamamelis wächst gut im Gartenboden, der leicht sauer ist, muss aber auch beschnitten werden.

„October-Glory“ mit Rot-Ahorn

Für eine besonders lang anhaltende Farbe empfiehlt Michael Dreisvogt den Rot-Ahorn (Acer rubrum), vor allem die Sorte „October Glory“, deren rotes Laub vier Wochen lang hängt, bis tief in den November hinein. Auch der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) hält lange. „Am besten nehmen Sie eine Sorte, die wegen ihrer Herbstfärbung ausgelesen wurde, zum Beispiel »Lane Robers«“, rät Dreisvogt. Bis er zur vollen Größe von etwa 25 Metern herangewachsen ist, dauert es mehrere Jahrzehnte. Seine Farbe ist auch vom Standort abhängig: Wenn er etwa zu schattig steht, lässt er im Herbst seine Blätter grün fallen, hat Fink festgestellt. Nur für den ganz großen Garten kommt der Eisenholzbaum (Parrotia persica) in Frage, der für den Baumschulinhaber zu den spektakulärsten Herbstgewächsen gehört: Das Laub geht von orangerot zu violett über. Er braucht eine Einzelstellung und kann rund zehn Meter hoch werden, die Sorte „Vanessa“ bleibt etwas kleiner.

Kuchenbaum

Einen interessanten Aspekt hat der Katsura oder auch Kuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum): Wenn sein Laub gelb wird, duftet es dezent nach gebrannten Mandeln oder Lebkuchen. Er ist ebenfalls eher ein Solitär.

„Schauen Sie sich auch mal die nadelabwerfenden Gehölze an“, sagt Fink. Die Sumpfzypresse (Taxodium distichum) etwa ist noch selten in Gärten zu finden, obwohl sie dort bestens gedeiht. Ihre Nadeln werden gelb bis kupferfarben, ehe sie abfallen.

Bei ganz wenig Platz

Der Federbuschstrauch (Fothergilla major) blüht im Frühjahr weiß und hat im Herbst eine feuerrote Färbung, er mag eher sauren Boden und wird bis zu 1,80 Meter hoch, es gibt aber auch eine Zwergform. Auch Hortensien bekommen jetzt eine schöne Färbung. Unter den Stauden gibt es ebenfalls etliche, deren Blätter sich verfärben – Hosta zum Beispiel. Ihre honiggelben Töne können graue Tage aufhellen.