Wer in der Einraumwohnung sitzt, lebt schon im Trend: Küche ist jetzt Lebensraum, nicht mehr nur Arbeitsort. Aber eben auch.
Und wie könnte man auf kleinem Raum schöner beim Arbeiten begleitet werden als von einer superstylischen Modulküche? So einer wie die Miniki zum Beispiel, die man sich in verschiedenen Farbkombinationen machen lassen kann. In außen senf, innen grün. Oder die Mädchenvariante: außen pink, innen rosa. Oder für sehr Coole: außen grau, innen hellblau. Alles drin in eineinhalb schwebenden bunten Holzkommoden: Herd, Spüle, Kühlschrank. Und eine große Klappe, die alles wieder verschwinden lässt.
Das haben die Designer nämlich gut erkannt, dass man bei aller Liebe zum Leben in und mit der Küche, also beim Thema offene Küche allgemein, den ganzen Alltags-Kochkrempel nicht immer sehen will. Gerade abends, oder wenn Gäste da sind. „Dann schließt man einfach die Klappe und hat schon alles versteckt – genau so wollten wir das haben.“ Architekt Tobias Schwarzer hat die Miniki einst auf 30 Quadratmetern Wohnung erfunden. Jetzt hat er seinen Showroom in Düsseldorf und lässt aus deutschem Holz in einer Manufaktur bei München fertigen. Und weil in der Miniki mit Induktion gekocht wird, kann die Klappe auch gleich wieder runter.
Wandelbarkeit ist wichtig
Modulare Kochsysteme sind bei der anstehenden Küchenmesse Living Kitchen einzuordnen in das große Thema der „individualisierten Wohngestaltung“, wie Ursula Geismann, Expertin für Trends und Design beim Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM), sagt. „Man stellt Möbel heute individuell zusammen, variiert nach Bedürfnis. Das gilt für alle Räume von Küche bis Schlafzimmer: Es muss nicht alles aus einem Guss sein.“ Modulküchen wachsen mit, aus einem Single-Zimmer in die Familien-Wohnlandschaft.
Wandelbarkeit nimmt sich Bulthaup als Titel für das jüngste module System b2. Das Designhaus mit Sitz in Bodenkirchen nahe München nennt sie mit dem Grundgedanken Werkbank, Werk- und Geräteschrank eine „Küchenwerkstatt“. In den mächtigen Holzschränken verschwinden nicht nur Geschirr und Kochwerkzeug, sondern auch Backofen, Geschirrspüler und Kühlschrank.
Wie andere Hersteller lässt Bulthaup damit eine ganze Arbeits- und Zubehörswelt im Schrank verschwinden. „In der offenen Küche kann man keine Türe mehr zumachen. Hersteller erschließen deshalb neue Stauräume“, sagt Ursula Geismann.
Cube-System statt Chaos
Next125, eine Schüller-Marke, versteckt Küchenzeile und Geräte hinter sogenannten Einschubtürenschränken; gegen das typisch kleinteilige Chaos rund um die Kochstelle hat man sich dort zudem das Cube-System ausgedacht.
Einzelnes Zubehör und kleine Geräte, die sonst auf Fliesenspiegeln hängen, verschwinden in schicken Würfeln. Mit seinem „Logica System“ will Valcucine nicht nur die Optik, sondern auch „die Ergonomie“ in der Küche verbessern.
Ein Coup: die neue ausstattbare Rückwand. „In ihr können alle Küchenutensilien untergebracht und verborgen werden: Tellerabtropfgestell, Waage, kleine Elektrogeräte, Steckdosen, Bildschirm, Armaturen und sogar die Dunstabzugshaube“, listet der italienische Hersteller auf. Schöner kann man Küche kaum verstecken.
