Zum Glück zeigt sich der Herbst mitunter ja auch von seiner grauen, nassen und ungemütlichen Seite. Solche Tage eignen sich ideal für einen Museumsbesuch. Zwischen Rhein und Wupper starten zum Beginn der kühleren Jahreszeit hochkarätige Ausstellungen. Wir haben Tipps für den Herbst zusammengestellt.
Die großen Häuser in Köln, Düsseldorf und Bonn halten für den Ausstellungsherbst spannende Themen für ihr Publikum bereit. Darunter finden sich Schauen, die durchaus unentdeckte Schätze zeigen: Gegenwartskunst, klassische Moderne, aber auch Retrospektiven von Meisterwerken berühmter Künstler. Von Buddha bis Picasso, von Malerei bis Mode dürfte für jeden etwas dabei sein.
Welche Museen in Nordrhein-Westfalen sollte man sich also für diesen Herbst unbedingt schon einmal vormerken? Diese Ausstellungen in der Region lohnen sich auch einmal für einen längeren Abstecher.
Weltkunst
„Weltkunst – Von Buddha bis Picasso: Die Sammlung Eduard von der Heydt“ im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal Von den alten Niederländern, über die Impressionisten, Expressionisten und Picasso bis zu asiatischer, afrikanischer, amerikanischer und ozeanischer Kunst: Der deutsch-schweizerische Bankier Eduard Freiherr von der Heydt schuf im 20. Jahrhundert eine Kunstsammlung von Weltrang. Nun widmet das Von-der- Heydt-Museum in Wuppertal seinem Gründer die aktuelle Ausstellung. Sie bringt die bedeutendsten Werke seiner Sammlungen wieder zusammen und spiegelt das weltoffene Flair wider, das für ihren Begründer so außerordentlich charakteristisch war.Bis 28. Februar 2016www.weltkunst-ausstellung.de
Vergessene Meister
„Der Schatten der Avantgarde – Rousseau und die vergessenen Meister“ im Museum Folkwang Werke von Autodidakten werden zumeist als „Naive“ oder „Outsider-Kunst“ bezeichnet und getrennt von der Kunst der Moderne betrachtet. Dabei stehen sie in ihrer Energie und Intensität den Meisterwerken der Moderne in nichts nach. In der großen Publikumsausstellung werden in Essen von diesem Wochenende an Werke berühmter Autodidakten den Arbeiten moderner und zeitgenössischer Künstler gegenübergestellt. So begeistern Arbeiten der „Outsider“ wie Henri Rousseau, André Bauchant, Séraphine Louis, Martín Ramírez oder Bill Traylor ebenso wie die Meisterwerke des großen Pablo Picasso oder Paul Gauguin und Honoré Daumier.Bis 10. Januar 2016www.museum-folkwang.de
Von Impressionisten und dem Goldenen Zeitalter - auf den Folgeseiten
Impressionisten
„Japans Liebe zum Impressionismus – Von Monet bis Renoir“ in der Bundeskunsthalle in BonnFür Liebhaber der impressionistischen Malerei bietet die Kunst- und Ausstellungshalle ein Gastspiel von japanischen Sammlungen und erkundet die Wechselwirkungen von französischer und japanischer Moderne. Erstmals werden etwa 90 nahezu unbekannte Werke berühmter Impressionisten und Postimpressionisten aus den bedeutendsten Sammlungen der frühen Moderne aus Japan gezeigt – mit Arbeiten von Monet, Manet, Gauguin, Pissarro, Cézanne, Signac und Bonnard. Darüber hinaus sind Werke japanischer Maler zu sehen, die sich von den französischen Künstlern zu Malereien anregen ließen und damit die moderne japanische Kunst begründeten. 8. Oktober-21. Februar 2016www.bundeskunsthalle.de
Welche Ausstellung sich humorvoll bis kritisch mit Religiösität auseinandersetzt, lesen Sie hier:
Existenziell
„The Problem of God“ in der Kunstsammlung NRW in DüsseldorfHier geht es um existenzielle Grundfragen des Lebens: Zeitgenössische Künstler haben sich auf verschiedenste Art und Weise mit christlichen Motiven, Themen und Fragestellungen auseinandergesetzt. Wie sich die christliche Bildtradition als universales Kulturgut in einem säkularen Kontext weiterentwickelt hat, zeigt diese Ausstellung. Auffällig viele der 120 Arbeiten widersetzen sich dabei einer einfachen Lesart, sie entfalten komplexe Geschichten und Bilder. Diese Schau handelt daher weder von sakraler Kunst noch von Religiosität im Allgemeinen. In Düsseldorf sind Werke von Francis Bacon, Douglas Gordon und Robert Rauschenberg zu sehen – Betrachtungen von humorvoll bis kritisch. Bis 24. Januar 2016www.kunstsammlung.de
Goldenes Zeitalter
„Zurbarán – Meister der Details“ im Museum Kunstpalast in DüsseldorfMit einer Ausstellung im Museum Kunstpalast ist erstmalig in Deutschland eine Retrospektive des spanischen Barockmeisters Francisco de Zurbarán zu sehen. Rund 70 Werke zeugen von der die Detailgenauigkeit eines der bedeutendsten Vertreter des Goldenen Zeitalters in Spanien. Zurbarán verbrachte den Großteil seines Lebens in Sevilla, wo er eine Vielzahl von religiösen Einzelwerken, aber auch Zyklen für zahlreiche Klostergemeinschaften schuf. Sowohl seine stillen Andachts- und Altarbilder als auch seine Darstellungen von weiblichen Heiligen sind eine subtile Synthese von Realismus und Mystizismus. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museo del arte Thyssen-Bornemisza in Madrid.10. Oktober-31. Januar 2016www.smkp.de
Folgender Maler aus den Niederlanden war für seine technische Billanz berühmt:
Raffinierter Barock
„Schalcken – Gemalte Verführung“ im Walraff-Richartz-Museum in Köln Im Barock machten ihn die Sinnlichkeit und technische Brillanz seiner Gemälde in ganz Europa berühmt, er gehörte zu den bestbezahlten Starkünstlern seiner Zeit – dann geriet er in Vergessenheit. Doch nun widmet Kölner Museum dem niederländischen Maler Godefridus Schalcken eine große Retrospektive. Auf den mehr als 80 Werken können Besucher die Raffinesse entdecken, mit der Schalcken seine Motive im Schein von Kerzen– oder Tageslicht in Szene setzt. Die Schau zählt zu einem der kulturellen Highlights im Internationalen Jahr des Lichts der Unesco – auch, da die Werke mit der neuesten Generation von LED-Strahlern sanft beleuchtet werden und so eine besonders sinnliche Atmosphäre schaffen.Bis 24. Januar 2016www.wallraf.museum
Vielseitig
„The World of Tim Burton“ im Max-Ernst-Museum in BrühlFilme von Tim Burton entführen in Welten zwischen Traum und Realität („Batman“, „Edward mit den Scherenhänden“, „Alice im Wunderland“) und gehören schon lange zu den beliebtesten der Populärkultur. Das reiche bildkünstlerische Werk des eigenwilligen Filmemachers ist dagegen relativ unbekannt. Die Ausstellung in Brühl will das nun ändern. In über 500 Zeichnungen, Gemälden, Filmpuppen und persönlichen Dokumenten lernen wir die Vielseitigkeit des US-Ausnahmekünstlers kennen und erhalten spannende Einblicke in den künstlerischen Prozess seiner Ideenfindung. Von der Kritzelei auf einer Serviette bis hin zum Storyboard: Eine Reise in den Kopf eines fantastischen Exzentrikers. Bis 3. Januar 2016www.maxernstmuseum.lvr.de
Modewelten
„Look! Modedesigner von A-Z“ im Museum für Angewandte Kunst in KölnEin buntes Kaleidoskop aus Mode der 1960er Jahre bis in die Gegenwart: Dabei geht die Ausstellung einen kreativen Weg und verzichtet auf die bewusste Einordnung von Stilen oder Haltungen. Die große Vielfalt, der formale Reichtum – und die schöpferische Ausdruckskraft in einer der ältesten Angewandten Künste der Menschheit werden nach dem Zufallsprinzip der alphabetischen Folge von Namen und Labels belegt: So landen die Entwürfe, Kollektionsteile und Accessoires von Chanel vor Dior – und Hermès reiht sich an Gucci. Eine lebendige Sammlung, die ein facettenreiches Bild von Mode zeichnet.Bis 28. Februar 2016www.museenkoeln.de
