Orangefarben bis lachsrosa und stecknadelgroß sind die Fruchtkörper des pilzlichen Erregers der Rotpustelkrankheit. Im Frühjahr zeigen sie sich auf der Rinde abgestorbener, verletzter oder frostgeschädigter Äste. Auch auf dem Schnittholz zahlreicher Laubgehölze finden sich die Pusteln, wenn es längere Zeit am Erdboden liegt. Erst unter feuchten Bedingungen quellen die Fruchtkörper auf und lassen die Sporen (Konidien) frei, die dann durch Wassertropfen und Wind verbreitet werden. Ab Spätsommer bilden sich dann auf infizierten Ästen die Winterfruchtkörper, die zinnoberrot sind. Dass eine Pflanze befallen ist, zeigt sich auch durch das Abwelken von Gehölzteilen, die oberhalb der Infektionsstellen liegen. Da der Rotpustelpilz oft auf abgestorbenen Holzteilen sitzt, scheint er weniger gefährlich, als er ist. Doch er kann von totem auf gesundes Gewebe übergreifen und dringt zum Beispiel über Wunden in geschwächte Pflanzen ein. Schnittwunden und andere Verletzungen sind bevorzugte Eintrittspforten. Besondere Gefahr besteht, wenn Heckenpflanzen mit der Heckenschere geschnitten werden, vor allem im Winter und Frühjahr. Auch frisch gepflanzte Bäume und Sträucher, die nach der Pflanzung unter Wassermangel leiden, sind anfällig für den Pilz.
Was tun? Bei kräftigen, gesunden Pflanzen hat der Erreger wenig Chancen. Daher ist Vorbeugung wichtig. Am besten werden standortgerechte Arten und Sorten auswählt. Verletzungen beim Transport oder beim Verpflanzen der Gehölze sollten vermieden werden. Bodenverdichtung oder Staunässe können die Wurzeltätigkeit beeinträchtigen und die Gewächse schwächen. Eine optimale Ernährung der Pflanzen sollte gewährleistet werde – doch beim Düngen mit Stickstoff ist Zurückhaltung gefragt. Kranke und dürre, abgebrochene oder frostgeschädigte Äste und Triebe sind bis ins gesunde Holz zu entfernen. Das Schnittholz sofort beseitigen – nicht auf dem Boden liegenlassen. Es sollten nur scharfe Schnittwerkzeuge verwendet werden, um Risse und Quetschungen zu vermeiden. Größere Schnittflächen mit Wundverschlussmitteln behandeln, um dem Pilz keine Eintrittspforte zu bieten.
Ralf Jung vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW gibt Ratschläge für gesunde Pflanzen.