Dänisches Flair in KölnDas Café Holm serviert Kaffee aus der eigenen Rösterei

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Eine Frau und ein Mann stehen vor der Glasfront eines Cafés. Links und rechts von ihnen stehen weiße Tische mit Stühlen.

Miriam Casper und Philipp Rohrer vor dem Holm

Der Eisknabe an der Haltestelle Gleueler Straße/Gürtel hat einen neuen Betreiber: Das Café Holm lockt die Lindenthaler mit skandinavischer Kaffee-Kultur und Zimtschnecken.

Die große Theke dominiert den Raum auf unaufdringliche Weise, schlicht und formschön. Mit viel hellem Holz und weißen Tischen wirkt das Café Holm genauso puristisch wie gemütlich. Der Skandi-Chic und der Name des Lokals zeigen bereits, wo die Reise darin hingeht: Das Wort „Holm“ bedeutet auf Dänisch „kleine Insel“ – und als nordisches Inselchen im kölschen Kaffeegeschehen sehen Nils Kirschner und Philipp Rohrer ihr Unternehmen.

Bereits seit 2019 betreiben sie in Frechen eine eigene Rösterei. Nun haben sie mit Miriam Casper, die in der Südstadt das Café Walter betreibt, ein dazu passendes Lokal am Lindenthalgürtel eröffnet. Die nachhaltige Lebensart in den skandinavischen Ländern und ihr Geschmack haben die beiden sehr beeinflusst. „Im Hinblick auf die Kaffeeröstung verläuft eine Hell/Dunkel-Grenze durch Europa“, erzählt Kirschner. „In südlichen Ländern wie in Italien wird der Kaffee eher dunkel geröstet und schmeckt kräftiger in den nördlichen Ländern eher hell und ist somit fruchtiger.“

Die Café-Holm-Betreiber setzen auf faire und nachhaltige Produktion

Die Holm-Betreiber mögen Letzteres – und setzen auch selbst auf eine faire und nachhaltige Produktion der Bohnen. „Wir sind von Anfang an Mitglieder bei Roasters United, einem Verband von Röstern aus ganz Europa, die sich zusammengetan haben, um Kaffee zu importieren“, erzählt er. So seien sie nicht von großen Importeuren abhängig und könnten selbst bestimmen, wo sie den Kaffee kaufen.

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Die Bohnen für den Holm-Kaffee stammen aus biologischem Anbau in Indien, Honduras, Peru und Äthiopien, je nachdem, ob sie für eine „Robusta“- oder eine „Arabica“-Sorte verwendet werden. Und weil „Holm“ auch ein skandinavischer Nachname ist, tragen die anderen Kaffeesorten ebenfalls Familiennamen aus dem hohen Norden wie „Blomqvist“, „Grönholm“ oder „Nyström.“ Seit drei Jahren betreiben Kirchner und Rohrer ihre Rösterei in Frechen.

Gemeinsame Leidenschaft für den Kaffee entdeckt

Dort steht auch ihr zwölf Kilo Kaffeebohnen fassender großer Trommelröster. Sie sind eher durch Zufall ans Kaffeerösten gekommen. Roher hat VWL studiert und bereits während des Studiums in der Gastronomie gejobbt, später als Barista. Kirschner ist eigentlich Koch und hat dann noch Lebensmitteltechnik studiert. In Köln arbeiteten beide irgendwann beim gleichen Röster, entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für den Kaffee und kamen auf die Idee, sich zusammen selbstständig zu machen.

Lange träumten sie auch von einem eigenen Café. Den Wunsch haben sie nun mit Miriam Caspers in die Tat umgesetzt. Seit September hat das Café Holm geöffnet, dort wo früher der „Eisknabe“ zuhause war, vorher war in dem Ladenlokal eine Metzgerei. Die alte Metzgerküche ist nun zu einer Backstube geworden, wo die drei Zimtschnecken, kleine Tartes und Kuchen herstellen und ihn zu ihren Kaffeespezialitäten servieren.

Neue „Kaffeebud“ im Viertel hat bereits zahlreiche Fans

Filterkaffee, Cappuccino, Milchkaffee und Espresso bereiten sie mit besonderer Achtsamkeit zu. Auch Tee in vielen Geschmacksrichtungen  und andere Getränke gibt es im Holm. Und natürlich stehen auch ihre eigenen Kaffeesorten verkaufsbereit in den Regalen. Die neue „Kaffeebud“ im Viertel hat bereits zahlreiche Fans. Das Café Holm ist gut besucht. So mancher Kunde hat sein Homeoffice dorthin verlegt und das auf minimalistische Weise skandinavisch „hygge“ Lokal zumindest für ein Stündchen pro Tag zu seinem Arbeitsplatz gemacht.

Der Espresso kostet 1,90 Euro,  ein  Flat White  3,60 Euro und der Cappuccino 3,10 Euro. Die Küchlein gibt’s für 3,80 Euro. Café Holm, Lindenthalgürtel 61, 50935 Köln Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr

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