Julia Floß' LieblingsortNeuer Imbiss in Köln bietet thailändische Küche vom Feinsten

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thai palette blumen

Gekocht werden Klassiker und seltenere Gerichte. 

Köln – Es war Liebe auf den ersten Bissen. Die Thai Palette in der Moselstraße sieht von außen reichlich unscheinbar aus. Ein klitzekleiner Imbiss mit Neonreklame, von denen es in der Ecke unzählige gibt. An der Tür hängt die thailändische Fahne im deutschen Nieselregen. Vor der Theke steht exakt ein Tisch mit drei Stühlen. Ein paar Hocker sind neben dem Tresen aufgereiht. Es duftet nach Zitronengras und Kokos. Im Hintergrund dudelt thailändischer Schlager, eine der beiden Köchinnen singt leise mit. Mein Herz wird plötzlich schwer.

Auf der Karte stehen wunderbare Klassiker der thailändischen Küche, wie der berühmte Papaya-Salat oder das Masaman Curry. Allerdings findet man auch ein paar Gerichte, die in Thailand sehr üblich sind, aber eher selten auf deutschen Speisekarten stehen.

Phat kaphrao ist eines dieser Gerichte. Gebratenes Fleisch mit einem bestimmten, scharfen Basilikum (holy basil), Knoblauch und Chili. Dazu wird Reis serviert, ein paar Gurkenscheiben (um der Schärfe entgegen zu wirken) und meistens gibt’s ein Spiegelei obendrauf. Ein fantastisches Gericht, vor allem wenn das Eigelb noch weich ist.

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Auch seltenere Gerichte im Angebot

Panaeng Curry (oder Kaeng Phanaeng) ist ein weiteres dieser Gerichte. Zutaten wie Chili, Knoblauch, Galganawurzel, grüner Pfeffer und Garnelenpaste werden in einem Mörser zu einer Paste zerstoßen und anschließend in Kokosmilch gekocht. Die Paste gibt es, wie jede andere Currypaste auch, fertig zu kaufen. In der Thai Palette wird sie selbst gemacht. Das riecht man, spätestens wenn der dampfende Teller vor einem steht (meistens schon vorher) und das schmeckt man beim ersten Bissen.

Die Aromen sind wuchtig und dennoch ausgeglichen. Auch wenn man längst satt ist, möchte man kein Tröpfchen von der kostbaren Sauce auf dem Teller zurücklassen. Das Gemüse ist frisch und knackig und ein schöner Kontrast zum zarten Hühnchen.

Thailändischer Lieblingsort mitten in Köln

Phathawan Jakrouy, Spitzname Mina, serviert ihr Phat kaphrao so, wie man es in ihrer Heimat isst. Die 62-Jährige hat das Kochen von ihrer Mutter gelernt und diese von ihrer Mutter. Bereits als kleines Mädchen lernte sie, welchen Unterschied es macht, wenn man seine Currypasten selbst herstellt. Der große Steinmörser in ihrer Küche ist in ständigem Einsatz. Auch der Papaya-Salat wird traditionell zerstampft und nicht einfach verrührt. Das Ergebnis ist intensiv aromatisch und perfekt ausbalanciert – frisch, süß, sauer, das Umami der Erdnüsse und der getrockneten Garnelen und die warme Schärfe der Chili ergeben ein unvergleichliches Geschmacksbild.

„In meiner Familie machen alle was mit Essen. Ich koche seit 35 Jahren“, erzählt Mina. Ihre Familie betreibt mehrere Garküchen in Bangkok. Entsprechend schnell stand der Entschluss fest, wenn sie sich in Deutschland selbstständig macht, dann als Köchin. Seit knapp zwei Monaten serviert Mina ihre fantastischen Gerichte in der Moselstraße. Ein thailändischer Lieblingsort mitten in Köln.

Thai Palette, Moselstr. 80, 50674 Köln, Tel.: 01575/0693193, Mo-So: 12-23 Uhr

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Das haben wir probiert

Som Tam Thai // Papaya-Salat mit Erdnüssen und Shrimps // 6,50 Euro

Panaeng Gai // Hühnchen in Kokosmilch mit Panaeng-Curry, Paprika, grünen Bohnen, Basilikum und geriebenen Nüssen // 7,50 Euro

Tawhu Rad Prik // Gebratener Tofu mit Zwiebeln, Paprika und Basilikum in Chilisauce // 6,50 Euro

Gaeng Keaw Wan Gai // Hühnchen in Kokosmilch mit grünem Thai-Curry, Paprika, Bambus, Auberginen und Basilikum // 7,50 Euro

Padthai // Reisnudeln mit Garnelen und Mungbohnensprossen // 8,50 Euro

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