Vor wenigen Jahren noch ein Food-Hype: Jetzt schließt mit Poké Makai eines der bekanntesten Poké-Restaurants Kölns.
Trend ebbt abPoké-Laden von Sternekoch in der Kölner Innenstadt schließt seine Türen

Das Poké Makai in Köln hat Ende Mai seinen letzten Tag.
Copyright: Laura Klemens
Poké Bowls – bunte Schüsseln mit rohem Fisch, Reis und verschiedensten Toppings aus der hawaiianischen Küche – galten über Jahre als großer Food-Trend. Auch in Köln entstanden zahlreiche Restaurants mit dem Konzept: Neben dem Poké Makai eröffneten unter anderem das Kuromaku Poké in der Südstadt, das Aloha Poke in Ehrenfeld und MA'LOA Poké Bowl im Friesenviertel. Viele dieser Läden sind inzwischen wieder verschwunden – einzig das MA'LOA ist noch geblieben. Die große Poké-Bowl-Welle ist spürbar abgeebbt, und mit dem Poké Makai endet nun am 28. Mai 2026 ein weiteres Kapitel dieses Trends.
Poké in Köln vom Spitzenkoch
Dabei hatte das Poké Makai von Beginn an einige Besonderheiten zu bieten. Als das Lokal 2018 an der Marzellenstraße eröffnete, war es weit mehr als ein gewöhnlicher Take-away-Imbiss. Die sogenannten „Favourite Bowls“ wurden von Mirko Gaul entwickelt, dem Sternekoch des Restaurants „Taku“ im Excelsior Hotel Ernst, zu dem auch das Poké Makai gehörte.
Gaul brachte seinen Ruf als „Küchen-Gott in Sachen Schärfe“ mit in die Bowls. Besonders beliebt war die Spicy-Tuna-Bowl mit knusprigen Nori-Algen und Wasabi-Crème. Zu Stoßzeiten bildeten sich vor dem kleinen Laden mit nur rund 13 Sitzplätzen Schlangen bis auf die Straße.
Insgesamt konnten Gäste ihre Bowl aus 39 Zutaten individuell zusammenstellen – ein Konzept, das sich deutlich von klassischem Fast Food abhob.
Trend abgeflaut, Nachfrage gesunken
Doch der Hype hielt nicht dauerhaft an. „Das Poké Makai war über lange Zeit eine schöne und beliebte Anlaufstelle für hochwertige Poké Bowls in Köln. Wir haben jedoch einen deutlichen Rückgang der Nachfrage festgestellt“, erklärt Britta Funke von der Pressestelle.
Das Konzept sei von Anfang an bewusst zeitlich begrenzt gedacht gewesen – als modernes Take-away-Angebot, das stark von einem bestimmten Food-Trend lebte. Wirtschaftliche Faktoren wie steigende Kosten, hohe Mieten oder Personalmangel spielten zwar grundsätzlich auch in der Gastronomie eine Rolle. Ausschlaggebend für die Schließung sei letztlich aber vor allem das sinkende Interesse gewesen.

Die Ankündigung der Schließung an der Tür des Poké Makai.
Copyright: Laura Klemens
„Während Poké Bowls über mehrere Jahre sehr gefragt waren, hat sich das Interesse daran zuletzt verändert“, so Funke weiter.
Kein Jobverlust, keine neuen Pläne
Für den Mitarbeiter des Lokals hat die Schließung keine beruflichen Folgen: Er wird künftig im angeschlossenen Hotelbetrieb eingesetzt. Ein neues Konzept oder ein anderer Standort sind derzeit nicht geplant.
An die Stammgäste richtet das Unternehmen zum Abschied noch einige Worte: „Wir möchten uns herzlich bei allen Gästen bedanken, die seit der Eröffnung im Jahr 2018 unsere Gäste waren.“
Poké in Köln: Wer noch übrig ist
Die Schließung des Poké Makai reiht sich in eine Entwicklung ein, die sich schon länger abzeichnet. Von der einst lebhaften Poké-Szene in Köln ist nur noch wenig übrig geblieben. Zu den wenigen verbliebenen spezialisierten Anbietern gehört MA'LOA Poké Bowl, das neben Köln auch Standorte in ganz Deutschland, zum Beispiel auch in Bonn und Düsseldorf, betreibt.
Ganz verschwunden ist der Bowl-Trend in Köln allerdings nicht – er hat sich eher verändert. Statt Poké-Bowls sind heute neue Konzepte gefragt: Bei der Bowl Maker Society stellen Gäste ihre asiatischen Suppen und Ramen selbst zusammen, inspiriert vom chinesischen Streetfood „Malatang“. Auch Läden wie Bowls & Bites, Boowley, Green Club oder Well Being zeigen, dass der Wunsch nach frischen, individuell zusammengestellten Gerichten weiterhin da ist – nur inzwischen in vielfältigeren Formen als noch zur Hochphase der Poké-Welle.
