Ein pinkfarbener Teppich liegt unter dem Rhododendron. Wenn die Blüten fallen, scheinen sie auf dem dunklen Boden beinahe noch mehr zu leuchten als am Strauch. Die Pflanze ist so hoch gewachsen, dass Besucher bequem darunter hergehen können. Rhododendron bilden einen Schwerpunkt in Seaforde Gardens, rund 30 Kilometer südlich von Belfast. Charles Forde, dessen Familie seit dem 17. Jahrhundert auf diesem Fleck Land lebt, zeigt beim Rundgang die große Bandbreite der Pflanzen. So trägt die Wildart Rhododendron falconeri glockenförmige Blüten, Rhododendron spinuliferum dagegen rote, die wie geschlossene Knospen aussehen. Eine pinkfarbene Rhododendron arboreum, 1890 gepflanzt, fühlt sich so wohl am Standort dass sie die Größe eines Irischen Cottages hat. Die Loderi-Sorte „King George“, 90 Jahre später gepflanzt, ist nur unwesentlich kleiner und trägt große weiße Blüten.
Urlaubsberatung und Informationsbroschüren über das gesamte Land gibt die:
Irland Information, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main
☎ 069/66800950; E-Mail:info.de@tourismireland.comwww.ireland.com
Wer mit dem eigenen Auto anreist, kommt mit der Nachtfähre von Nordfrankreich nach Irland (Cherbourg/Roscoff-Rosslare), oder setzt nach Großbritannien über und reist von dort mit Anschlussfähre weiter nach Irland.Irish Ferries: ☎ 0421/1760 218 www.irlandfaehre.de
Von den Flughäfen Köln undDüsseldorf gibt es Direktflüge in die irische Hauptstadt Dublin, unter anderem mit Air Lingus.www.aerlingus.com
Seaforde Gardens:www.seafordegardens.com
Hillsborough Castle:http://goo.gl/XTncAH
Mount Stewart: http://goo.gl/yqMiTz
Mitbringsel aus Asien
Asiatische Gehölze gedeihen gut in diesem Klima. Charles betreut eine Sammlung seltener Bäume wie Schensi-Tannen oder Schima, einem Teestrauchgewächs. „Die hat mein Vater aus Saatgut gezogen, das er von Reisen nach Vietnam, Pakistan und Indien und Tibet mitgebracht hat.“ Auch die Nationale Sammlung von Scheinulmen, die von der südlichen Erdhalbkugel stammen, befindet sich in Charles’ Obhut. Drei der insgesamt zehn Hektar Land sind öffentlich zugänglich, darunter auch der ummauerte Garten, der auf das frühe 18. Jahrhundert zurückgeht und in dem heute ein Schmetterlingshaus und ein Tearoom zu finden sind. Ein großes Labyrinth aus Hainbuchen ist von einem Aussichtsturm, dem Mogul Tower zu überblicken. Rund 40 Pfauen laufen in diesem Teil des Gartens frei herum.
Ein kleineres Rhododendron-Tal liegt in Hillsborough Castle, nicht mehr als eine halbe Autostunde von den Seaforde Gardens entfernt. Ein Herrenhaus aus den 1770er Jahren ist umgeben von knapp 40 Hektar Garten und Parkgelände – Residenz der britischen Queen, wenn sie Nordirland besucht. Schmale Wege führen über das hügelige Gelände, das in einen Landschaftspark und Waldland übergeht. Beeindruckend sind die großen, in Form geschnittenen Eiben, die eine Blickachse zum Lady Alice Temple jenseits eines kleinen Gewässers bilden. Im Mai sind die Wiesen blau voller Hasenglöckchen.
Formschnittgehölze
Einer der spektakulärsten Gärten Nordirlands öffnet eine Dreiviertelstunde weiter Richtung Nordwesten am Strangford Lough: Mount Stewart, einstiges Zuhause von Lady Edith Londonderry, die hier in den 1920er Jahren einen außergewöhnlichen Garten ersann. Gemeinsam mit ihrem Gärtner Thomas Bolas legte die Pflanzenliebhaberin einen Versunkenen Garten an und einen Irischen „Shamrock garden“ voller Formschnittgehölze, die auf Figuren aus der irischen Mythologie und Folklore anspielen. Im Italienischen Garten sind die Beete im Osten in den Farben des Sonnenaufgangs, im Westen den Farben des Sonnenuntergangs gehalten.
Die „Dodo-Terrasse“, unter hohen Eukalyptusbäumen schmücken steinerne Skulpturen von Figuren, die für Personen aus Lady Ediths „Arc Club“ stehen, darunter auch Winston Churchill. Direkt nebenan ein in blau und weiß bepflanzter Garten, der Ediths Tochter Mairi gewidmet ist. Der Landschaftspark, der die formalen Gärten umgibt, bietet eine Fülle besonderer Gehölze, die sich im milden Klima am Lough wohlfühlen.
„Wir führen den Garten im Sinne Ediths weiter“, sagt Neil Porteous, Chef des heute vom National Trust betriebenen Gartens. So holt er immer neue Pflanzen nach Mount Stewart, darunter seltene Rhododendren, Aralien aus Vietnam und Sassafras-Bäume aus Tasmanien. Auch der italienische Garten ist jedes Jahr eine Herausforderung: „Wir versuchen, ihn so bizarr und wundervoll zu gestalten wie möglich.“
