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Ultraleichte Klappräder und motorisierte MountainbikesDas sind die Fahrradtrends der nächsten Saison

5 min

Rad mit der Schwaltgruppe Scram Force 1

Die Grenzen lösen sich auf, alte Regeln gelten nicht mehr, der individuelle Stil prägt einen immer bunteren Fahrradmarkt. Wir haben uns auf der weltweit führenden Messe Eurobike umgeschaut und einige Trends für die kommende Fahrradsaison zusammengetragen.

Für Geländefans

Ein großer Trend des Mountainbike-Segments ist die Motorisierung der Geländeräder. Die Menschen suchen Herausforderungen auf möglichst anspruchsvollen Routen, doch um die Hügel hochzukommen oder den Fahrspaß auf längeren Runden zu halten, fehlt es oft an Form. Also setzt man auf Hilfe aus dem Motor. Bei manchen Mountainbikes, wie dem sehr ambitionierten Rotwild R.X+ FS, versteckt sich ein leistungsfähiger Akku neben dem Antrieb im Unterrohr. So ein Fahrrad kostet dann aber 6000 Euro aufwärts. Etwas massenkompatibler dürfte da das Modell Hard-Seven Plus von Haibike sein. Ab 3300 Euro gibt es das Rad mit einem Boch-Motor. Die Experten bejubeln Räder wie dieses Modell von Haibike, weil sie auch nicht austrainierten und technisch nicht perfekten Fahrern neue Erlebnisse im Gelände ermöglichen. Das Hard-Seven Plus setzt dabei auf einen weiteren Trend, der dieses Jahr auffällt: B+. Dahinter verbirgt sich ein neues Radmaß mit Reifen, die 27,5 x 3 Zoll messen und damit auf halbem Weg zwischen tradiertem Mountainbike und Fatbike liegen.

Für Rennfahrer

Neben der Optimierung der klassischen Modelle für Asphalt-Ausfahrten, setzt hier ein neuer Trend ein. Rennräder werden zu Cross-Räder für den Geländeeinsatz. So auch Gravel-Bikes, mit denen man gleichermaßen über Straßen wie Schotterwege rasen kann. Bei der Fahrradhändler-Eigenmarke Bulls gibt es schon für 1499 Euro Rad dieser Art, das Grinder 1 mit Shimano-105er-Ausstattung. Ein Highlight ist hierbei das 4000 Euro Modell Slate Force CX1 von Cannondale. Ein Hingucker: Mit einer Lefty-Federgabel, also einer Gabel mit nur einem Rohr und Federung, vier Zentimeter breiten Reifen, Scheibenbremsen und einer Elffach-Schaltung provozieren die Entwickler, und nicht nur die pinken Kurbeln locken die Blicke. Die eingesetzte Schaltgruppe von Sram gehört ebenfalls zu den Neuerungen im Rennradsegment: Vorne nur ein Kettenblatt, hinten eine möglichst breite Vielfalt an Übersetzungen in den elf Gängen.

Die Innovation des Jahres liefert ebenfalls Sram mit seiner Funk-Elektronik-Schaltgruppe Red Etap. Sie wird im Frühling für schlanke 2691 Euro zu kaufen sein. Ansonsten dominieren Scheibenbremsen, die nun bei den meisten Herstellern auch an Rennrädern montiert sind.

Auf der nächsten Seite geht es mit weiteren neuen Modellen weiter.

Mit Stil in die Stadt

Radfahren ist ein Fashion-Statement, Räder zeigen Stil. Wer sich in Städten umschaut, sieht verschiedenste Modelle, die von Menschen bewusst als optische und stilistische Zeichen eingesetzt werden. Da passt es, wenn das Angebot an Modellen diese Individualisierung spiegelt. Ein Hersteller, der urbanen Zielgruppen beim entspannten und stilbewussten Herum-Cruisen assistiert, ist Electra. Das Unternehmen interpretiert beispielsweise das Hollandrad mit seiner Serie Amsterdam neu und setzt vor allem auf Fahrkomfort in möglichst aufrechter Haltung. Die Räder gibt es ab etwa 600 Euro. Gerade erst hat sich das Faltrad Brompton bei Pendlern einen guten Ruf erarbeitet. Das neun Kilo leichte, zusammenklappbare Rad gibt es für 1300 Euro jetzt auch in einer limitierten schwarzen Edition. Deutlich schwerer (22 Kilo), aber ebenfalls zusammenklappbar ist das neue Modell Pluto des Schweizer Herstellers Flyer. Beim Pluto setzen die Erfinder auf eine elektrische Motorisierung: Der Panasonic-Mittelmotor mit vier Stufen hilft dem Pendler mit Platzproblemen, das aufgeklappte Rad schwungvoll durch den Verkehr zu lenken. Diese Innovation hat indes noch ihren Preis: 3399 Euro.

Für Vernetzte

Für viele Radler gehört auch der Einsatz von Apps auf dem Smartphone dazu. Das Frankfurter Start-up Cobi bietet hier ab dem Frühjahr 2016 eine Lösung an: eine Art Cockpit für Fahrräder. Hier lässt sich das Smartphone anschließen, um es während der Fahrt sicher im Blick zu behalten und den Akku zu laden. Cobi bietet ein Lichtsystem mit Vorder- und Rücklicht, Bremslicht sowie Blinkern, die der Fahrer über ein Element am Lenker bedienen kann. Cobi soll aber auch zur Navigation genutzt werden, Musik abspielen und viele andere Funktionen bündeln. Das komplette System wird ab 259 Euro zu haben sein.

Ebenfalls auf Vernetzung setzt Bike Citizens aus Österreich, eine App, die auf dem Erfahrungsschatz von Fahrradkurieren aufsetzt und als spezielle Navigationslösung für Städte gedacht ist. Bike Citizens hat einen spannenden Ansatz: Wer beispielsweise von der Navigation in Köln profitieren möchte, kann sie sich durch 100 zurückgelegte Kilometer in 30 Tagen freischalten – oder kann sich die Nutzungsrechte für fünf Euro pro Stadt kaufen.

Für Kleine

Kinderräder sind oft sehr schwer, da sie stabil sein müssen. Beim Kinderrad-Spezialisten Puky kennt man dieses Problem und hat deshalb ein besonders leichtes Rad ins Angebot genommen. Das ZLX wiegt nur 8,8 Kilogramm und wird im Herbst für 220 Euro im Handel zu kaufen sein. Ein Spezialist für designorientierte Kinderräder ist der britische Hersteller Early Rider. Nun ist es bei Early Rider Zeit für ein voll funktionales Mountainbike für Kinder im 20-Zoll-Format. Das Belter 20’’ bietet eine Federgabel, Scheibenbremsen und Riemenantrieb.

Sehr farbenfroh und mit neuem Sicherheitsniveau sind die Kinderhelme der Serie Youn-I von Abus, die im kommenden Frühjahr in den Handel kommen. Die Spitzenmodelle für 74,95 Euro bieten das Mips-System, das dank einer „schwimmenden“ Lage im Falle eines Aufpralls das Gehirn schützt.