Vermutlich praktiziere ich eine ziemlich postwachstumstaugliche Lebensform: ich fliege niemals, habe kein Auto, bin Vegetarier, habe kein Smartphone, keinen Fernseher, keine Mikrowelle, keinen Fön, kein elektrisches Werkzeug, wohl aber einen Kühlschrank, einen Gasherd und eine Waschmaschine , die ich mir teile. Stereoanlage und Möbel sind uralt. Die Klamotten trage ich auch, bis sie auseinander fallen. An meinen CDs und Büchern hänge ich allerdings.
Für meinen Lebensstil habe ich mich nicht irgendwann entschieden, sondern bin einfach geblieben, wie ich immer war. So gesehen bin ich wohl konservativ, jedenfalls stur und halsstarrig, nicht zuletzt aus ethischen Gründen. Mir geht es darum, ganz bewusst Dinge von mir fernzuhalten, die ich nicht verantworten kann, und einen Sinn dafür zu entwickeln, was mir zusteht. Im Sinne einer Philosophie des Nullsummenspiels stelle ich mir die Frage, was sich ein Einzelner auf diesem Planeten herausnehmen darf, ohne ökologisch und damit sozial über seine Verhältnisse zu leben. Das ist eine Maxime meines Lebens.
