An der Ostsee entzündet sich ein Phosphor-Brocken. Die Kriegs-Altlasten sind eine Gefahr und sehen oft wie Bernstein aus.
Gefährlicher Fund am StrandWeißer Phosphor aus dem Weltkrieg entzündet sich an Ostsee

An Stränden kann man noch heute Phosphor aus dem Zweiten Weltkrieg finden. (Symbolbild)
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In Heikendorf an der Kieler Förde hat sich am Sonntagnachmittag auf der Seebrücke der örtlichen Badeanstalt ein Brocken weißen Phosphors von selbst entzündet. Laut Informationen des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein wurde der Kampfmittelräumdienst um circa 16.45 Uhr verständigt, welcher das tennisballgroße Stück professionell entfernte.
Man geht davon aus, dass eine Möwe den Phosphorklumpen aus dem Gewässer entnommen und auf dem Steg abgelegt hatte. Bis zur Ankunft der Spezialisten wurde die brennende Substanz wieder ins Wasser befördert. Bei dem Zwischenfall kam niemand zu Schaden.
Gefahr durch Phosphor: Warnung vor Fundstücken am Strand
Der Kampfmittelräumdienst spricht in diesem Kontext eine erneute Warnung bezüglich angetriebenem weißen Phosphor an den Küsten von Nord- und Ostsee aus. Die Relikte, die mehrheitlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen, können eine täuschende Ähnlichkeit mit Bernstein aufweisen und stellen ein beträchtliches Risiko dar, insbesondere für Urlauber und Spaziergänger.
Wenn die Substanz trocknet, kann sie sich von selbst entflammen. Die Folge sind Brände, die nur schwer zu löschen sind und ernsthafte Verbrennungen nach sich ziehen können. Darüber hinaus werden dabei toxische Dämpfe entwickelt.
Millionen Tonnen Kriegsmunition in deutschen Gewässern
Das Ereignis in Heikendorf ist kein isolierter Fall. Schätzungen zufolge befinden sich etwa 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Kriegsmunition auf dem Grund der deutschen Nord- und Ostsee. Wie Katja Matthes, die Direktorin des Kieler Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung (Geomar), schon im Vorjahr darlegte, korrodieren die Munitionshüllen immer stärker, wodurch Schadstoffe freigesetzt werden. (dpa/red)
Im südwestlichen Teil der Ostsee sind bereits circa 3000 Kilogramm giftiger Chemikalien ausgetreten. Von der Bundesregierung wurden 100 Millionen Euro für ein Sofortprogramm zur Bergung der Munitionsaltlasten bereitgestellt. Initiale Bergungsmaßnahmen sind schon erfolgt, und Experten entwickeln einen konkreten Plan für die zukünftige Räumung der Ostsee. (dpa/red)
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