23. Köln-MarathonKölner Lauf als Qualifikation für Olympische Spiele

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Hendrik Pfeiffer und Renndirektor Markus Frisch

Hendrik Pfeiffer und Renndirektor Markus Frisch

Köln – Für einen der 28 000, die am kommenden Sonntag in den verschiedenen Wettbewerben des 23. Köln-Marathon die Beine in die Hand nehmen werden, ist es das wichtigste Rennen seines Lebens: Hendrik Pfeiffer (26) vom TV Wattenscheid 01 hat sich ein Jahr lang intensiv darauf vorbereitet, um auf dem Kölner Kurs die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu packen. Um die 2:11:30 Stunden zu erreichen, muss er seine persönliche Bestzeit um 101 Sekunden verbessern.

Diesem Ziel hat er alles untergeordnet, die Vorbereitung mit persönlichen Halbmarathon-Bestzeiten (1:03:17) war perfekt wie nie. „Jede Trainingseinheit besser als geplant“, sagt er. Und dass er mit Köln nur Positives verbindet. 2017 gewann er den Marathon (2:13:42), in den beiden Jahren davor den Halbmarathon. Deshalb habe er sich auch gegen einen Start in Berlin entschieden. „Dort wäre ich nur einer unter Vielen gewesen.“

Der Streckenrekord beim Halbmarathon dürfte fallen

Die Veranstalter haben alles getan, um ihm den Weg zum Olympia-Ticket zu ebnen. Die blaue Ideallinie auf die Straße gepinselt, drei Tempomacher verpflichtet, von denen mindestens einer in der Lage ist, den Kilometer-Schnitt von 3:07 Minuten bis zu Kilometer 35 zu halten.

Beim Marathon läuft also alles auf das einsame Rennen Pfeiffer gegen die Uhr hinaus. Beim Halbmarathon hingegen dürfte der Streckenrekord (1:03:00) aus dem Jahr 2010 fallen. Dort ist die komplette deutsche Elite am Start, unter ihnen die Favoriten Amanal Petros (TV Wattenscheid) und Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt). Petros (Bestzeit 1:02:32) will in Köln den ersten Schritt zur Olympia-Qualifikation machen und diese dann im Frühjahr vollenden, Tesfaye (Bestzeit 1:01:20) den 26 Jahre alten deutschen Rekord brechen. Dazu muss er seine Bestmarke noch einmal um 47 Sekunden verbessern.

Der Köln-Marathon in Zahen

Der Marathon (42,195 km): 6311 Starter, davon 1530 Frauen (24,5 Prozent), der älteste Läufer ist 81, die älteste Läuferin 78. Das Durchschnittsalter liegt bei 42,1 Jahren. 16,5 Prozent kommen aus dem Ausland. Größte Gruppen sind Belgier (303), Engländer (146) und Niederländer (140).

Der Halbmarathon ist mit 16342 Teilnehmern ausgebucht (plus sechs Prozent). Der Frauenanteil liegt bei 42,5 Prozent (6944). Der älteste Läufer ist 81, die älteste Läuferin 78 Jahre. Durchschnittsalter: 38 Jahre. Fünf Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Ausland. (pb)

Die große Masse der mehr als 28000 gemeldeten Teilnehmer hat bescheidenere Ziele. Starten, Spaß haben, ankommen. Längst hat sich der Halbmarathon zum heimlichen Star entwickelt. „Dort hätten wir auch 20000 Anmeldungen entgegennehmen können, doch leider gibt das die Strecke nicht her“, sagt Renndirektor Markus Frisch. Vor allem der Zieleinlauf sei problematisch, „weil nach rund zwei Stunden 5000 bis 6000 innerhalb eines kurzen Zeitfensters ankommen“. Immerhin: Entgegen dem Trend in Deutschland stabilisieren sich die Teilnehmerzahlen beim Marathon. 6311 Starter sind bisher gemeldet – sieben mehr als 2018.

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