Köln – Vier Wochen lang rauchten in Kölner Gymnasien und Gesamtschulen die Köpfe. Es ging um viel, es ging ums Abitur. Also die Voraussetzung zum Besuch einer Universität oder Fachhochschule – sofern der Notendurchschnitt stimmt und man sogleich einen Studienplatz ergattert. Falls nicht, heißt es warten, mitunter Jahre.
Zahlen zum Kölner Abitur
Mehr als 4000 Schüler legten an Kölner Gymnasien und Gesamtschulen ihr Abitur ab.
Englisch ist der beliebteste Leistungskurs in Köln. Danach folgt Deutsch. Mathematik liegt an dritter Stelle.
Bei 2,44 lag der Notendurchschnitt aller Abiturienten in NRW im vorigen Schuljahr. Fast 1500 von ihnen schafften eine saubere 1,0. 4,6 Prozent aller Abiturienten fielen durch.
148 Schüler hat die Abi-Stufe des Humboldt-Gymnasiums, sie ist damit die größte in Köln. Hölderlin- und Maximilian-Kolbe-Gymnasium haben mit 72 Schülern die kleinste Abi-Stufe. Zahlen der Gesamtschulen liegen der Bezirksregierung Köln nicht vor.
Japanisch, Jüdische Religionslehre, Chinesisch, Russisch und Hebräisch sind die Oberstufen-Fächer Kölns mit den wenigsten Schülern.
Bis zu 10 Jahre nach dem Abitur können Schüler ihre Klausuren einsehen. Solange müssen die Prüfungsbögen aufgehoben werden.
Aber das ist ein anderes Thema, jetzt muss erst einmal das Abitur geschafft werden. Die Klausuren sind vorbei, nun wird sich zeigen, wer bestanden hat, in die Nachprüfung muss oder durchgefallen ist.
Mehr als 4000 Schüler an Kölner Gymnasien und Gesamtschulen wollen aktuell die allgemeine Hochschulreife erlangen. In ganz NRW sind es rund 77.000. Hinzu kommt noch ein kleiner Teil an Weiterbildungskollegs und Waldorfschulen. Jeder von ihnen musste in der entscheidenden Klausurphase drei schriftliche und eine mündliche Prüfung ablegen.
Sie haben sich in Mathe mit Integralrechnung oder Binominalverteilung beschäftigt, in Deutsch mit Poetologischen Konzepten oder Franz Kafkas „Die Verwandlung“, in Englisch mit Shakespeares Einfluss auf die heutige Zeit oder die Chancen und Risiken der Globalisierung. Dafür mussten die Schüler ordentlich pauken. Wer dennoch versuchte, sich durchzupfuschen, ging ein hohes Risiko ein. Einmal erwischt, war es das mit dem Abitur.
Abi-Mottowoche in Köln ohne Zwischenfälle
Wie schon bei der Abi-Mottowoche, die, anders als in der Vergangenheit, ohne Krawalle vonstatten ging, verlief die Klausurphase in Köln dem Vernehmen nach bislang ohne Vorfälle. Im niedersächsischen Goslar dagegen wurde vor einer Woche nachts ein Schultresor geknackt. Weil nicht auszuschließen war, dass dabei Details des Mathe-Abis bekannt geworden sind, gab es Verzögerungen bei Prüfungen in acht Bundesländern, weil die Aufgaben einem länderübergreifenden Pool entstammten. NRW war aber nicht betroffen.
Im Schlosspark Karlsruhe sollen vorigen Mittwoch laut örtlichen Medien 1500 Schüler ihre letzte Prüfung gefeiert haben – Müllberge, Alkoholvergiftungen, Polizei- und Rettungseinsätze inklusive. Und in Baden-Württemberg unterzeichneten Ende vergangenen Monats rund 36.000 Schüler eine Online-Petition, in der sie kritisierten, dass die Aufgaben im Englisch-Abi zu schwer seien. Turbulent, das alles. Aber wenn es ums Abi geht, liegen die Nerven eben manchmal blank.
