Widdersdorf – Mit zahlreichen Argumenten hat die Stadt sich jetzt gegen die Errichtung eines Skateparks an der Ecke Adrian-Meller-Straße/Unter Linden ausgesprochen. Letztmalig im Juni dieses Jahres hatte die Bezirksvertretung (BV) Lindenthal die Stadt mit der Errichtung der Freizeitanlage für Jugendliche einstimmig beauftragt. Bereits ein Jahr zuvor hatte die BV erstmals den Auftrag erteilt, „alle notwendigen Schritte für die Einrichtung eines Skateparks einzuleiten“. Und die Stadt ist auch prinzipiell überhaupt nicht dagegen. Grundsätzlich begrüße das Amt für Kinder-, Jugend und Familie die Errichtung niederschwelliger kostenfreier Angebote für Jugendliche in Widdersdorf und Lövenich sehr.
„Da Skaten besonders bei Jugendlichen große Beliebtheit findet, ist ein umfangreiches Angebot im öffentlichen Raum bereitzustellen“, teilte die Verwaltung der Bezirksvertretung mit. Seit einigen Jahren arbeitet das Amt an einem gesamtstädtischen Konzept für Angebote, die es Jugendlichen ermöglichen, diverse Rollsportarten wie etwas das Skaten auszuüben. Die Jugendlichen wurden in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren dazu interviewt, weil dies zu einer größeren Akzeptanz und Nutzung des Ortes führe, so die Erfahrung des Fachamtes. Ein Ergebnis der Umfrage war, dass Skater sich ihre Flächen in der Regel selbst suchen. Und: „Es werden vorrangig Flächen aufgesucht, die sehr zentral gelegen sind und eine gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel haben“, heißt es weiter.
Auch andere Gründe sprechen laut Verwaltung gegen die Errichtung an dem von den Bezirksvertretern vorgeschlagenen Ort: Zum einen gehöre die Fläche nicht der Stadt, sondern der Firma Amand. Der vorgeschlagene Standort sei zudem für Jugendliche nicht attraktiv, so dass eine rege Nutzung eventuell ausbleiben würde, heißt es. „Skateeinrichtungen müssen aufgrund der Lärmschutz-Verträglichkeit so aufgebaut werden, dass ein möglichst großer Abstand zur Wohnbebauung gegeben ist. Ein für den vorgeschlagenen Standort gestellter Bauantrag wäre daher nicht genehmigungsfähig“, gibt die Verwaltung überdies zu Bedenken.
Gesamtstädtisch gesehen wurden in den letzten Jahren mehr Skateanlagen bereitgestellt als zuvor. Zuletzt wurde 2016 im Stadtbezirk Ehrenfeld eine Skater- und BMX-Anlage eröffnet. Zuvor wurden die Anlagen im Lentpark und im Stadtwald erneuert. Besonders beliebt ist auch die Anlage „KAP 686“ im Rheinauhafen in der Südstadt.
In Sachen Erreichbarkeit hat die Stadt gute Argumente an der Hand: „Da Kinder und Jugendliche, die Rollsportarten ausüben, aufgrund ihres Alters oft sehr mobil sind, bieten sich als nächstgelegene attraktive Alternativen die neugestaltete Skateanlage im Stadtwald – die Skatefläche Friedrich-Schmidt-Straße – oder die Neuanlage für BMX im Ehrenfelder Takufeld an.“ Andererseits ist Widdersdorf zwischen 2005 bis 2015 um 4700 Einwohner gewachsen, die weitaus meisten davon sind Familien mit Kindern. Alternativen zum Skaten wurden zwischenzeitlich geschaffen. So wurde an der Neuen Sandkaul ein Bolz- und Streetballplatz mit Jugendunterstand errichtet. In den kommenden Wochen soll nach Aussage der Verwaltung auf dem Investorenspielplatz „Im Kamp/ Dachsweg“ ein weiterer Aufenthaltsort mit Jugendunterstand und Tischtennisplatte zur Verfügung stehen.
Das bedeutet aber nicht das grundsätzliche Aus für das Skaten: „Die Kinder- und Jugendverwaltung wird alle in und um Widdersdorf und Lövenich liegenden unbebauten Flächen anhand der oben beschriebenen Kriterien nach einem geeigneten Standort für eine Skateanlage überprüfen“, stellt die Stadt den Lindenthaler Bezirksvertretern in Aussicht.
