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Amt für Personal, Organisation und InnovationLie Selter tritt neues Amt an

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Lie Selter

Köln – Von den 40 Amtsleitern der Stadtverwaltung dürfte über die Grenzen Kölns hinaus keiner so bekannt sein wie Lie Selter. Als erste kommunale Frauenbeauftragte machte die Sozialdemokratin 1982 bundesweit Schlagzeilen. Dabei war sich die Sozialpädagogin damals bewusst, dass ihre Ernennung nicht zuletzt ein Schachzug ihrer Partei war; die SPD wollte weibliche Wähler gewinnen. Zwei Jahre vor ihrer Pensionierung übernimmt die 63-Jährige noch einmal eine neue Aufgaben. Sie wird Chefin des Amtes für Personal, Organisation und Innovation, eine der wichtigsten Schaltstellen in in der Verwaltung.

Es gab weniger gute Zeiten für Lie Selter. Kaum hatte Fritz Schramma (CDU) die OB-Wahl gewonnen, lobte er im November 2000 die seiner Partei unbequeme Gleichstellungsbeauftragte weg. Selter wurde in das Bürgeramt Kalk versetzt. Fünf Jahre später übernahm sie die Leitung der städtischen Kinderheime.

Am Montag wird Selter ihr neues Büro im Stadthaus Deutz beziehen. Zwar hatte sich OB Jürgen Roters (SPD) schon vor längerem für Selter entschieden. Indes verhinderte die Klage eines unterlegenen Mitbewerbers die Ernennung. Engelbert Rummel (58), CDU-Mitglied und Leiter des Bauverwaltungsamtes, erreichte vor dem Verwaltungsgericht, dass der Spitzenposten des Personalamtes neu ausgeschrieben werden musste. Er war zuvor gegen seinen Willen als Chef der in der Öffentlichkeit und vom rot-grünen Ratsbündnis wegen zahlreicher Pannen häufig kritisierten Gebäudewirtschaft abberufen worden.

Grundgesetz verlangt Gleichheit

Rummel hatte in seiner Bewerbung eine bessere dienstliche Beurteilung als Selter. Das Auswahlverfahren sei nicht objektiv gewesen, warf er dem Oberbürgermeister in seiner Klage vor. Und hatte Erfolg: Laut Beamtenrecht hat Roters als Dienstherr bei Beförderungen die einklagbare Verpflichtung, eine am Leistungsprinzip des Grundgesetzes orientierte Auswahlentscheidung zu treffen. So heißt es in Artikel 2 des Grundgesetztes: „Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.“ Der Streit endete mit einem Kompromiss: Roters ernannte Rummel auf dessen Wunsch zum neuen Leiter des Ordnungsamtes, Selter wird wie geplant Personalchefin.

Selbst wenn das Grundgesetz bei Beförderungen Chancengleichheit verlangt – im Rathaus erleichtert das richtige Parteibuch den Zugang zu wichtigen Ämtern. Das haben die Versetzungen nach der Wahl Schrammas ebenso gezeigt wie eine Reihe von Personalentscheidungen, die dessen Nachfolger Roters nach der Wahl 2009 getroffen hat. Immer noch werden Personalentscheidungen von der Denkweise beeinflusst, der schon Strippenzieher wie die einstigen SPD-Fraktionsvorsitzenden Günter Herterich und Klaus Heugel beharrlich folgten: Was der Stadtrat beschließt, wird am besten von Getreuen umgesetzt.