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Auch ein Café entsteht im Neubau

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Präsentierten die Gründungsurkunde: Das SKM-Team und Prälat Dr. Karl-Heinz Vogt (3.v.l.) .

Nippes – Der östliche, in Richtung Riehl gelegene Abschnitt der Florastraße präsentiert sich momentan als eine einzige große Baustelle. Neben den auf der ganzen Straße laufenden Leitungsarbeiten befindet sich an der Hausnummer 114-122 eine große Lücke. Doch dort, auf dem eingezäunten Gelände, hat der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Großes vor: Bis voraussichtlich Februar 2021 entsteht dort der fünfstöckige Neubau des sozialen Zentrums „De Flo“, das bis zu seinem Teilabbruch in den vergangenen Monaten nur eine Etage hatte. In Zukunft wird hier nicht mehr nur gearbeitet, sondern auch gelebt: In den Neubau werden 37 öffentlich geförderte Wohnungen integriert sein, sowie ein kleines Seminar- und Tagungszentrum und – für die ganze Nachbarschaft offen – ein Café mit 35 Sitzplätzen und einem Schwerpunkt auf Begegnung und Sozialem. In dem seit 1986 bestehenden „De Flo“ arbeiten Menschen mit Vermittlungs-Hemmnissen wie Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, geistigen oder seelischen Einschränkungen: Einsatzmöglichkeieten für sie sind die Möbelhalle, ein Kleiderstübchen, eine Schreinerei; auch Garten- und Landschaftsbau sowie Malerarbeiten werden angeboten.

„Es ist wirklich ein Meilenstein, den wir heute hier feiern“, begrüßte SKM-Leiter Markus Peters die rund 60 Besucher bei der feierlichen Grundsteinlegung – darunter bemerkenswert viele Nachbarn, die ebenfalls eingeladen waren. „Ich danke Ihnen, dass Sie so kontinuierlich und mit so viel Vertrauensvorschuss unsere Bauarbeiten begleiten und dass Sie die Belastungen mittragen.“

Für den sozialen Träger sei ein Projekt in dieser Größenordnung eine große Besonderheit. Wichtig sei es jedoch gewesen, dass neuer Wohnraum entstünde: Von den 37 Wohnungen seien 20 besonders seniorengerecht ausgestattet; 17 für Flüchtlinge vorgesehen. Barrierefrei geplant sind alle.

Rund 60 Gäste, viele davon aus der Nachbarschaft, kamen zur Zeremonie.

„Der soziale Wohnungsbau hinkt in Köln seit Jahren hinter den selbst gesteckten Zielen her; ihre Zahl nimmt sogar ab“, begründete Peters, weshalb man bewusst Appartements mitgeplant habe. „Wir ergänzen unser De-Flo-Zentrum durch Begegnungen.“ Prälat Dr. Karl-Heinz Vogt segnete danach den Grundstein mitsamt eingelassener Zeitkapsel und Gründungsurkunde ein. Unterstützer des Bauvorhabens sind die NRW-Bank mit vergünstigten Kredit-Konditionen, der „Meister-Gerhard-Fonds“ des Erzbistums Köln sowie die Aktion Mensch.

Im Jahr 2015 hatte das Mammutprojekt mit ersten Planungen und Machbarkeits-Studien begonnen. Nach konkreten Ausarbeitungen und der im August 2018 erteilten Baugenehmigung lief von vorigem Dezember bis Mai dieses Jahres der Teil-Rückbau des Altgebäudes. Der zuvor in „De Flo“ untergebrachte Laden mit Möbeln, Haushaltsbedarf, Büchern und CDs ist während der Bauzeit in ein Interimslokal direkt gegenüber, an der Florastraße 95-97, umgezogen. Durch den Neubau wird die Brutto-Geschossfläche des Gebäudes von 1880 auf 5470 Quadratmeter fast verdreifacht. Im Erdgeschoss kommen Café, Kleiderladen sowie die Gewerke der De-Flo-Beschäftigten unter; im ersten Obergeschoss einige Büros des SKM sowie ein auch Tagungs- und Seminarzentrum. In der zweiten bis fünften Etage schließlich finden die Wohnungen Platz.

Wenngleich sich die Nachbarn insgesamt zufrieden und interessiert am Neubau zeigten, gibt es auch Kritik. Zum einen seien zu wenige Parkplätze vorgesehen – einzig im Innenhof gibt es fünf Stellplätze –, andererseits sei die laut der Visualisierungen in Schwarz geplante Hausfassade unschön. „Es ist unpassend und gibt dem Straßenzug ein düsteres Ambiente. Von meinem Fenster werde ich immer darauf schauen müssen, während ich zuvor einen freien Blick in Richtung Dom hatte“, kritisierte eine Nachbarin. Man hoffe daher, dass man das zukünftige Fassaden-Design noch überdenke.

SKM-Leiter Markus Peters setzt die Zeitkapsel ein (l.).

Markus Peters

SKM-Leiter

Markus Peters