Abo

Auch Kölner sind stolz auf den Nobelpreis

2 min

Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed (l.) hat den Friedensnobelpreis erhalten. Beim Patronatsfest der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland ist der Nobelpreis sicherlich auch ein Grund zum Feiern.

Longerich/Oslo – Helle Freude herrscht bei der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche über den Friedensnobelpreis für den Ministerpräsidenten des Heimatlandes, Abiy Ahmed. „Mit großer Freude haben wir vernommen, dass Dr. Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis erhalten hat“, so der Erzpriester der Gemeinde, Dr. Merawi Tebege. „Wir sehen in der Ehrung auch eine Ehrung für einen jeden einzelnen Äthiopier, der in Äthiopien oder sonst wo auf der Welt ein gutes Beispiel für eine bewusste und erfüllende Daseinsbewältigung gibt“, so Tebege weiter.

„Äthiopien ist kein reiches Land; aber reich gesegnet mit spirituellen Gaben.“ Die Äthiopisch-Orthodoxe Gemeinde hat ihren Deutschland-Sitz in Longerich; ihre St.-Mikaelis-Kirche, eine ehemalige evangelische Kapelle, liegt am Lindweilerweg 94. Dr. Merawi Tebege hat die deutsche Gemeinschaft 1983 mitgegründet.

Das Nobelpreis-Komitee hatte am 11. Oktober die Auszeichnung Ahmeds bekanntgegeben; traditionell am 10. Dezember wird er in Oslo den Preis erhalten.

Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed (l.) hat den Friedensnobelpreis erhalten. Beim Patronatsfest der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland ist der Nobelpreis sicherlich auch ein Grund zum Feiern.

Er ist Empfänger der 100. Auszeichnung seit der Erstverleihung des Preises 1901, und zugleich der erste Äthiopier, der ihn erhält. Ahmed, Sohn eines muslimischen Vaters und einer äthiopisch-orthodoxen Mutter, ist seit dem 2. April 2018 Ministerpräsident des 110-Millionen-Einwohner-Landes in Ostafrika. Die größten Verdienste des einstigen Unterstützers eines autoritären, repressiven Regimes sind der Friedensschluss mit dem Nachbarland Eritrea sowie die Freilassung von Tausenden inhaftierten Regimegegnern und Journalisten.

Am 23. Juni 2018 überlebte er einen ihm geltenden Handgranaten-Anschlag; im Oktober des gleichen Jahres überstand er einen geplanten Militärputsch. „Wir hoffen, dass er weiterhin unbeschadet bleibt“, betont Erzpriester Tebege. Durch seine Friedenspolitik habe sich Abiy Ahmed nicht nur Freunde gemacht; politische Hardliner und einstige Kriegsgewinnler seien gegen ihn.

Der Nobelpreis für den Landsmann ist sicherlich auch ein Mitgrund zum Feiern beim Patronatsfest des Heiligen Michael, das die äthiopische Gemeinde am Wochenende des 23. und 24. November begehen wird, und zu dem sie bereits jetzt herzlich in die St.-Mikaelis-Kirche nach Longerich einlädt. Es gibt leckere äthiopische Spezialitäten, lange Prozessionen sowie viel Musik und Gesang.

Merawi Tebege

Erzpriester der Gemeinde